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10.06.2013

22:46 Uhr

Börse New York

Wall Street kommt nicht vom Fleck

Nach der Rally vom Freitag halten sich US-Anleger überwiegend zurück. Bei den Einzelwerten rücken die Apple-Aktie und das Papier von Booz Allen Hamilton in den Fokus. Für Booz arbeitete der PRISM-Informant.

Händler an der New York Stock Exchange. S&P hat den Ausblick für das US-Rating angehoben. AFP

Händler an der New York Stock Exchange. S&P hat den Ausblick für das US-Rating angehoben.

New YorkDie US-Börsen haben sich trotz der Anhebung des Ausblicks für die Kreditwürdigkeit der USA durch die Ratingagentur Standard & Poor's am Montag kaum vom Fleck bewegt. Viele Investoren waren in Sorge, dass die US-Notenbank ihre lockere Geldpolitik aufgeben und damit weniger Geld in die Wirtschaft gelangen könnte. Allerdings verwies der einflussreiche Notenbanker James Bullard auf die vergleichsweise niedrige Inflationsrate. Die Fed könne deswegen ihr Anleihenkaufprogramm auch auf längere Sicht fortsetzen.

S&P droht den USA vorerst nicht mehr mit einer weiteren Herabstufung der Kreditwürdigkeit. Die Agentur erhöhte den Ausblick für das Land auf "stabil" von "negativ". An den Finanzmärkten sorgte dieser Schritt zunächst für Erleichterung, bevor sich Skeptiker durchsetzten.

Der Dow-Jones-Index sank um knapp 0,1 Prozent auf 15.238 Punkte. Im Tagesverlauf pendelte er zwischen den Marken von 15.211 und 15.300 Stellen. Der S&P 500 ging mit 1642 Zählern und damit fast unverändert aus dem Handel. Der Nasdaq-Index legte dagegen um 0,1 Prozent auf 3473 Zähler zu. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Stand von 8307 Punkten, was einem Zuwachs von 0,6 Prozent entspricht.

Die größten Börsenpannen

Nasdaq lahmgelegt

Ein Softwarefehler führt dazu, dass die US-Börse Nasdaq im August 2013 einige Stunden den Handel komplett einstellen muss. Nach der Wiederaufnahme des Handels steigt der Markt – die Aktie des Börsenbetreibers aber verliert.

Dow Jones (2013)

Am 23. April 2013 meldete der Twitter-Account der US-Nachrichtenagentur eine Explosion im Weißen Haus. Die Meldung war jedoch falsch – Hacker hatten das Nutzerkonto übernommen. Dennoch brach die Börse innerhalb von Sekunden um mehr als ein Prozent ein. Möglicher Grund: Computer werteten die Meldung als wahr und lösten Verkaufssignale aus.

Kraft-Aktie (2012)

4. Oktober 2012: Die Nasdaq und mehrere andere Börsen haben nach einem ungewöhnlichen Kurssprung von Kraft Foods einen Teil des Handels mit der Aktie annulliert. Grund für den plötzlichen Anstieg der Papiere von 45,55 auf 58,54 Dollar war nach Angaben der US-Technologiebörse der Fehler eines Börsenmaklers. Nähere Angaben machte sie nicht. „Die Systeme von Nasdaq haben normal funktioniert und der Prozess der Industrie zum Umgang mit solchen Angelegenheiten verlief wie geplant“, hieß es in einer Erklärung.

Software-Panne bei Knight Capital (2012)

Durch einen Fehler hatte die Knight-Software enorm viele Orders platziert, die heftige Kursschwankungen auslösten. Dem Treiben konnte erst nach einer Dreiviertelstunde ein Ende gesetzt werden. In dieser Zeit hatten sich bereits 440 Millionen Dollar Verlust angehäuft, die das US-Brokerhaus fast zum Zusammenbruch brachten.

Das Facebook-Desaster (2012)

Die Erfolgsstory von Facebook bekam an der Börse einen starken Dämpfer. Nach gravierenden Pannen im Handelssystem der Technologiebörse Nasdaq in New York stürzte der Kurs des Börsenneulings rapide in die Tiefe. Beteiligte Firmen erlitten Millionen-Verluste. Die Schweizer Großbank UBS, die 290 Millionen Euro verlor, drohte sogar mit einer Klage gegen die Börse.

Pannen-Start für BATS (2012)

Die Erstnotiz der drittgrößten US-Börse BATS Global Markets im März 2012 endete mit einem Totalschaden. Die neuen BATS-Aktien sackten innerhalb weniger Minuten von 16 Dollar auf unter einen Cent. Schuld daran war eine neue Software. BATS musste die falschen Transaktionen zurücknehmen - und nahm dabei die eigenen Aktien gleich mit von der Börse

Fünf-Minuten-Chaos bei der Citigroup durch Kursrutsch

Die Aktien der Citigroup fielen im Juni 2010 nach Massenverkäufen durch elektronische Handelssysteme zeitweise um 17 Prozent. Doch da die Börsenaufsicht SEC nach dem „Flash Crash“ bereits zuvor beschlossen hatte, Aktien aus dem Index S&P 500 vom Handel auszusetzen, falls diese innerhalb von fünf Minuten mehr als zehn Prozent steigen oder fallen, stoppte das Sicherungssystem den Kursrutsch. Der Handel stand fünf Minuten lang still. Am Ende des Tages lag die Citigroup-Aktie sieben Prozent im Minus.

Flash Crash, 2010

Der „Flash Crash“ wurde im Mai 2010 durch den Hochfrequenzhandel ausgelöst: Durch einen blitzartigen Kurseinbruch lösten sich innerhalb weniger Minuten fast eine Billion Dollar Marktwert in Luft auf. Der Kurs des Dow Jones fiel um rund 1.000 Punkte. Einige Aktien verloren in der Zeit rund die Hälfte ihres Wertes. Der Spuk dauerte eine halbe Stunde lang an. Der sogenannte Hochfrequenzhandel, bei dem Tausende Transaktionen binnen Millisekunden durch Computer ausgelöst werden, stand schon vorher in der Kritik.

Strafe für Morgan Stanley (2007)

Morgan Stanley musste im Februar 2007 für den Fehler eines Händlers 300.000 Dollar Strafe an die Börse New York zahlen. Der Banker wollte einen Order über 100.000 Wertpapiere abgeben, übersah aber automatischen Multiplikator von 1000. Dementsprechend hatte seine Order einen Wert von 10,8 Milliarden Dollar statt der gewünschten 10,8 Millionen Dollar. Erst nachdem Aktien im Wert von 875,3 Millionen Dollar den Besitzer gewechselt hatten, wurde der Fehler bemerkt. Die Bank hat die Handelsvorschriften am Desk seitdem deutlich verschärft.

Football vermasselt 50 Millionen Dollar Deal

Ein äußerst ungewöhnliches Missgeschick passierte einem Händler der Bank of America im September 2006. Er wartete auf die Anordnung seines Vorgesetzten, um einen fertig vorbereiteten Deal über 50 Millionen Dollar abzuschließen. Es fehlte nur noch der Druck auf die Enter-Taste. Während er wartete, warf ein Trainee einen Football durch den Raum und traf die Tastatur, inklusive der Enter-Taste.

Milliarden statt Millionen, 2002

Ein Händler von Bear Stearns verzählte sich im Oktober 2002 beim Verkauf von Aktien bei den Nullen und handelte sie für vier Milliarden Dollar anstelle von vier Millionen. Bevor der Vertipper auffiel, gingen bereits Wertpapiere im Wert von 600 Millionen Dollar an neue Besitzer. Dadurch sank der Leitindex Dow Jones um 2,3 Prozent.

100 Millionen für Verdreher

Im Dezember 2001 begleitete UBS Warburg den Verkauf neuer Aktien des japanischen Unternehmens Dentsu. Ein Händler vertippte sich und verkaufte statt 16 Dentsu-Aktien zu 600.000 Yen 610.000 Aktien zu je 6 Yen. Innerhalb kürzester Zeit verkaufte die USB dadurch 61.915 Aktien, was etwa der Hälfte des Emissionsvolumens entspricht. Die UBS verlor durch die Panne 100 Millionen Dollar, weil sie die Aktien zum Marktpreis zurückkaufen musste.

Lehman Banker verkauft zu viel (2001)

Ein Händler der Investmentbank Lehman Brothers verkaufte 2001 aus Versehen hundertmal mehr Aktien als er wollte. Darunter waren auch Schwergewichte wie AstraZeneca und BP. Der Banker vernichtete damit zeitweise 30 Milliarden Pfund an Börsenwert.

Tippfehler mit Folgen (1999)

Ein Aktienhändler der UBS gab im Januar 1999 zu viele Nullen in seinen Rechner ein und handelte damit innerhalb von nur zwei Minuten zehn Millionen Aktien des Pharmakonzerns Roche, obwohl nur sieben Millionen Stück existierten. Das Handelsvolumen überstieg die Marktkapitalisierung von Roche um knapp die Hälfte.

Der Schwarze Montag (1987)

Am 19. Oktober 1987 bricht der Dow Jones um fast 23 Prozent auf 1.728 Punkte ein, der größte prozentuale Tagesverlust in der Geschichte des Index. Der seinerzeit beliebte Programmhandel - eine Art Vorläufer des heutigen Algo-Tradings - hat den Absturz noch verschlimmert.

Apple -Investoren verfolgten eine Präsentation von Firmenchef Tim Cook in San Francisco mit Spannung. Dabei stellte der Konzern eine neue Version seines iPhone-Betriebssystemes iOS und neue Mac-Computer vor. Viele hatten sich aber offensichtlich mehr erwartet. Nach einem Gewinn von mehr als einem Prozent schloss die Aktie 0,7 Prozent niedriger.

Dagegen kletterten die Facebook -Papiere um 4,5 Prozent. Grund war eine Hochstufung der Aktie durch das Brokerhaus Stifel Nicolaus.

Die Affäre um den US-Geheimdienst NSA wirkte sich auf die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton aus: Die Papiere sanken um 2,6 Prozent, weil der frühere CIA-Techniker Edward Snowden bei dem Unternehmen angestellt war. Snowden hatte Informationen über ein geheimes Abhörprogramm an Medien weitergegeben.

Zu den größten Gewinnern im Dow Jones gehörten mit 1,3 Prozent Aktien von McDonald's. Investoren zeigten sich von den weltweiten Verkaufszahlen für den Mai überzeugt.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 590 Millionen Aktien den Besitzer. 1324 Werte legten zu, 1671 gaben nach, und 97 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,54 Milliarden Aktien 1592 im Plus, 893 im Minus und 105 unverändert.

Von

rtr

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