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01.11.2013

21:44 Uhr

Börse New York

Wall Street dreht nach richtungslosem Handel ins Plus

An der Wall Street herrscht zum Ende der Woche Stillstand, nach einem richtungslosen Handel schloss die Börse in New York aber freundlich. Die Geldpolitik blieb das beherrschende Thema am Markt.

Trader in New York: Nachdem die Verunsicherung über die Laufzeit der Förderpolitik der US-Notenbank Fed die Kurse zuletzt gedrückt hatte, öffneten die Kurse an der Wall Street heute im Plus. Doch das schmolz schon bald dahin. Reuters

Trader in New York: Nachdem die Verunsicherung über die Laufzeit der Förderpolitik der US-Notenbank Fed die Kurse zuletzt gedrückt hatte, öffneten die Kurse an der Wall Street heute im Plus. Doch das schmolz schon bald dahin.

New York Die Wall Street hat am Freitag nach einem richtungslosen Handel freundlich geschlossen. Nach einer zweitägigen Serie mit Verlusten im Zuge der jüngsten Notenbank-Beschlüsse gaben unter anderem Schnäppchenjäger den Kursen Auftrieb. Zudem fielen Konjunkturdaten besser als erwartet aus. Der ISM-Index für die Industrie stieg im Oktober auf 56,4 Punkte - den höchsten Stand seit zweieinhalb Jahren. "Diese Entwicklung ist schon erstaunlich vor dem Hintergrund des dreiwöchigen Stillstands der US-Verwaltung", sagte Analyst Jens Klatt vom Brokerhaus FXCM. "In der Industrie und dort vor allem in den Auftragseingängen hat dieser Haushaltsstreit offenbar keine Spuren hinterlassen."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg 0,5 Prozent auf 15.615 Punkte. Im Handelsverlauf bewegte sich das Marktbarometer zwischen 15.543 und 15.649 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,3 Prozent auf 1761 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 0,1 Prozent auf 3922 Punkte.

Im Wochenvergleich legte der Dow um 0,3 Prozent und der S&P um 0,1 Prozent zu, während der Nasdaq um 0,5 Prozent nachgab. In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent schwächer bei 9008 Zählern aus dem Handel. "Die Abschläge waren reine Gewinnmitnahmen nach der jüngsten Rally und eigentlich überfällig", sagte ein Händler. Im Wochenverlauf hat der Leitindex 0,2 Prozent und damit die vierte Woche in Folge zugelegt.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Bei den US-Einzelwerten standen die Papiere von Chevron und First Solar im Mittelpunkt. Der Ölkonzern enttäuschte mit einem Quartalsergebnis unter den Markterwartungen. Die Aktie fiel um 1,6 Prozent. Bei der Solarfirma First Solar lief es hingegen besser. Das Unternehmen hob seine Gewinnziele für das Gesamtjahr an. Die Aktie sprang um mehr als 17 Prozent in die Höhe.

Übernahmespekulationen trieben unterdessen die Aktien des britischen Telekomkonzerns Vodafone an. Einem Bloomberg-Bericht zufolge entwickelt der US-Telekommunikationsriese AT&T Strategien für eine mögliche Übernahme der Briten. Vodafone-Aktien stiegen an der Londoner Börse um 3,6 Prozent. Die Titel der Amerikaner bewegten sich dagegen kaum.

Auf den Verkaufslisten der Börsianer standen die Anteilsscheine von AIG. Der US-Versicherer kämpft weiter mit Problemen in seiner Sach- und Haftpflichtsparte. Die Nettoprämien in dem Bereich sanken im dritten Quartal um vier Prozent auf 8,43 Milliarden Dollar. Die AIG-Aktie brach um mehr als sechs Prozent ein.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 810 Millionen Aktien den Besitzer. 1355 Werte legten zu, 1641 gaben nach und 94 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 1043 im Plus, 1492 im Minus und 106 unverändert.

Von

rtr

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