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23.02.2017

00:17 Uhr

Börse New York

Wall Street nach Fed-Protokollen uneinheitlich

Nach der Rekordjagd der vergangenen Tage haben die US-Börsen am Mittwoch an Schwung eingebüßt. Die wichtigsten Indizes schließen uneinheitlich. Die veröffentlichten Fed-Protokolle brachten ebenfalls kaum Impulse.

Nicht jeden Tag kann es weiter raufgehen. AFP; Files; Francois Guillot

Händler in New York

Nicht jeden Tag kann es weiter raufgehen.

New York/FrankfurtDie US-Börsen haben nach der Rekordjagd der vergangenen Tage am Mittwoch eine Verschnaufpause eingelegt. Die wichtigsten Indizes beendeten den Handel uneinheitlich.

Auch die Veröffentlichung der Mitschriften der jüngsten Fed-Zinssitzung sorgte kaum für Impulse. In den Protokollen hieß es, eine geldpolitische Straffung könne nach Ansicht vieler Währungshüter „recht bald angebracht“ sein. Ein Schritt nach oben im März sei eine Option, die auf dem Tisch liege, betonte zudem Direktoriumsmitglied Jerome Powell vor Journalisten in New York.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte beendete den Handel 0,16 Prozent höher auf 20.775 Punkte und markierte ein neues Rekordhoch. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 0,11 Prozent auf 2362 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 0,09 Prozent auf 5860 Punkte.

Bei den Einzelwerten standen die Papiere von Dow Chemical und Dupont im Fokus. Die EU-Kommission will Insidern zufolge der 130 Milliarden Dollar schweren Fusion der beiden US-Chemiegiganten grünes Licht erteilen. Die EU-Wettbewerbshüter akzeptierten die geringfügigen Zugeständnisse der beiden Konzerne, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. Die Aktien von Dow Chemical legten vier Prozent zu. Die Dupont-Papiere gewannen 3,4 Prozent. Die Aktien des deutschen Rivalen BASF, den der fusionierte Konzern vom Thron des Branchenprimus stößt, verloren 0,3 Prozent.

Garmin-Titel legten mehr als sieben Prozent zu. Der amerikanische Hersteller von Navigationsgeräten übertraf das fünfte Quartal in Folge die Gewinn- und Umsatzerwartungen.

Auch der Spezialist für den Bau von Luxusimmobilien, Toll Brothers, überzeugte mit seinem Umsatz- und Gewinnanstieg. Für die Aktien ging es um gut 6 Prozent aufwärts. First Solar setzte dagegen eine Abstufung der Experten der Credit Suisse nach einem Rekordverlust zu. Die Aktien knickten um 8,3 Prozent ein.

Bei den Papieren von Bristol-Myers Squibb stand ein Plus von 1 Prozent zu Buche. Wie das „Wall Street Journal“ berichtete, ist mit Carl Icahn ein weiterer aktivistischer Investor bei dem Pharmakonzern eingestiegen. Icahn sei der Auffassung, dass das Unternehmen über eine gute Produktpipeline verfüge und so zum Übernahmekandidaten werden könnte. Am Vortag hatten entsprechende Spekulationen aber zeitweise noch für deutlich höhere Kurse gesorgt.

Abwärts ging es dagegen bei den Betreibern von Hotel-Suchmaschinen wie Trip Advisor und Trivago - sie rutschten um 2,75 beziehungsweise 1,96 Prozent ab. Die Analysten von Cowen rechnen mit einem härteren Wettbewerb und stuften beide Aktien ab.

Den europäischen Börsen gaben positive Konjunkturdaten Auftrieb. Zusätzlichen Schub erhielten sie vom schwächelnden Euro, der Waren heimischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht. Die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der nahenden Wahlen in den Niederlanden und Frankreich machte die anfänglichen Gewinne aber wieder zunichte.

Die besten Anlagen 2016

Zucker

Die Preise vieler Agrarrohstoffe sind 2016 deutlich gestiegen. Am deutlichsten stieg der Preis für Rohrzucker – auch wenn über die Hälfte der Performance seit dem Herbst wieder abgeschmolzen ist. Wer an den Terminbörsen zu Jahresbeginn 100.000 Euro in Zucker anlegte, hat jetzt 132.950 Euro auf dem Konto. Grund für den Anstieg sind Aussichten auf eine sinkende Produktion. Ähnlich ist es bei Kaffee, Baumwolle und Kakao. Ein höheres Angebot ließ dagegen die Preise für Mais und Weizen fallen.

Aktien Russland

Vom Absturz zu Beginn des Jahres erholten sich sowohl der Leitindex Micex als auch der Rubel deutlich. Hauptgründe dafür sind der steigende Ölpreis und nach der Trump-Wahl die Hoffnung auf ein besseres politisches Verhältnis zwischen den USA und Russland. Aus 100.000 in Russland angelegten Euro wurden so im vergangenen Jahr 152.950 Euro. Zum Vergleich: Aus 100.000 angelegten Euro wurden im amerikanischen Dow Jones - inklusive des Dollar-Anstiegs - „nur“ 116.140 Euro, im deutschen Dax waren es 106.780 Euro und im Euro Stoxx 50 der Standardwerte im Euro-Raum 100.770 Euro.

Öl

Der weitere Verfall des Ölpreises schockte die Anleger zu Jahresbeginn. Bis auf das Zwölfjahrestief von 27 Dollar fiel der Preis für ein Fass (159 Liter) der Nordseesorte Bren bis zum Februar. Er erholte sich aber deutlich, in der Hoffnung darauf, dass die Ölstaaten die Fördermengen begrenzen. was sie Ende 2016 tatsächlich machten. Aus 100.000 in Öl-Terminkontrakte investierten Euro wurden bis am Jahresende 161.080 Euro.

Zink

Zink war 2016 der Rohstoff mit dem höchsten Preisanstieg. Im vergangenen Jahr stieg der Preis von Zink, das vielfach in der Industrie eingesetzt wird in Euro gerechnet um 62,84 Prozent.

Aktien Kasachstan

Das zentralasiatische Land ist der zweitgrößte Ölexporteur im postsowjetischen Raum und profitierte damit deutlich vom seit Mitte Februar wieder gestiegenen Ölpreis. Wer 100.000 Euro in den gerade mal neun Werte umfassenden Kase-Index investierte, machte einen Gewinn von 66,27 Prozent.

Aktien Peru

Die Aktie in Peru profitierte von der Wahl des neuen Präsidenten Pablo Kuczynski, der als liberal und wirtschaftsfreundlich gilt. Dazu sind im Leitindex Peru General S&P/BVL viele Minenwerte notiert – und die profitierten vom Anstieg der Minenpreise. Auch die Landeswertung Sol stieg. Das machte bei einer Investition von 100.000 Euro für hiesige Investoren einen Gewinn von 67.210 Euro. Im vergangenen Jahr hatte die Börse allerdings ein Drittel verloren.

Aktien Brasilien

Vor allem das Amtsenthebungsverfahren gegen Staatschefin Dilma Rousseff trieb Brasiliens Aktienkurse und den Real nach oben, weil dadurch die Präsidentin abgelöst wurde, die das Land in die Rezession und den größten Korruptionsskandal aller Zeiten getrieben hatte. Dass inzwischen auch gegen die Regierung und Ihren Präsidenten Michel Temer Korruptionsvorwürfe bestehen, bremste die Hausse nicht – ebenso wenig wie die Tatsache, dass das Land immer noch in der Rezession feststeckt. Unter dem Strich machten Anleger, die Anfang vergangenen Jahres 100.000 Euro in Brasiliens Leitindex investierten einen Gewinn von 76.160 Euro. So viel gab es in keiner anderen Anlageklasse.

Alle Angaben ohne Transaktionskosten. Stand: 30.12.2016

Bessere Chancen auf einen Wahlsieg des proeuropäischen Kandidaten Emmanuel Macron in Frankreich halfen dem Euro etwas auf die Sprünge. Nach einem zwischenzeitlichen Rutsch unter 1,05 US-Dollar erholte sich der Kurs der Gemeinschaftswährung im New Yorker Handel auf 1,0567 Dollar. Der Zentrumspolitiker Francois Bayrou hatte am Nachmittag angekündigt, Macron zu unterstützen, statt selbst zu kandidieren. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0513 (Dienstag: 1,0537) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9512 (0,9490) Euro.

In Frankfurt stieg der Dax zunächst auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 12.031 Punkten. Er fiel aber letztlich wieder unter unter die psychologisch wichtige 12.000er Marke zurück und schloss 0,3 Prozent höher bei 11.998 Zählern. Der EuroStoxx50 ging kaum verändert bei 3339 Stellen in den Feierabend.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 820 Millionen Aktien den Besitzer. 1279 Werte legten zu, 1615 gaben nach und 199 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,86 Milliarden Aktien 1133 im Plus, 1707 im Minus und 223 unverändert.

An den US-Kreditmärkten stiegen die zehnjährigen Staatsanleihen um 05-32 auf 98-17/32. Sie rentierten mit 2.417 Prozent. Die 30-jährigen Bonds kletterten 2/32 auf 99.11/32 und hatten eine Rendite von 3.035 Prozent.

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