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13.04.2017

23:47 Uhr

Börse New York

Wall Street geht mit Verlust ins Osterwochenende

Am Gründonnerstag hat erneut Donald Trump die US-Märkte bewegt – und den Dollarkurs. Der Abwärtstrend drückte wider Erwarten sogar die Kurse dreier Großbanken. Doch es gab auch einen Durchstarter.

Vor der New York Stock Exchange an der Wall Street. AFP

US-Börsen

Vor der New York Stock Exchange an der Wall Street.

New YorkDie Wall Street hat vor dem Osterwochenende deutlich im Minus geschlossen. Am Donnerstag stand in New York zunächst die Kritik von US-Präsident Donald Trump an der Stärke des Dollars im Fokus, die den Kurs der Währung zeitweise auf den tiefsten Stand seit zwei Wochen drückte.

Allerdings ließ der Effekt im Laufe des Handels nach. Die geopolitische Lage blieb dagegen weiter im Fokus der Anleger und konnte auch durch unerwartet starke Quartalszahlen von großen US-Banken nicht ausgeglichen werden.

Der Dow-Jones-Index fiel um 0,7 Prozent auf 20.453 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 gab ebenfalls um 0,7 Prozent auf 2329 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,5 Prozent auf 5805 Zähler. Im Wochenrückblick sank der Dow um ein Prozent, der S&P um 1,1 Prozent und die Nasdaq um 1,2 Prozent. In den USA bleibt die Börse am Freitag geschlossen, der Handel wird am Montag fortgesetzt. Der Dax verlor 0,4 Prozent auf 12.109 Punkte, der EuroStoxx50 büßte 0,6 Prozent auf 3448 Zähler ein.

"Trumps Wunsch nach einem schwächeren Dollar war eine klare 'America first'-Intervention", sagte Anlageexperte Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Zudem machen politische Spannungen in Syrien und Nordkorea, die bevorstehende Präsidentschaftswahl in Frankreich und das Verfassungsreferendum in der Türkei am Ostersonntag Investoren nervös.

Trump-Effekt: Optimismus ist (vorerst) weiter angebracht

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Optimismus ist (vorerst) weiter angebracht

Kritiker fürchten, der von Trump ausgelöste Push neige sich dem Ende zu. Die Quartalszahlen von JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo sagen das Gegenteil. Der Trump-Trade ist intakt – noch. Ein Kommentar.

Finanzwerte gehörten neben Aktien von Energiekonzernen zu den größten Verlierern. Dabei hatten die Anleger zunächst noch positiv auf die Quartalsergebnisse von JPMorgan Chase und der Citigroup reagiert, nachdem sich die Banken als Profiteure der unsicheren Zeiten erwiesen hatten.

Weil vor wichtigen Wahlen in Europa und Notenbank-Entscheidungen mehr gehandelt wurde, hatten bei dem stark aufs Kapitalmarktgeschäft ausgerichteten US-Finanzkonzern JPMorgan im ersten Quartal die Kassen überraschend stark geklingelt. „Wir hatten einen guten Start ins Jahr“, sagte Bankchef Jamie Dimon am Donnerstag in New York. Auch Citigroup hatte besser abgeschnitten als von Experten erwartet worden war.

Großbanken verlieren trotz überraschend guter Quartalszahlen

Letztlich verloren JPM-Papiere aber 1,2 Prozent und Citi-Aktien büßten 0,8 Prozent ein. Wells Fargo sanken gar um 3,3 Prozent. Das von einem Skandal um fingierte Konten betroffene Geldhaus hatte mit der Ertragsentwicklung im ersten Quartal die Erwartungen von Experten enttäuscht. Der höhere Überschuss versöhnte die Anleger nicht.

Deutlich nach oben mit 2,4 Prozent ging es dagegen für Tesla. Der Elektroautobauer kündigte für September die Vorstellung eines Sattelzugs an.

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Ein erfolgreiches Börsendebüt feierte Yext. Die Papiere des Softwarespezialisten für intelligente, standortbezogene Onlinesuche kostete in der Spitze 14,25 Dollar, nachdem sie den neuen Aktionären zu 11 Dollar eingebucht worden waren. Letztlich konnten sie sich bei 13,41 Dollar immer noch über einen Buchgewinn von fast 22 Prozent freuen. Der Börsenwert von Yext beträgt gut 1,1 Milliarden Dollar.

Der Euro gibt wieder nach

Der Euro gab die Kursgewinne vom Vortag wieder ab und kostete 1,0618 US-Dollar. Tags zuvor hatte US-Präsident Donald Trump die eigene Währung als zu hoch bezeichnet und damit geschwächt. An der New York Stock Exchange wechselten rund 752 Millionen Aktien den Besitzer. 809 Werte legten zu, 2081 gaben nach, und 172 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,57 Milliarden Aktien 873 Werte im Plus, 1954 im Minus und 240 unverändert.

Auch bei den US-Staatsanleihen stand Trump im Fokus. Die zehnjährigen Papiere stiegen um 18/32 auf 100-5/32. Sie rentierten mit 2,23 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 26/32 auf 102-7/32 und hatten eine Rendite von 2,89 Prozent.

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