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12.09.2013

22:43 Uhr

Börse New York

Wall Street in Wartehaltung

Vor der Sitzung der US-Notenbank nächste Woche sind Anleger an US-Börsen zurückhaltend. Trotz guten Konjunkturnachrichten schließt die Wall Street mit leichten Verlusten.

Händler an der NYSE: Die Syrien-Krise ist an der Börse zunächst abgehackt. Anleger richten ihren Blick jetzt wieder auf die Fed. AFP

Händler an der NYSE: Die Syrien-Krise ist an der Börse zunächst abgehackt. Anleger richten ihren Blick jetzt wieder auf die Fed.

New YorkNach einer siebentägigen Gewinnserie haben die US-Börsen eine Verschnaufpause eingelegt. In gespannter Erwartung der US-Notenbanksitzung in der kommenden Woche notierten die Kurse am Donnerstag zumeist geringfügig schwächer. Das Handelsvolumen fiel relativ gering aus, da es an richtungsweisenden Impulsen mangelte. Noch am stärksten schauten Investoren auf die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Diese fiel zwar auf den niedrigsten Stand seit 2006. Die Daten waren jedoch unvollständig und ließen die Börsianer deshalb ratlos zurück.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank um 0,2 Prozent auf 15.300 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 fiel 0,3 Prozent auf 1683 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,2 Prozent nach auf 3715 Stellen. Der Dax verabschiedete sich ebenfalls kaum verändert bei 8494 Punkten in den Feierabend.

Die Zahl der Erstanträge sank in der vergangenen Woche zwar um 31.000 auf 292.000. Zwei Bundesstaaten hatten jedoch nicht alle Anträge bearbeitet, so dass die Interpretation der Daten schwierig fiel. Die US-Notenbank Fed orientiert sich stark an Daten vom Arbeitsmarkt und hat ihre Geldpolitik daran gekoppelt. Sollte sich die Lage weiter verbessern, dürfte die Fed ihre Konjunkturhilfen - etwa den Ankauf von Anleihen - bald zurückfahren. Das entscheidende Gremium der Fed berät kommende Woche Dienstag und Mittwoch über die weitere Strategie in der Geldpolitik. Das billige Notenbank-Geld hat die Börsen in den vergangenen Monaten kräftig angetrieben.

Der S&P-500 hatte die vergangenen sieben Handelstage um insgesamt 3,4 Prozent zugelegt - die längste Gewinnserie seit zwei Monaten. Hier hatte sich positiv ausgewirkt, dass ein US-Militärschlag gegen Syrien zuletzt unwahrscheinlicher wurde und eine diplomatische Lösung mittlerweile wieder denkbar ist. „Es sieht danach aus, dass der Plan Russlands, die Chemiewaffen Syriens unter internationale Kontrolle zu stellen, funktioniert“, sagte Aktienhändler Lucas Roux de Luze vom Brokerhaus TJM Partners. Zwar seien viele Leute noch zurückhaltend, weil die Umsetzung des Vorschlags ja noch am Anfang stehe. Dennoch richteten einige Investoren ihren Blick wieder auf andere Themen.

Facebook -Aktien markierten bei 45,62 Dollar ein neues Rekordhoch, bevor sie zum Handelsschluss etwas abrutschten und bei 44,75 Dollar 0,6 Prozent schwächer schlossen. Das weltgrößte soziale Netzwerk hatte zuletzt Fortschritte bei den Werbeeinnahmen gemacht und vor allem im Smartphone-Bereich zugelegt.

Im Fokus stand auch der PC-Hersteller Dell. Firmengründer Michael Dell erhielt von den Aktionären grünes Licht für sein rund 25 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot. Damit endet eine monatelange Hängepartie und Dell kann von der Börse genommen werden. Dort soll das Unternehmen, das den Trend zu Tablet-Computern verschlafen hat, in Ruhe saniert werden. Börsianer hatten das Votum erwartet, die Aktie notierte unverändert.

Die Aktien des Chipherstellers AMD gaben knapp zwei Prozent nach, weil das Unternehmen aus dem prestigeträchtigen S&P-500-Index verschwindet. Aufwärts ging es dagegen für die Titel von Walt Disney : Der Unterhaltungskonzern will sein Aktienrückkaufprogramm aufstocken und wurde dafür mit einem Kursplus von 2,4 Prozent belohnt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,64 Milliarden Aktien den Besitzer. 945 Werte legten zu, 2026 gaben nach und 102 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,64 Milliarden Aktien 880 im Plus, 1607 im Minus und 106 unverändert.

Von

rtr

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