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07.01.2014

23:04 Uhr

Börse New York

Wall Street erlebt erste Rally im neuen Jahr

Der deutsche Arbeitsmarkt konnte die US-Börsianer am Dienstag positiv stimmen. JP Morgan straften sie jedoch ab - die Großbank muss im Zusammenhang mit dem Madoff-Skandal eine Milliardenstrafe zahlen.

Positive Zahlen aus Europa sorgen für eine freundliche Stimmung auf dem New Yorker Handelsparkett. ap

Positive Zahlen aus Europa sorgen für eine freundliche Stimmung auf dem New Yorker Handelsparkett.

New YorkDie unerwartet gute Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt und der deutliche Rückgang des US-Handelsdefizits haben die Wall-Street-Anleger am Dienstag in Kauflaune gebracht. "Die Daten aus Europa sind nicht schlecht, das stimmt optimistisch", erklärte Kim Forrest von der Fort Pitt Capital Group. Ein Exportrekord bescherte den USA im November zudem das niedrigste Handelsdefizit seit vier Jahren, womit auch hier die Zeichen auf Stärkung der Wirtschaft stehen. Fest im Blick hatten die Investoren die Papiere von JPMorgan. Die Börsianer straften das Institut für seinen insgesamt mehr als zwei Milliarden Dollar schweren Vergleich ab, mit dem die ehemalige Hausbank von Finanzjongleur Bernard Madoff den Rechtsstreit um Geldwäsche-Vorwürfe hinter sich lassen will.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 16.562 und einem Tief von 16.429 Punkten. Er schloss mit einem Plus von 0,6 Prozent auf 16.530 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich ebenfalls um 0,6 Prozent und verabschiedete sich auf einem Stand von 1837 Punkten. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte knapp ein Prozent zu auf 4153 Stellen. In Frankfurt übersprang der Dax die psychologisch wichtige Marke von 9500 Punkten und ging 0,8 Prozent fester bei 9506 Zählern in den Feierabend.

In Deutschland ging die Arbeitslosenrate saisonbereinigt überraschend zurück. In den USA übertrafen die Einfuhren die Ausfuhren nur noch um 34,3 Milliarden Dollar, wie das Handelsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Die Lücke verringerte sich damit um 12,9 Prozent. Experten hatten mit einem Defizit von 40 Milliarden Dollar gerechnet. Weil aus den USA sonst am Dienstag kaum konjunkturelle Neuigkeiten erwartet wurden, richteten viele Anleger ihren Blick bereits auf das jüngste Protokoll der US-Notenbank Federal Reserve, das am Mittwoch veröffentlicht werden soll. Zudem stehen in dieser Woche der Beginn der US-Berichtsaison und am Freitag der mit Spannung erwartete Einblick in den heimischen Jobmarkt an.

JPMorgan-Papiere verbilligten sich nach Bekanntwerden des Vergleichs im Madoff-Fall um 1,2 Prozent. Die Milliardenzahlung schlägt bei JPMorgan einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC zufolge auf das vierte Quartal durch. Demnach verringern die Vergleiche mit dem Justizministerium und einer Finanzaufsicht sowie zur Beilegung zweier zivilrechtlicher Klagen den Nettogewinn um insgesamt rund 850 Millionen Dollar.

Die Gunst der Anleger galt dagegen vor allem Titeln aus dem Medizinsektor, nachdem die Deutsche Bank UnitedHealth heraufgestuft hatte. Der Dow-Wert wurde daraufhin 3,1 Prozent höher gehandelt und zog andere aus der Branche mit nach oben.

Die Titel von Neurocrine Biosciences schossen fast 90 Prozent in die Höhe, nachdem das Unternehmen Erfolge in einer klinischen Studie mit einem seiner Medikamente vermeldet hatte. Aus einem ähnlichen Grund verbuchte der Medizingeräte-Hersteller Stereotaxis ein Plus von knapp 13 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 694 Millionen Aktien den Besitzer. 2007 Werte legten zu, 999 gaben nach und 131 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von etwa 2,3 Milliarden Aktien 1810 Titel im Plus, 774 im Minus und 109 unverändert.

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