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13.06.2014

22:12 Uhr

Börse New York

Wall Street legt moderat zu

Die US-Börsen legen etwas zu, jüngste Verluste sind vorerst gestoppt. Doch die Irak-Krise bereitet Sorgen. Denn die könnte die Ölförderung in der Region gefährden und damit der Weltwirtschaft den Schmierstoff abdrehen.

Broker auf dem New Yorker Parkett: Das Szenario eines möglichen Ölförderungsengpasses lastet auf der Wall Street. AFP

Broker auf dem New Yorker Parkett: Das Szenario eines möglichen Ölförderungsengpasses lastet auf der Wall Street.

New YorkNach der jüngsten Talfahrt haben sich die US-Börsen am Freitag leicht erholt. Positive Unternehmensnachrichten wie eine Prognose-Erhöhung von Intel stützten den Markt. Die Islamisten-Offensive im Irak und die Furcht vor einem Abschwung der Weltwirtschaft sorgten aber weiter für Verunsicherung. Der Konflikt im Irak trieb zudem den Ölpreis auf den höchsten Stand seit September, was Konjunktursorgen zusätzlich schürte. Die bislang moderaten Kursrückgänge in dieser Woche zeigten aber, dass der Aufwärtstrend grundsätzlich noch in Takt sei, sagten Analysten.

Kämpfer der Gruppe Islamischer Staat im Irak und der Levante (Isil) hatten Anfang der Woche die nordirakische Millionenstadt Mossul überrannt und rückten in Richtung der Hauptstadt Bagdad vor. Die wichtigsten Ölverlade-Anlagen befinden sich allerdings im Süden rund um Basra. Dort werden täglich rund 2,6 Millionen Barrel Rohöl umgeschlagen. Um die Islamisten zurückzudrängen, denkt US-Präsident Barack Obama über einen Militäreinsatz nach.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent im Plus bei 16.775 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,3 Prozent auf 1936 Zähler vor. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ebenfalls 0,3 Prozent auf 4310 Punkte. Im Wochenvergleich gab der Dow 0,9 Prozent, der S&P 0,7 und der Nasdaq 0,2 Prozent nach.

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Gewinnwarnungen schocken diese Woche die Börse. Einige Kurscharts zeigen steil nach unten. Andere Unternehmen überraschen mit guten Nachrichten, und sogar die Weltmeisterschaft hinterlässt ihre Spuren am Aktienmarkt.

In Frankfurt ging der Dax 0,3 Prozent leichter bei 9912 Punkten aus dem Handel, auf Wochensicht verlor er damit 0,7 Prozent. Der EuroStoxx50 schloss kaum verändert bei 3282 Punkten.

Auf Unternehmensseite standen an der Wall Street Technologiewerte im Blickfeld, nachdem Intel seine Umsatzprognose erhöht hatte. Der weltgrößte Chiphersteller profitiert von einer überraschend kräftigen Erholung am PC-Markt. Nachdem Microsoft seine Unterstützung für das alte Betriebssystem Windows XP eingestellt hatte, nutzen vor allem Firmen die Software-Umstellung auch für den Kauf neuer Computer. Die Intel-Aktie kletterte fast sieben Prozent.

Mit einem Plus von fast 50 Prozent legten allerdings die Titel von OpenTable den größten Sprung hin. Das Internet-Reiseportal Priceline will den Anbieter von Online-Tischreservierungen in Restaurants für 2,6 Milliarden Dollar in bar kaufen.

Zu den Gewinnern zählten auch die Papiere von Tesla mit einem Aufschlag von 1,4 Prozent. Der Elektroauto-Pionier kündigte an, Konkurrenten seine Patente zugänglich zu machen, um der Branche einen Schub zu verleihen.

Gedeckelt wurden die Kursaufschläge auch von unerwartet schwachen Konjunkturdaten. Die Stimmung der US-Konsumenten trübte sich im Juni überraschend ein. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen sank nach vorläufigen Daten um 0,7 auf 81,2 Punkte, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan mitteilten. Ökonomen hingegen hatten mit einem leichten Anstieg auf 83,0 Punkte gerechnet.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 570 Millionen Aktien den Besitzer. 1728 Werte legten zu, 1283 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Milliarden Aktien 1321 im Plus, 1270 im Minus und 179 unverändert.

Die US-Kreditmärkte ließen bei dünnen Umsätzen leicht Federn. Grund waren starke Verluste bei britischen Anleihen, nachdem die Bank of England eine schnellere Zinserhöhung angedeutet hatte. Zudem gab es Spekulationen, dass die Federal Reserve Bank auch die Leitzinsen früher als erwartet anheben könnte. Die zehnjährigen Staatsanleihen sanken 5/32 auf 99-3/32. Sie rentierten mit 2,6042 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verringerten sich um 4/32 auf 99-8/32 und hatten eine Rendite von 3,415 Prozent.

Von

rtr

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