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13.07.2017

22:17 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt im Plus

Die US-Börsen haben ihre Rekordjagd am Donnerstag mit Gewinnen fortgesetzt. Bei den Einzelwerten zählte Target mit einem Kursplus von rund drei Prozent zu den Gewinnern. Der neue Chef kommt bei Tiffany-Anlegern gut an.

Wie der Wall Street Handel lief

Berichtssaison zum Zweiten – Aktienhandel droht zu enttäuschen

Wie der Wall Street Handel lief: Berichtssaison zum Zweiten – Aktienhandel droht zu enttäuschen

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New YorkDie US-Börsen haben ihre Rekordjagd am Donnerstag mit leichten Gewinnen fortgesetzt. Die Äußerungen von Notenbank-Chefin Janet Yellen vom Mittwoch zur Geldpolitik in den USA stützten weiter die Kurse. Yellen hatte im Kongress angedeutet, angesichts solider Konjunktur den Kurs behutsamer Zinserhöhungen fortzusetzen. Ihre Rede habe nach einer lockeren Geldpolitik geklungen, sagte Analyst Naeem Aslam vom Broker Think Markets UK. Sie habe keine Hinweise auf aggressive Zinserhöhungen oder einen festen Plan zum Abbau der im Zuge der Finanzkrise aufgeblähten Notenbank-Bilanz enthalten. Vor dem Start in die heiße Phase der Quartals-Bilanzen mit ersten Zahlen von US-Großbanken am Freitag gönnten sich die Anleger aber eine kleine Verschnaufpause.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent höher auf 21.553 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 rückte um 0,2 Prozent auf 2447 Zähler vor. Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq verbesserte sich um 0,2 Prozent auf 6274 Punkte.

Wie Deutsche ihr Vermögen verteilen – und welche Folgen dies hat

Wo steckt das viele Geld?

Sparbuch und Co. werfen wegen der Zinsflaute kaum noch etwas ab, zugleich nagen die Niedrigzinsen an der Rendite von privaten Renten- und Lebensversicherungen. Dennoch liegt das Geld vor allem auf Girokonten, es steckt in Sparbüchern oder Lebensversicherung. Der größte Posten waren der Bundesbank zufolge Ende vergangenen Jahres Bargeld, Geld auf Girokonten oder Spareinlagen mit insgesamt 2.200 Milliarden Euro. Weitere 2.113 Milliarden Euro steckten in Versicherungen und Pensionseinrichtungen. 2016 hatten einer GfK-Umfrage zufolge 40 Prozent der Bundesbürger ihr Geld auf einem Sparbuch angelegt – wohlwissend, dass es sich um eine unattraktive Form der Geldanlage handelt.

Was ist mit Aktien?

Die meisten Menschen in Deutschland meiden Aktien nach wie vor. Die Zahl der Aktienbesitzer in Deutschland sank im vergangenen Jahr sogar wieder unter die Marke von neun Millionen. „Die Deutschen sind eben leider immer noch kein Volk der Anleger, sondern ein Volk der Sparer - daran hat selbst die anhaltende Niedrigzinsphase bis heute nichts ändern können“, meint der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW), Marc Tüngler.

Welche Folgen hat das?

Sparer verzichten nicht nur auf Gewinne durch steigende Börsenkurse, sondern auch auf Dividenden. Nach Berechnungen von Aktionärsvertretern schütten allein die 30 Börsenschwergewichte im Leitindex Dax in diesem Jahr die Rekordsumme von 31,6 Milliarden Euro an ihre Anteilseigner aus. Die Gewinnbeteiligung bei 640 untersuchten Aktiengesellschaften steigt im Vergleich zum Vorjahr um rund 9 Prozent auf die Bestmarke von insgesamt 46,3 Milliarden Euro.

Sind Aktien immer eine gute Wahl?

Nicht unbedingt. Zwar gelten die Anteilsscheine langfristig als lukrative Geldanlage. Wer beispielsweise Ende 1995 Aktien kaufte und bis Ende 2010 hielt, habe in diesem Zeitraum im Schnitt 7,8 Prozent Rendite pro Jahr erzielt, rechnet das Deutsche Aktieninstitut (DAI) vor. Doch nicht jede Aktie zahlt sich aus - wie die DSW-Liste der 50 „größten Kapitalvernichter“ zeigt. Wer dort investierte, musste herbe Kursverluste hinnehmen, „die durch die Dividendenzahlungen meist nicht ansatzweise kompensiert werden konnten“, wie Tüngler erläutert.

Wie ist der Reichtum verteilt?

Darüber gibt die Analyse der Bundesbank keine Auskunft. Der aktuelle Armut- und Reichtumsbericht der Bundesregierung kommt aber zu dem Ergebnis, dass die reichsten zehn Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte des gesamten Netto-Vermögens besitzen. „Die untere Hälfte nur ein Prozent“, erläuterte Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) jüngst. Von dem seit Jahren anhaltenden wirtschaftlichen Aufschwung in Deutschland profitieren danach vor allem die Reichen. „Die unteren 40 Prozent der Beschäftigten haben 2015 real weniger verdient als Mitte der 90er Jahre“, so die Ministerin.

Bei den Einzelwerten zählte Target mit einem Kursplus von knapp fünf Prozent zu den Gewinnern. Der Konzern rechnet für die vergangenen drei Monate erstmals seit fünf Quartalen mit einem Umsatzanstieg. Die Papiere von Delta Air Lines gaben dagegen 1,8 Prozent nach. Die zweitgrößte US-Fluggesellschaft enttäuschte die Anleger mit einem Gewinnrückgang von rund einem Fünftel im abgelaufenen Quartal.

Anleger hoben die Daumen für den neuen Tiffany-Chef. Die Aktien des Luxusjuweliers kletterten 1,7 Prozent. Das Unternehmen holte sich den früheren Manager des Luxuskonzerns Bulgari, Alessandro Bogliolo, an die Vorstandsspitze. Er soll den schwächelnden Edeljuwelier wieder in die Spur bringen.

Mit Aktienkäufen reagierten die Anleger auf die Kooperation des russischen Internet-Konzerns Yandex mit dem US-Fahrdienstvermittler Uber. An der Börse in Moskau schoss der Kurs um 16 Prozent in die Höhe. In den USA konnte die Aktie ein ebenso großes Kursplus erzielen. Yandex, das auch als "russisches Google" bezeichnet wird, einigte sich mit Uber auf ein gemeinsames Geschäft in Russland und in fünf benachbarten Ländern.

Anleger warteten zudem auf Zahlen von JPMorgan, Wells Fargo und Citi, die am Freitag Einblick in ihre Bücher gewähren und damit die US-Bilanzsaison eröffnen. Die Aktien der drei Geldhäuser legten bis zu 0,8 Prozent zu.

Nach den kräftigen Kursgewinnen vom Mittwoch nahmen Anleger in Europa bereits wieder den Fuß vom Gas. Der Dax gab seine im Tagesverlauf erzielten Gewinne fast komplett wieder ab und ging mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 12.641 Punkte aus dem Handel. Der EuroStoxx50 schloss 0,4 Prozent höher bei 3527 Zählern.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 770 Millionen Aktien den Besitzer. 1512 Werte legten zu, 1366 gaben nach und 173 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,79 Milliarden Aktien 1430 im Plus, 1412 im Minus und 226 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 4/32 auf 100-9/32. Die Rendite stieg auf 2,3426 Prozent. Der 30-jährige Bond sank nach einer enttäuschenden milliardenschweren Auktion 13/32 auf 101-22/32 und rentierte mit 2,9148 Prozent.

Von

rtr

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