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07.07.2014

22:41 Uhr

Börse New York

Wall Street sahnt ab und wartet

Vor dem Start der Bilanzsaison warten die Anleger in New York erstmal ab und nehmen Gewinne mit. Der Rekordlauf von letzter Woche wurde vorerst beendet. Doch die Bilanzen lassen Gutes erwarten.

An den US-Börsen zeigen sich die noch Anleger zögerlich: Am Dienstag startet die Berichtsaison der Unternehmen. dapd

An den US-Börsen zeigen sich die noch Anleger zögerlich: Am Dienstag startet die Berichtsaison der Unternehmen.

New YorkAn der Wall Street haben sich Anleger zum Wochenauftakt zurückgehalten. Nach den Arbeitsmarktdaten in der vergangenen Woche richtet sich nun die Aufmerksamkeit auf die beginnende Bilanzsaison. Den Auftakt macht traditionell der Aluminiumhersteller Alcoa, der am Dienstag nach US-Börsenschluss seine Bilanz für das zweite Quartal vorlegt.

Einige Experten schließen nicht aus, dass die im S&P500 gelisteten Unternehmen erstmals seit dem Herbst 2011 im Schnitt wieder einen prozentual zweistelligen Gewinnzuwachs ausweisen werden. Die Mehrheit der Analysten erwartet dies aber erst in drei Monaten. Zudem nahmen Börsianer nach dem Rekordlauf in der vergangenen Woche Gewinne mit.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,3 Prozent tiefer auf 17.024 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 verringerte sich um 0,4 Prozent auf 1977 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,8 Prozent auf 4451 Stellen.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Ein überraschend starker Rückgang der deutschen Produktion im Mai hatte am Montag Europas Aktienanleger enttäuscht. Der Dax fiel um ein Prozent auf 9906,07 Punkte, der EuroStoxx50 verlor 1,2 Prozent auf 3230,92 Zähler. Vor allem der stärkste monatliche Einbruch der deutschen Industrieproduktion seit zwei Jahren habe für Ernüchterung gesorgt, sagte CMC-Markets-Analyst Andreas Paciorek. Dass sich der Dax nicht über der 10.000er Marke behaupten konnte, habe zusätzlichen Verkaufsdruck ausgelöst, fügte ein Händler hinzu.

Am Freitag hatte die Wall Street wegen des Unabhängigkeitstages geschlossen. Am Donnerstag hatte ein überraschend starker US-Arbeitsmarktbericht den Dow erstmals über die Marke von 17.000 Punkten getrieben. Einige Experten erwarten, dass die US-Notenbank nun etwas früher als bislang erwartet die Zinsen anheben wird. Bislang war dies überwiegend frühestens für Mitte 2015 erwartet worden.

Hightech-Titel legen zu

Bei den Einzelwerten stiegen Aktien von Applied Materials um 0,7 Prozent. JPMorgan Securities hatte die Empfehlung für die Papiere von „neutral“ auf „übergewichten“ heraufgesetzt.

BioDelivery Sciences legten rund neun Prozent zu. Das Unternehmen hatte über den erfolgreichen Verlauf einer Medikamenten-Studie berichtet.

Alcoa ließen einen Tag vor der Veröffentlichung der Bilanzdaten 1,5 Prozent Federn.

Die Anteilsscheine von Expedia verbilligten sich um 1,7 Prozent. Der Online-Reiseanbieter will den australischen Rivalen Wotif.com für umgerechnet 485 Millionen Euro übernehmen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 600 Millionen Aktien den Besitzer. 939 Werte legten zu, 2140 gaben nach und 119 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,67 Milliarden Aktien 547 im Plus, 2167 im Minus und 92 unverändert.

Die US-Kreditmärkte legten dagegen zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 9/32 auf 99-1/32. Die Rendite sank auf 2,617 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 26/32 auf 98-26/32 und rentierte mit 3,439 Prozent. Händler erklärten die Aufschläge mit der Einschätzung der Investoren, dass der jüngste unerwartet gute Arbeitsmarktbericht nicht ausreiche, um die Notenbank zu einer früheren Zinserhöhung zu veranlassen.

Von

rtr

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