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10.03.2013

14:19 Uhr

Börse New York

Vorsicht vor dem Kaufrausch an der Wall Street

Die ersten Rekorde sind da. Doch nun werden die Akteure an der US-Börse nüchterner. Die Computerprogramme sind heiß gelaufen. Manche Berater raten sogar schon zu einer Verschnaufpause. Andere gehen auf Schnäppchenjagd.

Händler an der New Yorker Börse. AP/dpa

Händler an der New Yorker Börse.

New YorkAn der Wall Street bekommen die Investoren langsam Angst vor der eigenen Courage. Die vergangene Woche erreichten Rekordstände des Dow-Jones-Index dürften für zahlreiche Börsianer kein Signal sein, dass die Kursrally ungebremst weitergeht.

Finanzberater empfehlen ihren Kunden vielmehr eine Verschnaufpause und Vorsicht bei neuen Engagements. "Ich werde auf Nummer sicher gehen", sagt Investmentstratege Paul Mendelsohn von Windham Financial Services. Seine Computermodelle deuten darauf hin, dass der Markt ziemlich heißgelaufen sei. "Es kommt darauf an, jetzt keinen großen Fehler zu machen", rät Mendelsohn.

Meilensteine des Dow Jones

über 20.000 Punkte

Datum: 25.01.2017

Punkte: 20.044,00

über 19.000 Punkte

Datum: 22.11.2016

Punkte: 19.043,90

über 18.000 Punkte

Datum: 23.12.2014

Punkte: 18.069,22

über 17.000 Punkte

Datum: 03.07.2014

Punkte: 17.074,65

über 16.000 Punkte

Datum: 18.11.2013

Punkte: 16.030,28

über 15.000 Punkte

Datum: 03.05.2013

Punkte: 15.009,59

über 10.000 Punkte

Datum: 29.03.199

Punkte: 10.006,79

über 5000 Punkte

Datum: 21.11.1995

Punkte: 5022,55

über 4000 Punkte

Datum: 23.02.1995

Punkte: 4003,33

über 3000 Punkte

Datum: 17.04.1991

Punkte: 3004,46

über 2000 Punkte

Datum: 08.01.1987

Punkte: 2002,25

über 1000 Punkte

Datum: 14.11.1972

Punkte: 1003,16

über 500 Punkte

Datum: 22.09.1956

Punkte: 500,24

über 50 Punkte

Datum: 13.03.1899

Punkte: 50,47

Auch Frank Fantozzi, Chef des unabhängigen Vermögensverwalters Planned Financial Services, mahnt zur Zurückhaltung: "Wir sagen unseren Kunden, dass sie derzeit eher defensiv in den Markt gehen sollen." Der Finanzberater Rodd Newhouse von Wells Fargo Advisors stellt sich auf eine Kursbereinigung ein: "Ich versuche den Leuten klarzumachen, dass obwohl es einen starken Aufwärtstrend gibt, ein gewisser Rückschlag doch wahrscheinlich ist."

Marktstratege Fred Dickson von D.A. Davidson & Co. verweist auf eine ganze Reihe von bremsenden Faktoren. Dazu zählt neben der ungelösten Euro-Schuldenkrise und den automatischen Kürzungen der US-Staatsausgaben die schleppende Konjunkturerholung. Zudem dürften die amerikanischen Unternehmen nach Einschätzung von Analysten ihre Ergebnisse im laufenden Quartal nicht so stark gesteigert haben wie zu Jahresbeginn erwartet.

Ein breiter Rückzug von den Aktienbörsen ist vorerst allerdings nicht zu erwarten, denn das Interesse der Anleger bleibt groß. "Wenn ich mich für eine Anlageklasse entscheiden müsste, würde ich immer noch die Aktien aussuchen", sagt Vermögensverwalter Fantozzi. "Wir gehen weiter davon aus, dass der Markt zum Jahresende Gewinne ausweisen wird."

Daher kommt es für Investoren nun darauf an, die Spreu vom Weizen zu trennen. Fantozzi glaubt weiter an Standardwerte aus Wachstumsbranchen wie große Industrie- und Technologietitel, während er Rüstungsaktien wegen der Ausgabenkürzungen der Regierung meidet.

Die Dividenden-Aristokraten in den USA

Mc Donald's

Branche: Gastronomie
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 27,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,1

Fedex

Branche: Logistik
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 26,6 Prozent
Dividendenrendite 2013: 0,6 Prozent

Nike

Branche: Sportartikel
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 19,2 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,5 Prozent

IBM

Branche: IT
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 18,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 1,6 Prozent

Colgate-Palmolive

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,9 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,3 Prozent

Johnson & Johnson

Branche: Pharma
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 12,4 Prozent
Dividendenrendite 2013: 3,5 Prozent

Coca Cola

Branche: Konsumgüter
Anzahl Dividendenerhöhungen in den letzten 10 Jahren: 10
Durchschnittliche Dividendenerhöhung pro Jahr: 10,1 Prozent
Dividendenrendite 2013: 2,8 Prozent

Quelle: DZ Bank

Ein anderes Rezept lautet: Schnäppchen rein ins Portfolio und die großen Kursgewinner wieder raus. "Wir reiten weiter auf der Welle mit", sagt Alan Lancz, Präsident des Anlageberaters Alan B. Lancz & Associates. "Aber wir nehmen Gewinne mit bei den Überfliegern, die sich wirklich gut entwickelt haben, und kaufen in Bereichen, die in diesem Jahr nachgegeben und neue Tiefstände erreicht haben", sagt er. "Wir finden immer noch günstige Einstiegsgelegenheiten."

Welche Aktien die Analysten verschmähen - USA

Eli Lilly

Branche: Pharma

Analystenurteile: 21

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 24%

Yahoo

Branche: Internet

Analystenurteile: 34

davon positiv: 8

positiv in Prozent: 24%

Avon Products

Branche: Konsum

Analystenurteile: 17

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 24%

Dow Chemical

Branche: Chemie

Analystenurteile: 22

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 23%

Imperial Oil

Branche: Öl

Analystenurteile: 14

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 21%

Kellogg

Branche: Lebensmittel

Analystenurteile: 23

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 20%

Archer Daniels Midlands

Branche: Agrar

Analystenurteile: 15

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 20%

AMD

Branche: Halbleiter

Analystenurteile: 35

davon positiv: 7

positiv in Prozent: 20%

Lockheed Martin

Branche: Rüstung

Analystenurteile: 23

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 17%

Hewlett-Packard

Branche: Computer

Analystenurteile: 32

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 16%

Northrop Grumman

Branche: Rüstung

Analystenurteile: 21

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 14%

Best Buy

Branche: Handel

Analystenurteile: 24

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 8%

Quelle: Factset, DZ Bank

Von

rtr

Kommentare (2)

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nomenestomen

10.03.2013, 16:09 Uhr

Alles staats-(bürger-)finanzierte (s. U.S.- Haushaltsentwicklung)Zockerei, die mit der operativen Substanz von Unternehmen schon lange nichts mehr zu tun hat. Das ist ja gerade das Problem, man kann die Luft aus diesen Ballon nur ganz oder gar nicht rauslassen - also weiter Schulden und Indizes ins Bedeutungslose treiben und, ganz U.S. Amerikanisch, die Sache dann einem "Armageddon" überlassen oder das (vorläufige) Ende einer amerikanisch globalisierten Konsumgesellschaft selber einläuten. Die Entscheidung scheint einfach - siehe DJ und DAX.

Sebastian

10.03.2013, 18:36 Uhr

Ich denke Obama will die Verschuldung halbieren bis zum Ende seiner Amtszeit..?
Stattdessen faselt er was von einer 20 Billionen Obergrenze bis zu Ende 2016.
Also unter halbieren verstehe ich was anderes....!

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