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28.07.2012

16:18 Uhr

Börse New York

Wall Street hofft auf Schützenhilfe der Zentralbanken

Die Wall Street steht kommende Woche ganz im Bann der Notenbanken. Von Fed und EZB erhoffen sich die Anleger positive Impulse im Kampf gegen die schwächelnde US-Konjunktur und die Eurokrise. Auch Apple steht im Fokus.

Wertpapierhändler an der Wall Street. dapd

Wertpapierhändler an der Wall Street.

New YorkDie Wall Street steht in der neuen Woche ganz im Bann der Notenbanken. Die Börsianer knüpfen große Erwartungen an die Sitzungen der amerikanischen Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB). Von der Fed versprechen sie sich weitere Stimuli zur Ankurbelung der stotternden Konjunktur, von der EZB einen Befreiungsschlag im Kampf gegen die Schuldenkrise.

Besondere Hoffnungen ruhen auf EZB-Chef Mario Draghi, der vor einigen Tagen für Furore an den Märkten gesorgt hatte. Die EZB werde alles tun, was in ihrer Macht steht, um den Euro zu retten, versprach Draghi. Investoren setzen nun darauf, dass die Zentralbank sich zu neuen Staatsanleihenkäufen durchringt, um die Zinslast Spaniens und Italiens zu senken. Draghi wird die Ergebnisse des turnusmäßigen EZB-Ratstreffens am Donnerstag auf einer Pressekonferenz erläutern.

Den Anfang macht allerdings die Fed, die am Mittwochabend (MESZ) ihre geldpolitische Erklärung veröffentlicht. Sie hat bereits zwei Runden von Anleihenkäufen gestartet, um die Wirtschaft mit frischem Geld zu versorgen. Nun steht ein drittes Programm zur sogenannten quantitativen Lockerung (QE3) zur Debatte, denn die jüngsten Konjunkturdaten waren meist schwach. Weitere Aufschlüsse über die Wirtschaftsentwicklung gibt der monatliche Arbeitsmarktbericht der Regierung, der am Freitag vorgelegt wird.

Vor den Notenbankentscheidungen dürften sich die Markteilnehmer heftig darum rangeln, die richtigen Positionen einzunehmen. Am Mittwoch könnte es daher bereits vor der Fed-Mitteilung zu kräftigen Kursgewinnen an den Börsen kommen. So zumindest war es häufig in der Vergangenheit, insbesondere vor Ankündigung der Programme QE1 und QE2.

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Die Anleger deckten sich vorsorglich in größerem Umfang mit Aktien ein, um davon profitieren zu können, wenn die Kurse nach Bekanntgabe der neuen Konjunkturhilfen in die Höhe schießen. „Die Leute in diesem Geschäft wollen vor Großereignissen gerne vorne mit dabei sein, vor allem wenn diese sehr, sehr positiv für die Märkte sein könnten“, erläutert Aktienstratege Brian Reynolds von Rosenblatt Securities. Vor einem Fed-Treffen seien daher Wetten auf sinkende Kurse sehr riskant, ergänzt Händler Dennis Dick von Bright Trading.

Andere Impulse könnte in der neuen Woche die laufende Berichtssaison setzen. Quartalsbilanzen stehen etwa von Schwergewichten wie AIG, Kellogg, Procter & Gamble, Kraft Foods, Pfizer, MasterCard und General Motors an. Ebenfalls auf dem Radar der Anleger steht ein Gerichtsprozess in Kalifornien im Patentstreit zwischen Apple und Samsung. Das Ergebnis könnte weitreichende Folgen für den Markt für Smartphones und Tablet-Computer haben, auf dem sich die beiden Konzerne einen erbitterten Wettkampf liefern.

Von

rtr

Kommentare (9)

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Teufelszeug

28.07.2012, 16:47 Uhr

Staatsanleihe kaufen, Zinsen für Kredite der Staaten senken und, und, und ....
Nur nicht Sparen, Schulden abbauen und wie das Teufelszeug noch so heißt.
Die Zocker und sogenannten Staatenlenker sind doch von allen guten Geistern verlassen!

Ludwig500

28.07.2012, 16:48 Uhr

Wie wäre es zur Abwechslung mal damit, die Bevölkerung mit frischem Geld zu versorgen?

Immer nur die Märkte. Finde ich total ungerecht. Warum nicht mal 1 Mio Euro für jeden Erdenbürger drucken? Die Wirtschaft wird angekurbelt, Sozialleistungen können zeitweise ausgesetzt werden, Immobilien stossen wieder auf Nachfrage, Kriminalität wird gesenkt, keine Armut mehr.

Edelzwicker

28.07.2012, 17:08 Uhr

Ich kann gar nicht glauben, dass die "Parketthändler" mit so billigen Uniformen zur Arbeit gehen müssen (wie oben auf dem Foto). Da sind ja unsere Zoowärter noch besser gekleidet. Wenn das mal kein böses Omen ist? Ich würde mich jedenfalls in dieser Kluft auf keinem "Parkett" dieser Welt sehen lassen!

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