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26.09.2016

22:46 Uhr

Börse New York

Wall Street lässt Federn vor dem TV-Duell

Das TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump hält die US-Anleger in Atem – die Wall Street hat zum Wochenbeginn nachgegeben. Vor allem Donald Trump sorgt bei vielen Investoren für schwere Bauchschmerzen.

Das bevorstehende TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump bestimmt das Handelsgeschehen an der Wall Street. AFP; Files; Francois Guillot

Besorgte Händler in New York

Das bevorstehende TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump bestimmt das Handelsgeschehen an der Wall Street.

New YorkMit dem Auftakt der heißen Phase im US-Wahlkampf wächst an den Börsen die Unruhe. Wenige Stunden vor dem ersten TV-Duell zwischen Hillary Clinton und Donald Trump gingen auch US-Anleger auf Nummer sicher und strichen Gewinne ein. "Wenn Clinton im TV-Duell schwächelt, könnte dies für eine nächste Verkaufswelle von Aktien sorgen", sagte Jens Klatt, Marktanalyst des Brokerhauses JFD. "Clinton gilt als Wall-Street-Liebling, Trump eher nicht."

Der für die Republikaner antretende Milliardär Trump sollte in der Nacht zum Dienstag (03.00 Uhr MESZ) gegen seine demokratische Rivalin Clinton antreten, die ehemalige US-Außenministerin. Trump sei eine große Unbekannte, betonten Experten des Vermögensverwalters Amundi. Es sei völlig unklar, wie er seine geplanten Reformen umsetzen oder finanzieren wolle. "Ganz anders Clinton, deren Positionen klar und vertraut sind, da sie sie seit Jahren praktiziert."

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,9 Prozent tiefer auf 18.095 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 fiel ebenfalls 0,9 Prozent auf 2146 Zähler, wie auch der Index der Technologiebörse Nasdaq, der bei 5257 Punkten schloss. Dax und EuroStoxx50 büßten jeweils etwa zwei Prozent auf 10.394 und 2976 Punkte ein.

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In den USA standen bei den Einzelwerten die Papiere von Chemtura im Mittelpunkt. Sie sprangen um fast 16 Prozent in die Höhe. Der deutsche Spezialchemiekonzern Lanxess will den US-Rivalen für rund 2,4 Milliarden Euro übernehmen.

Pfizer -Papiere gaben dagegen 1,8 Prozent nach. Der Pharmakonzern hat Erwägungen zu einer Konzernaufspaltung zu den Akten gelegt.

Yahoo -Anteilsscheine ließen 1,2 Prozent Federn. Der massive Datendiebstahl bei dem Unternehmen könnte zum Thema für die US-Börsenaufsicht werden. US-Senator Mark Warner forderte eine Untersuchung des Vorfalls. Der angeschlagene Internet-Pionier hatte Ende vergangener Woche eingeräumt, dass Hacker sich vor zwei Jahren Zugang zu den Daten von 500 Millionen Benutzerkonten verschafft hatten.

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Die auch in den USA notierten Aktien der Deutschen Bank brachen rund sieben Prozent ein. "Eine Kapitalerhöhung erscheint unausweichlich", urteilte Mediobanca-Analyst Adam Terelak. Auch ohne die drohenden milliardenschweren US-Strafzahlungen könne sie ihre Ziele für den Ausbau des Kapitalpuffers nur schwer erreichen. Die Ausgabe neuer Aktien ist für die Deutsche Bank nach Aussagen eines Sprechers derzeit aber kein Thema. Das sei nicht verwunderlich, schließlich sei die Höhe der Strafen noch unklar, betonte ein Börsianer.

Twitter-Aktien legten nach einem Medienbericht über ein mögliches Gebot des Unterhaltungs- und Medienkonzerns Disney für den Kurznachrichtendienst zu. Das Papier schloss 3,3 Prozent im Plus. Die Agentur Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass Walt Disney mit einem Berater an einer potenziellen Offerte für Twitter arbeite. Disney-Scheine verbilligten sich um 1,4 Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 800 Millionen Aktien den Besitzer. 850 Werte legten zu, 2173 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,66 Milliarden Aktien 689 im Plus, 2176 im Minus und 148 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 8/32 auf 99-6/32. Die Rendite sank auf 1,587 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 11/32 auf 98-14/32 und rentierte mit 2,3220 Prozent. Einige Investoren nahmen Kurs auf "sichere Häfen" und kauften Anleihen.

Von

rtr

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