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15.08.2012

22:31 Uhr

Börse New York

Wall Street „in diesem Fegefeuer gefangen“

Die Wall Street trat am Mittwoch auf der Stelle. Nach dünnem Handel verabschiedeten sich die Standardwerte praktisch unverändert. Händler glauben, dass sich das so schnell nicht mehr ändert.

Schlechte US-Konjunkturdaten verstimmen Händler und Investoren. (Foto:Richard Drew, File/AP/dapd) dapd

Schlechte US-Konjunkturdaten verstimmen Händler und Investoren. (Foto:Richard Drew, File/AP/dapd)

Düsseldorf

Die US-Börsen haben am Mittwoch keine Richtung gefunden. Vor allem der Handel mit Blue Chips gestaltete sich zäh, allein die Technologiewerte kamen etwas voran. Doch auch hier verhinderten mangelnde Impulse deutliche Kursaufschläge. „Ich frage mich, ob ich bei diesem lahmen Geschäft nicht lieber gleich in den Urlaub gefahren wäre“, sagte der US-Aktienhändler Frank Lesh von FuturePath Trading und resümierte damit das Leid vieler seiner Kollegen.

Die Anleger beschäftigten sich abermals intensiv mit ihrem Sorgenkind Weltwirtschaft sowie der bangen Hoffnung auf Hilfseinsätze der Zentralbanken. Händler gehen davon, dass die Seitwärtsbewegung noch bis zum Wochenschluss anhalten wird. „Wir sind in diesem Fegefeuer gefangen“, sagte ein Marktteilnehmer.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 13.192 und einem Tief von 13.138 Zählern. Er verabschiedete sich mit einem Minus von knapp 0,1 Prozent bei 13.164 Punkten, der breiter gefasste S&P-500 legte rund 0,1 Prozent auf 1405 Stellen zu. Die Technologiebörse Nasdaq brachte es mit 3030 Punkten auf ein Plus von 0,5 Prozent. In Frankfurt ging der Dax mit einem Abschlag von 0,4 Prozent auf 6947 Zählern aus dem Handel.

Die US-Anleger mussten zusätzlich zur Lethargie auf dem Parkett schwache Konjunkturzahlen aus der Heimat ertragen: Die Industrie im wichtigen US-Bundesstaat New York erlitt im August einen Einbruch. Der Index für das Verarbeitende Gewerbe fiel auf minus 5,85 Punkte von plus 7,39 Zählern im Juli. Analysten hatten mit einem leichten Rückgang auf 6,5 Punkte gerechnet. Die Daten gelten als Frühindikator für die gesamte Industrie in den USA.

Die Aktien von Staples brachen um 14 Prozent ein. Der Büroartikel-Händler hatte einen unerwartet schwachen Umsatz vorgelegt und seine Prognose kassiert. Deere verloren 6,3 Prozent. Der weltgrößte Hersteller von Landmaschinen machte weniger Gewinn als erwartet. Als Grund nannte Deere eine schwache Entwicklung in China, Indien und anderen Schwellenländern. Deere-Rivale und Dow-Größe Caterpiller lastete mit einem Minus von 0,3 schwer auf dem Börsenindex.

Die zuletzt arg gebeutelten Papiere von Abercrombie & Fitch stiegen dagegen um fast neun Prozent. Der Modekonzern hatte einen Quartalsgewinn von 19 Cent pro Aktie ausgewiesen, drastisch weniger als vor Jahresfrist. Allerdings hatte das Unternehmen vor zwei Wochen davor gewarnt, dass der Gewinn nur zwischen 15 und 18 Cent pro Aktie liegen werde.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 497 Millionen Aktien den Besitzer. 1880 Werte legten zu, 1104 gaben nach und 106 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,5 Milliarden Aktien 1719 Titel im Plus, 765 im Minus und 98 unverändert.

Von

rtr

/ Benjamin Bestgen

Kommentare (1)

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xTreme

16.08.2012, 09:05 Uhr

An ihrer Verwirrtheit sollt ihr sie erkennen. Das dümmliche Börsevokabular ist ja seit Jahren bekannt: z.B. "der Dax kommt voran" heisst übersetzt, die Ware AktieX wurde heute teurer und darüber freuen wir uns wie Bolle. Warum eigentlich, wenn man diese Ware nicht zufällig gerade besitzt und verkaufen will?
Oder "x% Börsewert wurden vernichtet" - wer sowas schreibt, sollte doch besser den Unrat auf den Straßen vor den Börsen vernichten (sprich: Straßenkehrer werden)
Bei Facebook wurde natürlich auch nichts vernichtet, es wurde nur die Ware Facebookaktie überteuert verkauft und kann nun praktisch am Krabbeltisch billiger erworben werden. Die Multiplikation Aktienanzahl mit dem aktuellen Preis zu einem "Börsewert" ist eine amerikanische Unart, die natürlich wie die Ausscheidungen des Klamaukmagazins Forbes von der Mithechelpresse übernommen werden. Eigentlich ist das Ganze zum Schreien komisch!

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