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28.11.2013

00:15 Uhr

Börse New York

Wall Street legt Verschnaufpause ein

Einen Tag vor dem Thanksgiving-Feiertag nehmen sich die US-Investoren eine Auszeit. Die Marktindizes treten zum Handelsstart nur auf der Stelle. Für Aufsehen sorgt dagegen der Computerkonzern Hewelett-Packard.

Händler an der NYSE: Nach der jüngsten Rekordjagd schnaufen viele Börsianer erst einmal durch. ap

Händler an der NYSE: Nach der jüngsten Rekordjagd schnaufen viele Börsianer erst einmal durch.

New YorkNach der Rekordjagd der vergangenen Tage hat die Wall Street am Mittwoch nur noch leicht zugelegt. Investoren sagten, vor dem Thanksgiving-Feiertag habe es an Impulsen für große Handelsaktivitäten gefehlt. Zudem hätten sich viele Anleger schon in das lange Wochenende verabschiedet. Die Umsätze blieben deshalb gering. Die US-Börsen werden am Donnerstag geschlossen bleiben und am Freitag endet der Handel bereits um 19.00 MEZ.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher auf 16.097 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg 0,3 Prozent auf 1807 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq rückte 0,7 Prozent auf 4044 Punkte vor. In Frankfurt nahm der Dax seinen Rekordlauf wieder auf und schloss mit 9351 Punkten 0,7 Prozent im Plus und damit so hoch wie noch nie zuvor.

Dax-Prognosen: Diese Experten warnen Anleger

Dirk Müller I

Dirk Müller, Börsenexperte: „Wenn man jetzt nicht dabei war, dann verstehe ich nicht, wieso man jetzt auf den Höchstkursen hinterherrennen soll. Wie heißt es so schön an der Börse, der Straßenbahn und den verpassten Gelegenheiten rennt man nicht hinterher, die nächste Gelegenheit kommt mit Sicherheit, man sollte warten, bis es wieder günstig Aktien gibt.“

Dirk Müller II

„Der Dax hat jetzt eine riesen Rallye hingelegt, seit dem Sommer. 1500 Punkte am Stück, kann man sagen, ist er nach oben gegangen. Es ist dringend Zeit für eine Korrektur“, sagte Börsenexperte Dirk Müller.

Carl Icahn

Auch der US-Großinvestor Carl Icahn hat mit Blick auf die Niedrigzinsphase vor Übertreibungen und einem Absturz der Aktienmärkte gewarnt. Etliche Unternehmensgewinne seien auf die extrem niedrigen Zinsen zurückzuführen und nicht auf weitsichtiges Management, sagte Icahn auf einer Reuters-Veranstaltung in New York. Seiner Einschätzung nach sind Aktien derzeit teuer. „Der Markt könnte leicht vor einem großen Einbruch stehen.“


Professor Olaf Stotz

„Bei einem so niedrigen Barometer-Stand spricht vieles dafür, dass wir an den Aktienmärkten eine Seitwärtsbewegung oder sogar eine Korrektur sehen werden“, sagt Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School über den aktuellen Stand des Insider Barometers, das das Aachener Forschungsinstitut für Asset Management (Fifam) alle zwei Wochen mit Commerzbank Wealth Management exklusiv für das Handelsblatt berechnet. Es ist um gut zwölf Punkte auf 71 Zähler gesunken. Bereits Werte unter 90 Punkten gelten als Verkaufssignal.

Fondsmanager Raimund Saxinger

Der Dax könnte bis Mitte Dezember um fünf bis sieben Prozent nachgeben, sagt Fondsmanger Raimund Saxinger von der Frankfurt-Trust Investment GmbH. Enttäuschende Unternehmensergebnisse könnten die quantitativen Maßnahmen der Notenbanken überschatten, sagte Saxinger: “Diejenigen, die ihr Augenmerk auf die Liquiditätslage richten, sind sehr zuversichtlich, weil sie von einer anhaltenden liquiditätsgetriebenen Aufwärtsbewegung ausgehen. Diejenigen aber, die auf die Ergebnisse schauen, dürften mittelfristig zwar optimistisch gestimmt sein, kurzfristig aber eher skeptisch, da sie in den kommenden Wochen keine positiven Quartalszahlen erwarten.”

Hinzu kommt die Bewertung der Standardwerte. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 13,4 auf Basis der erwarteten Gewinne hat der Dax auf Grundlage von Bloomberg-Daten die höchste Bewertung seit Ende 2009 erreicht. “Wir benötigen eine Verbesserung der Ergebnisse, damit der Markt neuen Schwung gewinnt”, sagte Saxinger. “Letztlich wird das auch geschehen, aber es braucht etwas Zeit. Zunächst wird es wohl zu einer Korrektur kommen.”

Analyst Andreas Hürkamp

„Steigende Bewertungen tragen die Börsenrally. Wenn die Unternehmensgewinne nach drei Jahren ohne Gewinnwachstum nicht bald wieder zulegen, dann drohen im ersten Halbjahr 2014 Rückschläge“, erklärte Commerzbank-Analyst Andreas Hürkamp.

Investor Kurt Björklung

Nach Einschätzung der europäischen Branchengröße Permira sollten sich Finanzinvestoren nicht von den günstigen Kreditkonditionen blenden lassen. „Nur weil man derzeit viel Geld leihen kann, ist es nicht unbedingt eine gute Idee, dies auch zu tun“, sagte Co-Chef Kurt Björklund. Das günstige Marktumfeld verlange ein großes Maß an Disziplin, um nicht die Bodenhaftung zu verlieren. Permira ist eine der größten europäischen Beteiligungsgesellschaften, die Konzerne wie Hugo Boss und ProSieben Sat1 in ihrem Portfolio hat.

"Es gibt derzeit kaum etwas, das am Markt bedeutende Gewinne oder Verluste verursachen könnte," sagte Tim Speiss von EisnerAmber.

Unter den Einzelwerten standen unter anderem Hewlett-Packard nach der Bekanntgabe der Geschäftsbilanz im Vordergrund. Ein Umsatzanstieg in der Firmenkundensparte macht dem US-Computerkonzern nach mehreren schwachen Quartalen Hoffnung auf eine Trendwende. Eine stärkere Nachfrage nach Servern und Netzwerk-Ausrüstung bescherte der Sparte im vierten Quartal als einzigem Unternehmensteil höhere Erlöse. Deshalb zogen die Aktien um mehr als neun Prozent an. Apple-Aktien verteuerten sich um mehr als zwei Prozent.

Auf der Verliererseite standen dagegen die Anteilsscheine des Energieversorgers Noble Energy mit einem Abschlag von über vier Prozent. Hintergrund ist der gesunkene Ölpreis wegen hoher US-Bestände.

Die Kauflaune der Amerikaner verbesserte sich vor Beginn der heißen Phase des Weihnachtsgeschäfts. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen stieg im November nach endgültigen Berechnungen um 1,9 auf 75,1 Punkte, wie Thomson Reuters und die Universität Michigan mitteilten. Die erste Schätzung hatte lediglich 73,5 Zähler ergeben.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 530 Millionen Aktien den Besitzer. 1867 Werte legten zu, 1117 gaben nach und 109 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,47 Milliarden Aktien 1790 im Plus, 747 im Minus und 111 unverändert.

Von

rtr

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