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24.07.2012

23:47 Uhr

Börse New York

Wall Street im Abwärtssog

Der Dow Jones gab am Dienstag erneut deutlich nach. Die drohende Eskalation der Finanzkrise setzte den Anlegern weiter zu. Zinsen für spanische und italienische Anleihen kletterten immer weiter in die Höhe.

Ein Händler der Jefferies Group arbeitet auf dem Parkett der New Yorker Börse (Foto:Henny Ray Abrams/AP/dapd). dapd

Ein Händler der Jefferies Group arbeitet auf dem Parkett der New Yorker Börse (Foto:Henny Ray Abrams/AP/dapd).

DüsseldorfDie Schuldenkrise in Europa und verhaltene Ausblicke von US-Unternehmen haben am Dienstag zu Kursverlusten an der Wall Street geführt. Die drei wichtigsten Indizes beendeten den Tag erneut im Minus.

Neben Spanien, wo auch einzelne Regionen in Geldnöten sind, lag das Augenmerk auf Deutschland. Die Ratingagentur Moody's senkte den Ausblick für die Bundesrepublik auf "negativ" und signalisiert damit eine mögliche Herabstufung in einigen Monaten. Für Enttäuschung sorgte zudem die Bilanz des weltweit größten Paketdienstes UPS, der als Gradmesser für die Konjunktur gilt.

Die Marktexpertin Gail Dudack von der Dudack Research Group in New York sagte, es sei viel über eine bevorstehende Rezession in Europa in diesem Jahr gesprochen worden. "Das sehen wir jetzt tatsächlich an den Bilanzen, und der Markt reagiert darauf."

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten sank um 0,8 Prozent auf 12.617 Punkte. Im Laufe des Tages pendelte er zwischen den Marken von 12.521 und 12.730. Der breiter gefasste S&P 500 gab ebenfalls um 0,9 Prozent nach und notierte bei 1338 Zählern. Beim Nasdaq betrug der Verlust 0,9 Prozent auf 2862 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax 0,45 Prozent tiefer und notierte bei einem Stand von 6390 Punkten.

Neben der Warnung von Moody's gaben Konjunkturdaten aus Europa Anlass zur Sorge. Die Geschäfte der deutschen Industrie liefen im Juli so schlecht wie zuletzt vor drei Jahren. Damit geht die Talfahrt weiter. Die Privatwirtschaft verlor insgesamt an Schwung.

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UPS ist eines der Unternehmen, die die schwache Konjunktur in Europa zu spüren bekommen. Der Konzern senkte mit Blick auf ein enttäuschendes Quartal und die unsichere Wirtschaftslage die Gewinnprognose. Kunden zeigten sich zunehmend besorgt, erklärte der Konkurrent der Deutschen Post. Die Aktie gab um 4,6 Prozent nach.

Auch der Haushaltsgeräte-Hersteller Whirlpool konnte die Anleger nicht überzeugen. Zwar kehrte der Konzern im zweiten Quartal in die schwarzen Zahlen zurück. Der Markt hatte jedoch mehr erwartet und zeigte sich enttäuscht. Die Whirlpool-Aktie fiel um 7,5 Prozent.

Der Chiphersteller Texas Instruments erwartet wegen der Kaufzurückhaltung vieler Verbraucher bei Computern, Mobiltelefonen und Autos nur schwache Geschäfte. Die Umsätze im dritten Quartal dürften deutlich geringer ausfallen als sonst üblich zu diesem Zeitpunkt. Texas-Instruments-Papiere verbilligten sich um 0,9 Prozent.

Bei Aktien des Telekomkonzerns AT&T betrug der Verlust 2,1 Prozent, obwohl das Unternehmen im abgelaufenen Quartal mehr Geld verdiente als erwartet. AT&T gewann 320.000 Vertragskunden und lag damit deutlich über den Erwartungen von Analysten. Zudem kam dem Verizon -Konkurrenten zugute, dass so wenig Kunden abwanderten wie noch nie zuvor.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 810 Millionen Aktien den Besitzer. 763 Werte legten zu, 2221 gaben nach, und 104 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,72 Milliarden Aktien 688 im Plus, 1774 im Minus und 123 unverändert.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

24.07.2012, 23:55 Uhr

Die USA-Wirtschaft ist nur marginal auf Europa angewiesen. Die Börsen fürchten ein ganz anderes Szenario.

Gelingt es Europa Stärke zu zeigen, dann stehen die Probleme der USA sofort im Fokus. Überschuldung, desolate Infrastruktur, zu hohe Arbeitslosigkeit, Banken mit enormen Risiken, Technologieführerschaft verloren usw.

Europa muss Stärke zeigen. Griechenland braucht einen Neuanfang und muss sich selbst neu erfinden. Spaniens Immobilienblase gehöhrt abgeschrieben und nicht auf Steuerzahlers Konto.

Nur Mut, liebe Politiker. Nach einem Gewitter ist die Luft wieder rein.

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