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29.03.2012

00:39 Uhr

Börse New York

Wall Street pendelt bis zum Schluss ins Minus

Die Industriekonzerne in den USA erhalten nicht so viele Bestellungen wie erwartet, das vermieste den Anlegern an den amerikanischen Börsen die Laune. Die großen Indizes schlossen im Minus.

US-Händlern geht die Erholung der amerikanischen Wirtschaft zu langsam voran. AFP

US-Händlern geht die Erholung der amerikanischen Wirtschaft zu langsam voran.

New YorkEnttäuschende Konjunkturdaten haben der Wall Street am Mittwoch einen Dämpfer verpasst. Auf die Stimmung drückte vor allem der Auftragseingang für langlebige Güter, der im Februar nicht so stark zulegte wie erwartet.

„Das hat dem Markt die Begeisterung geraubt“, sagte der New Yorker Anlagestratege Adam Sarhan. Auch die Hoffnung auf einen Rückgang der potenziell konjunkturschädlichen hohen Ölpreise konnte nicht für neuen Enthusiasmus sorgen. Energietitel gingen dennoch auf Talfahrt.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging mit einem Minus von 0,5 Prozent auf 13.126 Punkten aus dem Handel. Im Verlauf pendelte das Börsenbaromter zwischen 13.069 und 13.212 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index fiel ebenfalls 0,5 Prozent auf 1405 Punkte. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor auch 0,5 Prozent und ging mit 3104 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax 1,1 Prozent im Minus bei 6998 Punkten. Rohöl verbilligte sich um 1,8 Prozent auf 105,55 Dollar je Barrel.

Der auch im Februar gestiegene Auftragseingang für langlebige Güter liefere ein weiteres Puzzle-Teil zu dem Gesamtbild, dass sich die Wirtschaft langsam verbessere, sagte Liam Dalton von Axiom Capital Management. „Aber es handelt sich definitiv um eine stockende Erholung, in der es keine starke Beschleunigung gibt.“

Die Konsolidierung des Marktes kommt angesichts der letzten Rally nicht überraschend. „Es ist eine Kombination aus Bammel der Investoren wegen der Rally und einem Testen von technischen Faktoren, um zu schauen, ob die Rally hält“, sagte Jim Paulsen von Well Capital Management. Der Leitindex S&P 500 hat 2012 bislang rund zwölf Prozent zugelegt und steuert auf sein bestes Vierteljahr seit dem dritten Quartal 2009 zu. Weitere Höhenflüge halten Analysten deshalb vorerst für schwierig.

Impulse hatten die US-Börsen zuletzt wiederholt von der US-Notenbank bekommen, die mit ihrer lockeren Geldpolitik der heimischen Wirtschaft auf die Sprünge helfen will. Am Dienstag hatte Fed-Chef Ben Bernanke auf die Frage nach weiteren Maßnahmen gesagt, man halte sich alle Wege offen.

Die seit Jahresanfang um fast acht Prozent gestiegenen Ölpreise gelten vielen als Hindernis für ein schnelleres Wirtschaftswachstum. Hoffnung auf einen Preisrückgang schürten am Mittwoch Frankreich, Großbritannien und die USA, die ein Anzapfen ihrer Notreserven des wichtigen Rohstoffs erwägen. Die Bundesregierung will dagegen ihre eigenen strategischen Vorräte nicht angehen. Die Aktien des US-Ölkonzerns Exxon gaben 0,9 Prozent nach, die des Rivalen Chevron 1,2 Prozent.

Die Opel-Mutter GM büßte 0,8 Prozent ein. In Deutschland fanden Arbeitnehmer und Management des chronisch defizitären Tochterkonzerns vorerst keinen Ausweg aus ihrem Konflikt über den künftigen Sanierungskurs.

Um 54 Prozent stiegen Amylin-Aktien. Der Pharmakonzern hat einem Medienbericht zufolge ein 3,5 Milliarden Dollar schweres Übernahmeangebot des Rivalen Bristol-Myers Squibb abgelehnt. Bristol-Papiere schlossen unverändert.

Der Bio-Lebensmittelhersteller Annie's legte einen fulminanten Börsenstart hin. Die Aktien kletterten um knapp 90 Prozent auf 35,92 Dollar. Die Papiere waren zu 19 Dollar und damit über der angepeilten Preisspanne ausgegeben worden. Die Produkte von Annie's erfreuen sich in den USA großer Beliebtheit. Zuletzt Jahr kletterten Umsatz und Gewinn deutlich.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,81 Milliarden Aktien den Besitzer. 1113 Werte legten zu, 1888 gaben nach und 103 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,74 Milliarden Aktien 887 im Plus, 1633 im Minus und 100 unverändert.

Von

rtr

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