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06.12.2012

23:46 Uhr

Börse New York

Wall Street lässt sich vom Haushaltsstreit nicht unterkriegen

Die US-Börsen hängen im Würgegriff des US-Haushaltsstreits. Doch der Arbeitsmarkt überraschte mit ermutigenden Zahlen, und Apple strampelte sich ins Plus. Das zog die Indizes zum Schluss mit.

Händler an der NYSE: Scheitern die Verhandlungen , befürchten viele Börsianer einen Abverkauf. dapd

Händler an der NYSE: Scheitern die Verhandlungen , befürchten viele Börsianer einen Abverkauf.

New YorkDie US-Börsen haben am Donnerstag fester geschlossen. Vom Arbeitsmarkt kamen ermutigende Zahlen, und Apple-Aktien drehten nach ihren jüngsten Sinkflug zurück ins Plus und brachten die Nasdaq in Schwung. Dennoch stand die Wall Street weiter im Würgegriff des US-Haushaltsstreits.

Finanzminister Timothy Geithner erklärte, die weltgrößte Volkswirtschaft notfalls von der sogenannten Fiskalklippe stürzen zu lassen. Auf die Frage, ob die Regierung dies zulassen würde, wenn die Republikaner sich beim Zankapfel Steuererhöhung nicht bewegten, sagte er dem TV-Sender CNBC: "Oh, mit Sicherheit". Die Demokraten im Senat wollten zudem Präsident Barack Obama mehr Spielraum in dem Etat-Disput verschaffen.

Der Dow-Jones-Index schloss bei 13.074 Punkten 0,3 Prozent im Plus. Im Verlauf pendelte er zwischen 13.007 und 13.076 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 ging mit 1413 Zählern 0,33 Prozent höher aus dem Handel. Die Technologiebörse Nasdaq gewann 0,52 Prozent und schloss bei 2989 Stellen. In Frankfurt war der Dax mit 7534 Punkten und damit einem Plus von rund 1,1 Prozent aus dem Handel gegangen.

"Der Markt schaut weiterhin auf Neuigkeiten aus Washington," sagte Kim Forrest von Fort Pitt Capital Group. Ohne einen Kompromiss in den Haushalts-Verhandlungen drohen den USA zum Jahreswechsel automatische Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen in Höhe von etwa 600 Milliarden Dollar. Dies könnte die USA in die Rezession stürzen. Die Verhandlungen werden daher an den Märkten mit großer Spannung verfolgt.

Haushaltsstreit: US-Regierung erwägt Sturz von Fiskalklippe

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US-Regierung erwägt Sturz von Fiskalklippe

Der US-Finanzminister zieht in Betracht, die Haushaltsverhandlungen scheitern zu lassen.

In den USA fielen die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche stärker als erwartet. Sie seien im Vergleich zur Vorwoche um 25.000 auf 370.000 Anträge gesunken, teilte das US-Arbeitsministerium mit. Volkswirte hatten mit einem Rückgang auf 380.000 gerechnet.

Ihren jüngsten Abwärtstrend stoppen konnten Aktien von Apple. Die Papiere waren am Mittwoch 6,4 Prozent abgerutscht und am Donnerstag zunächst um weitere 3,7 Prozent gesunken. Dabei verringerte sich der Marktwert des iPhone-Herstellers zeitweise auf weniger als 500 Milliarden Dollar. Später drehte der Kurs aber, die Papiere schlossen schließlich 1,6 Prozent im Plus.

Der Technologiekonzern büßte im dritten Quartal auf dem wichtigen chinesischen Smartphone-Markt kräftig ein. Wegen der starken Konkurrenz durch lokale Anbieter sei Apple gleich um zwei Plätze auf Rang sechs nach unten gerutscht, teilten die Marktforscher von IDC mit.

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Broadcom war mit einem Kursgewinn von 3,2 Prozent besonders gefragt. Der Chiphersteller hatte sich optimistischer zum Geschäft im vierten Quartal geäußert als bisher. Angesagt waren auch Papiere des Steuerberaters H&R Block , die sich um 5,1 Prozent verteuerten. Das Unternehmen verringerte dank Kostensenkungen seinen Verlust.

Auf den Einkaufslisten standen auch die Dividendenpapiere von Garmin. Der Navigationsgerätehersteller wird ab 12. Dezember in den S&P-500-Index aufgenommen. Die Aktie legte 5,7 Prozent zu.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,62 Milliarden Aktien den Besitzer. 1571 Werte legten zu, 1412 gaben nach und 135 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,71 Milliarden Aktien 1222 im Plus, 1233 im Minus und 128 unverändert.

Von

rtr

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