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03.12.2011

12:55 Uhr

Börse New York

Wall Street hofft auf Europa

Die Anleger an der Wall Street schwanken zwischen Hoffen und Bangen, wenn in der nächsten Woche die EU-Mitgliedstaaten um die Zukunft der Euro-Zone ringen. Gerade das Treffen von Merkel und Sarkozy gilt als wegweisend.

Die Anleger an der Wall Street setzen große Hoffnungen auf das Treffen von Merkel und Sarkozy am Montag. dapd

Die Anleger an der Wall Street setzen große Hoffnungen auf das Treffen von Merkel und Sarkozy am Montag.

New YorkEuropa, Europa und wieder Europa - an den US-Börsen dürfte die Schuldenkrise am anderen Ende des Atlantiks erneut im Mittelpunkt des Interesses stehen. Zwischen Hoffen und Bangen schwanken die Anleger, wenn die Europäische Union (EU) in der kommenden Woche um die Zukunft ihrer Währungsunion ringt.

Gleich am Montag wollen Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy gemeinsame Vorschläge für den EU-Gipfel erarbeiten. Von diesem Treffen versprechen sich nicht wenige US-Investoren, dass endgültig die Weichen für einen Ausweg aus der Schuldenmisere gestellt werden. Positive Signale aus Europa bescherten dem S&P 500 schon in der vergangenen Woche die beste Bilanz seit über zwei Jahren. Um satte 7,4 Prozent kletterte der Index in die Höhe, nachdem die Zentralbanken die Finanzmärkte in einer koordinierten Aktion mit Geld geflutet hatten.

Der neue Chef der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, signalisierte zudem Bereitschaft zu mehr Engagement der EZB - vorausgesetzt, die EU schafft bei ihrem Gipfel einen Durchbruch. Und damit konzentrieren sich die US-Börsianer abermals auf das Geschehen in Europa, das sich schon im gesamten Herbst als die treibende Kraft beim Auf und Ab der Wall Street erwiesen hatte. „Nächste Woche blicken alle auf den anstehenden Gipfel“, sagte Ken Polcari von ICAP Equities in New York. „Aber man darf nicht vergessen, dass dies bereits der 15. Gipfel der Krise ist.“

Immer wieder schürten solche Treffen die Erwartungen der Marktteilnehmer, und immer wieder seien sie enttäuscht worden. Doch obwohl die Nervosität groß bleibt, macht sich angesichts der jüngsten Schritte in Europa bei immer mehr US-Anlegern neuer Optimismus breit. Der Vergleich mit dem Bankrott der US-Investmentbank Lehman Brothers auf dem Höhepunkt der Finanzkrise liegt für sie auf der Hand.

Die Europäer schienen schließlich doch den Ernst der Lage zu erkennen, sagte Phil Orlando von Federated Investors. „Sie machen sich endlich klar, dass dies ihr Lehman-Ereignis ist und sie dasselbe tun müssen, wie wir damals in der Zeit von 2007 bis 2009.“ Skeptiker führen aber noch ins Feld, dass die als positiv gewerteten Entscheidungen der Politik auch noch in die Tat umgesetzt werden müssen. Und dies könnte angesichts der drohenden Rezession im kommenden Jahr schwierig werden, sagte Nicholas Colas von ConvergEx.

Von den Konjunkturdaten der kommenden Woche können sich die Anleger kaum ein Gegengewicht zur Europa-Angst erhoffen, die an der Wall Street umgeht. Zu den wenigen wichtigen Zahlen, die in den nächsten Tagen veröffentlicht werden, gehören der Einkaufsmanagerindex Dienstleistungen am Montag, die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe am Donnerstag und die Handelsbilanz vom Oktober am Freitag.

Von

rtr

Kommentare (1)

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AndreAdrian

03.12.2011, 19:30 Uhr

Erwartungen der Marktteilnehmer

Was erwarten die Marktteilnehmer eigentlich? Man kann auf Dauer nicht mehr Geld ausgeben, als man einnimmt. Diese Regel wurde seit Jahrzehnten ignoriert. Erwarten die Marktteilnehmer das die Lüge weiter gelebt wird? Das mag gut für die Finanzjongleure wie Daytrader oder Hedgefonds sein, es passt aber nicht zu einem dauerhaft funktionierenden Wirtschaftskreislauf. Das beste was uns passieren kann sind etliche Jahre Inflation. Über diese Inflation wird hoffentlich die heutige Geldblase, welche keine echten Gegenwerte hat, wieder kleiner. Hoffentlich verkleinert die Inflation auch den Unterschied zwischen Arm und Reich. Wird der Unterschied zwischen den finanziellen Möglichkeiten der Menschen zu gross ist das Sprengstoff für den Frieden.

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