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21.10.2013

23:59 Uhr

Börse New York

Wall Street hält Rekordniveau

In Erwartung ausstehender neuer Arbeitsmarktzahlen gab es an US-Börsen kaum Bewegung. Hoffnung auf gute Firmenbilanzen hielten die Kurse allerdings im Rekordbereich.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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New YorkHoffnungen auf weitere ermutigende Quartalsbilanzen haben zum Wochenstart die Wall Street gestützt. Das breit gefasste Marktbarometer S&P 500 pendelte um seinen am Freitag markierten Rekord-Schlusskurs. Dazu hatten vorige Woche Ergebnisse von Schwergewichten wie Google und Morgan Stanley sowie die Abwendung eines Zahlungsausfalls der US-Regierung beigetragen.

Nun warten Anleger auf Konjunkturdaten, deren Veröffentlichung wegen des vorübergehenden Stillstands der Verwaltung verschoben wurde, und auf neue Firmenzahlen. „Es ist zu früh um zu sagen, ob die Ergebnisse stark sind“, sagte Investmentstratege David Carter von Lenox Wealth Advisors. „Bislang reicht es weder um begeistert zu sein noch um nervös zu werden.“ Die Umsatzentwicklung der Unternehmen sei zwar nur mäßig. „Aber die Bewertungen bleiben attraktiv, daher bleiben wir optimistisch, was Aktien angeht.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab gut sieben Punkte ab und schloss mit 15.392 Zählern. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen den Marken von 15.362 und 15.410. Der S&P trat bei 1744 Zählern auf der Stelle. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legte 0,15 Prozent auf 3920 Punkte zu. Die Nasdaq wurde von Apple angehoben, die rund 2,5 Prozent zulegten. Die Analysten von Societe Generale empfehlen die Papiere zum Kauf. Auch der Dax bewegte sich kaum vom Fleck. Er schloss bei 8867 Punkten.

So beeinflussen die USA die weltweiten Börsen

Warum steigen die Börsenkurse trotz des US-Haushaltsstreits?

Erstmals in seiner 25-jährigen Geschichte knackte der Dax in dieser Woche die Marke von 8800 Punkten, auch an anderen Aktienmärkten ging es nach oben. Getrieben wurden die Kurse von der Hoffnung der Anleger, dass im Haushaltspoker in Washington noch eine Lösung gefunden wird. Doch das ist nicht der einzige Grund.

Was bewegt die Börsen sonst noch?

Die Notenbanken fluten die Märkte mit extrem billigem Geld, damit soll die Konjunktur angeregt werden. Die Hoffnung auf Kursgewinne und Dividenden in Zeiten extrem niedriger Zinsen locken Investoren seit Monaten an den Aktienmarkt. „Die Finanzmarktexperten bleiben optimistisch. Ein größerer Einfluss des Streits über die Schuldenobergrenze in den USA ist derzeit nicht sichtbar“, sagt ZEW-Präsident Clemens Fuest. Zudem sorgt der Beginn der Berichtssaison mit guten Zahlen einiger US-Konzerne für Lichtblicke.

Wie lange pumpen die Notenbanken noch billiges Geld in den Markt?

Ein rascher Ausstieg aus der lockeren Geldpolitik ist angesichts der schwachen Konjunktur weder bei der US-Notenbank Fed noch bei der Europäischen Zentralbank wahrscheinlich. Im Gegenteil: Die EZB hatte klar gemacht, dass sie den Geldhahn so schnell nicht zudrehen wird.

Hatte die Fed nicht die Drosselung ihrer Anleihenkäufe angekündigt?

Notenbankchef Ben Bernanke hatte im Juni in Aussicht gestellt, die Anleihenkäufe noch in diesem Jahr zurückzufahren und Mitte 2014 eventuell auslaufen zu lassen - vorausgesetzt, die Konjunktur zieht an. Doch die Fed kauft weiter jeden Monat Anleihen im Wert von 85 Milliarden Dollar (63,6 Milliarden Euro). Da Etatstreit und Verwaltungsstillstand das Wachstum bremsen dürften, könnte der Einstieg in den Ausstieg auch in den USA noch auf sich warten lassen. „Wenn die Etatschlacht Wirtschaft und Finanzmärkte zu hart trifft, dürfte die Drosselung der Anleihenkäufe auf März verschoben werden“, schätzt Unicredit-Ökonomin Chiara Silvestre.

Was passiert, wenn es keine Einigung gibt?

Je länger die Hängepartie dauert, umso nervöser dürften die Märkte werden. Sobald ernsthafte Zweifel an der Zahlungsfähigkeit der USA aufkämen, sei mit schwersten Erschütterungen zu rechnen, sagen Experten. Ökonom Brian Horrigan von Natixis Global Asset Management warnt vor einem Absturz: „Die Kombination aus einer Panik im Finanzsektor mit plötzlichen, tiefen Einschnitten bei den Staatsausgaben und steigender Unsicherheit könnten leicht zu einer Rezession führen.“ Die Ratingagentur Fitch droht den USA mit dem Verlust ihres Spitzenratings. Fitch fürchtet, dass die Regierung ihre Angestellten im schlimmsten Fall nicht mehr bezahlen kann und Sozialleistungen ausbleiben: „All das würde die Wahrnehmung der US-Kreditwürdigkeit sowie die Wirtschaft beschädigen.“ Für die Ratingexperten wäre aber am schlimmsten, wenn das Vertrauen in das System und in den Dollar als weltweite Reservewährung verloren ginge.

Wie lange kann die Hängepartie dauern?

An diesem Donnerstag ist die Schuldengrenze erreicht: Wenn sich die politischen Lager nicht auf eine Anhebung verständigen, dürfen sich die Vereinigten Staaten kein neues Geld mehr am Kapitalmarkt leihen. Mit dem Stichtag ist aber nicht automatisch Schluss: Dem Staat bleiben dann noch rund 30 Milliarden Dollar an Barreserven, um seine Verpflichtungen zu erfüllen. Das ist allerdings zu wenig, um zum Beispiel bald anstehende 60 Milliarden Dollar an Rentenzahlungen zu leisten. Ohne neue Kredite würde es danach richtig ernst, auch um die Zinsen und Tilgungen für US-Staatspapiere zu zahlen.

Ist bei einer Einigung alles im Lot ?

Das Image der USA als Weltmacht ist bereits angekratzt. Die Streitereien untergraben das Vertrauen in das Funktionieren des politischen Systems. Hinzu kommen ökonomische Folgen. „Untersuchungen zeigen, dass die Konjunktur durch einen Anstieg der politischen Unsicherheit zumindest vorübergehend erheblich gedämpft werden kann“, erklärt Ökonom Nils Jannsen vom Institut für Weltwirtschaft (IfW). Unternehmen hielten sich mit Investitionen zurück, Verbraucher zögerten größeren Anschaffungen hinaus. Erste Ökonomen haben bereits ihre Prognosen für die weltgrößte Volkswirtschaft gesenkt.

Was bedeutet das für die Anleger?

Die Börsen sind nervös. Am Dienstag sorgte die Hoffnung auf eine Einigung im Haushaltsstreit für einen Höhenflug. Doch die Luft ist dünn. Weil sich der Poker am Mittwoch hinzog, erstarrten die Börsianer wie das Kaninchen vor der Schlange. Privatanleger sollten sich derzeit also gut überlegen, ob sie ein- oder aussteigen wollen. Doch alternative Anlagen sind weiter unattraktiv. Das Sparbuch wirft so gut wie nichts mehr ab, Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität wie Deutschland bringen mickrige Erträge, meist unter der Inflationsrate.

McDonald's -Papiere fielen um 0,6 Prozent. Die Restaurantkette verfehlte mit ihrem Umsatz die Markterwartungen, und auch der Ausblick auf das laufende Quartal enttäuschte die Anleger. Texas Instruments tendierten knapp 0,7 Prozent höher. Der Vierteljahresbericht des Chipherstellers wurde nach Börsenschluss erwartet.

Im Blick standen auch Finanzwerte. Am Wochenende war durchgesickert, dass die größte US-Bank JPMorgan Chase sich mit dem Justizministerium wegen riskanter Hypotheken-Geschäfte auf eine Rekordstrafe von 13 Milliarden Dollar geeinigt hat. Die Aktie schloss fast unverändert.

Um mehr als acht Prozent ging es für Papiere der Kaufhauskette J.C. Penney abwärts. Die Analystin Mary Ross Gilbert von Imperial Capital hatte ihr Kursziel für die Aktie auf einen Dollar von zuvor fünf Dollar gesenkt. Penney-Aktien notierten mit 6,42 Dollar.

Hasbro -Titel stiegen um mehr als fünf Prozent auf ein Allzeithoch. Der Spielzeughersteller hatte in der abgelaufenen Drei-Monats-Periode besser abgeschnitten als erwartet. Die Aktien von Tellabs stiegen um rund 4,7 Prozent. Der Telekomausrüster wird für 891 Millionen Dollar von dem Finanzinvestor Marlin Equity Partners übernommen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 1444 Werte legten zu, 1514 gaben nach, und 124 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,75 Milliarden Aktien 1230 im Plus, 1322 im Minus und 93 unverändert.

Von

rtr

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