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16.02.2017

23:44 Uhr

Börse New York

Wall Street legt nach Rekordhoch Verschnaufpause ein

Die US-Börsen erreichten am Donnerstag neue Rekordstände, bevor es wieder leicht abwärts ging. Verluste verzeichneten vor allem die Banken- sowie die Gesundheitsbranche. Zudem im Fokus der Anleger: Cisco und Kraft Heinz.

Anleger warten auf die von US-Präsident Donald Trump versprochene Steuerreform. AFP; Files; Francois Guillot

Straßenschild an der New Yorker Wall Street

Anleger warten auf die von US-Präsident Donald Trump versprochene Steuerreform.

New YorkAn den US-Börsen haben die Anleger am Donnerstag eine Verschnaufpause eingelegt. Zunächst stieg die Wall Street geringfügig und markierte den sechsten Handelstag in Folge neue Rekordstände. Dann drehte sie leicht ins Minus, um am Ende fast unverändert zu schließen.

Kursverluste gab es vor allem bei Aktien aus der Bank - und der Gesundheitsbranche. Börsianer warten auf die von US-Präsident Donald Trump versprochene Steuerreform. Die Pläne könnten sich auf bestimmte Wirtschaftsbereiche massiv auswirken, sagte Anlagestrategin Tracy Maeter von J.P. Morgan Private Bank. Dies habe zu einer „kleinen Atempause“ am Markt geführt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte trat bei 20.619 Punkten auf der Stelle. Der breiter gefasste S&P-500 notierte zuletzt bei 2347 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging kaum verändert bei 5814 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax 0,3 Prozent schwächer bei 11.757 Punkten.

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Die jüngsten Konjunkturnachrichten lieferten kein einheitliches Bild. Während die Daten zu den Baubeginnen im Januar hinter den Erwartungen zurückgeblieben waren, waren die wöchentlichen Jobdaten und der Philly-Fed-Index, der über die wirtschaftliche Entwicklung Auskunft gibt, besser als erwartet ausgefallen.

Unter den Einzelwerten zogen die Aktien von Cisco nach am Vorabend vorgelegten Geschäftszahlen um gut 2 Prozent an und waren damit der Gewinner im Dow. Zwar waren bei dem Netzwerkspezialisten Umsatz und Gewinn im vergangenen Quartal rückläufig gewesen, doch übertrafen die Ergebnisse dennoch die Analystenerwartungen. Es reiche schon, dass Cisco nicht schlechter als erwartet abgeschnitten habe, um von einer besseren Entwicklung sprechen zu können, schrieb etwa Analyst Jeffrey Kvaal vom Investmenthaus Nomura. Von einer Trendwende kann seines Erachtens aber weiterhin nicht gesprochen werden.

Die Titel des Ketchupherstellers Kraft Heinz sackten dagegen 4,2 Prozent ab. Anleger nahmen Gewinne mit, nachdem der Konzern einen überraschend hohen Gewinn vorgelegt und die Aktie am Mittwoch ein Rekordhoch markiert hatte.

Einen Kurseinbruch gab es bei Avon. Der Börsenwert des Kosmetikherstellers schrumpfte um fast 19 Prozent zusammen. Das Unternehmen gab erneut einen Quartalsverlust bekannt.

Die Papiere des Elektroauto-Herstellers Tesla fielen um knapp 4 Prozent. Laut einem Kommentar der schweizerischen Großbank UBS gibt es keinen fundamentalen Grund für den fast 50-prozentigen Kursanstieg der Papiere seit Ende November. Dafür wurde auch auf die im Schlussquartal 2016 verfehlten Absatzziele verwiesen, was bereits Anfang Januar bekannt geworden war. Die Zahlen zum vierten Quartal und zum Gesamtjahr 2016 will Tesla am kommenden Mittwoch veröffentlichen.

Die schlechtesten Anlagen 2016

Sparbuch

Seit Jahren lässt sich mit dem Sparbuch nichts mehr verdienen. So war es auch 2016. Wer Anfang des Jahres 100.000 Euro anlegt hat einen Gewinn von gerade mal 50 Euro – entsprechend von 0,05 Prozent gemacht. Immerhin verloren Anleger aber zumindest nominal – also ohne Berücksichtigung der Inflation – auch nichts.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand 30.12.2016

Mexikanischer Peso

Dem mexikanischen Peso – dem zweitgrößten Verlierer der Hauptwährungen zum Euro – machte der Wahlsieg von Donald Trump zum US-Präsidenten zu schaffen. Kein Wunder, die USA sind Mexikos wichtigster Handelspartner, doch Trump will den Handel massiv besteuern und die Grenzen zu Mexiko dichter machen- auch wenn zuletzt vom dem im Wahlkampf propagierten Mauerbau nichts mehr zu hören war. Wer zu Jahresbeginn 100.000 Euro in mexikanischen Peso anlegt, verfügte Ende des Jahres jetzt nur noch über 89.510 Euro.

Britisches Pfund

Das knappe Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union schockte am 24. Juni Europa die ganze westliche Welt. Der britische Aktienmarkt erholte sich – wie auch andere europäische Börsen – von dem Schock zwar recht schnell und legte zweistellig zu. Doch das britische Pfund selbst steht weiter unter massivem Druck. Zum Euro hat es in diesem Jahr gut 13 Prozent verloren und damit so viel wie keine andere Hauptwährung. Aus 100.000 in Pfund investierten Euro wurden so nur noch 86.980 Euro.

Aktien China

Der Entwicklung der chinesischen Wirtschaft verunsichert Anleger weltweit seit anderthalb Jahren. Das spiegelt sich auch der Börse wider. Der Leitindex CSI 300, der die 300 größten Aktien Festlandchinas erfasst, verlor über elf Prozent. Da gleichzeitig der Yuan zum Euro weiter abwertete, bleiben Anlegern die 100.000 Euro in den Index investiert haben, nur 85.450Euro übrig.

Aktien Ägypten

In Ägypten gab die Zentralbank den Wechselkurs im November frei, das ägyptische Pfund stürzte ab. Der ägyptische Leitindex EGX 30 gewann zwar über 70 Prozent - Euro Anleger hatten aber am Jahresende von 100.000 investierten Euro nur noch 79.570 Euro übrig.

Aktien Ghana

Der Aktienindex der ebenfalls sehr kleinen Börse in Ghana, verlor ebenfalls stark. Von 100.000 Euro bleiben nur 77.840 Euro übrig. Die agrarisch strukturierte Wirtschaft des als Musterdemokratie auf dem Kontinent geltenden Landes, schrumpft. Das Land ist stark vom Export von Rohstoffen wie Gold, Öl, Kakao und Edelhölzern abhängig. Dabei steigen zwar im vergangenen Jahr viele Rohstoffpreise, doch der Kakaopreis brach um fast ein Drittel ein.

Aktien Nigeria

Deutsche Anleger, die 2016 an der kleinen nigerianischen Börse 100.000 Euro investierten, hatten Ende des Jahres nur noch 61.390 Euro auf dem Konto. Das lag vor allem daran, dass die Währung Naira im Sommer einbrach, nachdem die Zentralbank die Anbindung der heimischen Währung an den Dollar aufgab.

Der Euro profitierte von der Schwäche des US-Dollar und notierte zuletzt bei 1,0673 Dollar. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs zuvor auf 1,0652 (Mittwoch: 1,0555) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9388 (0,9474) Euro.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 850 Millionen Aktien den Besitzer. 1257 Werte legten zu, 1668 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 1238 im Plus, 1607 im Minus und 218 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren angesichts des Dollar-Rückgangs als sicherer Hafen gesucht. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 17/32 auf 98-10/32. Die Rendite fiel auf 2,443 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 31/32 auf 99-6/32 und rentierte mit 3,042 Prozent.

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