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26.06.2012

22:39 Uhr

Börse New York

Wall Street erholt sich vor EU-Gipfel leicht

Gedämpfter Optimismus an der Wall Street. Nach unruhigem Handel haben die US-Börsen im Tagesverlauf wieder Tritt gefasst. Sorge bereiteten allerdings die hohen Zinsen, die Spanien derzeit für frisches Geld bieten muss.

Die Welle schlechter Nachrichten aus Europa reißt nicht ab. Anleger üben sich in Zurückhaltung und Händler zeigen sich skeptisch. dapd

Die Welle schlechter Nachrichten aus Europa reißt nicht ab. Anleger üben sich in Zurückhaltung und Händler zeigen sich skeptisch.

DüsseldorfNach den Kursverlusten im Zuge aufflammender Euro-Sorgen haben die US-Börsen am Dienstag wieder Tritt gefasst. Der Optimismus blieb in einem unruhigen Handel allerdings gedämpft, vor allem weil das klamme Spanien Investoren immer höhere Zinsen für frisches Geld bieten muss. Die Refinanzierungskosten der viertgrößten Volkswirtschaft der Euro-Zone haben sich zuletzt nahezu verdreifacht. Allerdings werteten Portfolio-Manager wie James Dailey vom TEAM Asset Strategy Fund die Zuwächse nicht als nachhaltig: "Die Gewinne könnten jede Minute verschwinden."

Die Investoren warten nun darauf, ob das Treffen der Finanzminister aus Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien am Abend in Paris sowie die Beratungen der EU-Staats- und Regierungschefs am Donnerstag und Freitag für Entspannung sorgen werden. "Der Markt achtet nun auf jede Bemerkung, die in den nächsten Tagen gemacht wird und aus der geschlossen werden kann, was bei dem Gipfel herauskommen wird", sagte Ken Polcari von ICAP Equities in New York. Die Skepsis über die Entschlossenheit der EU zu handeln, hatte die Anleger am Vortag in Scharen zum Rückzug getrieben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,3 Prozent bei 12.534 Punkten. Das Leitbarometer pendelte im Handelsverlauf zwischen 12.452 und 12.576 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei knapp 1320 Punkten, ein Aufschlag von 0,5 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent und ging mit 2854 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Plus von 0,1 Prozent mit 6136 Punkten aus dem Handel.

Schwächere Konjunkturdaten belasteten den Handel und hielten die Zuwächse in Grenzen. Die Stimmung der US-Konsumenten trübte sich im Juni stärker als erwartet ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank auf 62,0 Punkte von revidiert 64,4 Zählern im Mai, wie das Forschungsinstitut Conference Board mitteilte. Damit ist der Index bereits den vierten Monat in Folge gefallen. Zugleich zeigt es nun den niedrigsten Wert seit Januar an.

Allerdings stiegen die Preise für Einfamilienhäuser dem viel beachteten Index von Standard & Poor's/Case-Shiller zufolge den dritten Monat in Folge. Auch die Einzelhändler-Ketten verbuchten zwei Indikatoren zufolge ein weiteres Umsatzplus von rund zwei Prozent für die vergangene Woche, so dass der Juni für sie ein guter Monat werden dürfte. Die Papiere des weltweit größten Einzelhändlers Wal-Mart gewannen 0,6 Prozent.

Die Aktien des Medienkonzerns News Corp kletterten mehr als acht Prozent, nachdem der Medienmogul Rupert Murdoch ankündigte, über eine Aufspaltung in zwei getrennte börsennotierte Einheiten nachzudenken. Mehreren mit den Plänen vertrauten Personen zufolge soll das lukrative Film- und Fernsehgeschäft von den Zeitungen und Verlagen der Gruppe getrennt werden, die langsamer wachsen und wesentlich weniger Umsätze einfahren. Anteilseigner drängen News Corp seit längerem, das Zeitungsgeschäft abzustoßen, nachdem ein Abhörskandal das Unternehmen in seinen Grundfesten erschütterte und den Konzern zwang, die geplante Übernahme des Pay-TV-Senders BSkyB abzublasen.

Energiewerte profitierten von einem Anstieg des Ölpreises der Sorte Brent um zwei Prozent.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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