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30.05.2013

22:23 Uhr

Börse New York

Wall Street geht mit Gewinnen aus dem Handel

Die Geldflut der Notenbanken hebelt alle Gesetze der Börse aus. Auf schwache US-Konjunkturdaten reagieren Händler mit Begeisterung. Das neue Motto sei „Kauf bei schwachen Daten - diese halten die Fed bei der Stange“, sagte ein Experte.

Händler auf dem Parkett der New York Stock Exchange. ap

Händler auf dem Parkett der New York Stock Exchange.

New YorkSchwache US-Konjunkturdaten haben am Donnerstag an der Wall Street die Furcht vor einer Straffung der Geldpolitik zerstreut und die Kurse gestützt. Die Wirtschaftsleistung der weltgrößten Volkswirtschaft legte im ersten Quartal mit 2,4 Prozent etwas weniger stark zu als zunächst berechnet. Zudem fielen die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend hoch aus.

„Das Motto lautete zuletzt: Kauf bei schwachen Daten - diese halten die Fed bei der Stange“, erklärte Dan McMahon von Raymond James. Die US-Notenbank hat wiederholt deutlich gemacht, dass sie den Geldhahn langsam zudrehen wird, wenn sich Wirtschaft und Arbeitsmarkt ausreichend robust präsentieren.

„Vor September werden wir keine wirkliche Klarheit über den weiteren Kurs der Fed haben“, sagte Randy Frederick von Charles Schwab. Bis dahin werde es immer wieder recht deutliche Schwankungen geben.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 0,1 Prozent auf 15.324 Punkte zu. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,4 Prozent auf 1654 Zähler. Der Index der technologielastigen Nasdaq schloss 0,7 Prozent höher bei 3491 Punkten.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Am Mittwoch hatten die drei Börsenbarometer noch deutlich nachgegeben, weil sich die Investoren angesichts starker Konjunkturdaten auf ein Ausklingen der Konjunkturhilfen gefasst gemacht hatten. Der Dax verabschiedete sich 0,8 Prozent fester bei 8400,20 Punkten in den Feierabend.

Eine Übernahmeofferte der Investorenlegende Warren Buffett trieb NV Energy knapp 23 Prozent in die Höhe. Buffetts Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway will den Stromversorger für 5,6 Milliarden Dollar kaufen.

Clearwire legten sogar 29 Prozent zu. Um den Anbieter von Internet-Zugängen per Mobilfunk liefern sich der Satellitenfernsehen-Betreiber Dish und der Telekom-Konzern Sprint einen milliardenschweren Bieter-Wettstreit. Dish gewannen 0,7 Prozent, Sprint 0,8 Prozent. Pikant ist, dass sich Dish derzeit auch um eine Übernahme von Sprint bemüht und dafür 25,5 Milliarden Dollar lockermachen will.

EMC zogen fünf Prozent an. Die Aktionäre des Datenspeicherspezialisten freuten sich über die Einführung einer Quartalsdividende und eine Aufstockung des Aktienrückkauf-Programms. Auch die Titel des Chipherstellers Avago gehörten mit einem Plus von knapp zehn Prozent zu den Gewinnern des Tages, weil das Unternehmen eine unerwartet optimistische Geschäftsprognose wagte.

Davon profitierten auch andere Unternehmen der Branche, so dass der Halbleiter-Index 1,5 Prozent gewann. Die Titel von Facebook reagierten mit einem Kurssprung von fünf Prozent auf Kaufempfehlungen zweier Broker.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,71 Milliarden Aktien den Besitzer. 1765 Werte legten zu, 1208 gaben nach und 121 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,78 Milliarden Aktien 1728 im Plus, 772 im Minus und 84 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (5)

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Haase

30.05.2013, 16:20 Uhr

Je schlechter die Konjunktur umso besser die Börsen. Schliesslich verlässt man
sich ja auf die FED. Ein Geldsystem was für normal denkende Menschen unvorstellbar
ist. Was ist die reale Wirtschaft eigentlich wert

Boersenfuzzi

30.05.2013, 17:12 Uhr

Jeder faked die Zahlen so wie er sie gerne hätte...
BIP + 2,4 expected 2,5...das ist doch ne Lachnummer.

Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe 345.000. Erwartet wurden 341.000 nach 340.000 in der Vorwoche.
Das sind 4000 Differenz. In einem Land von der Größe der USA ist das doch ein Witz.

Man klammert sich an jeden Strohhalm der das Geld weiter fliessen lässt.Einfach nur noch lächerlich.

Account gelöscht!

30.05.2013, 18:08 Uhr

Früher war´s umgekehrt-schlechte News-schlechte Kurse,heute gute News -schlechte Kurse,schlechte News-gute Kurse.Ja früher..als der Dow das letzte mal am ATH stand ,hatten wir auch 4,5% Zinsen in 07,2000 als er bei 11000 stand gar 6,5%-heute steht er bei über 15300,nahe am ATH und wir haben 0,00-0,25%, das ist doch ein Irrsinn hoch drei -oder was meinen Sie dazu? Wenn Bernanke nicht bald anzieht,haben wir bald die größte Blase aller Zeiten,denn jede Blase platzt irgendwann-mit ungeahnten Folgen.

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