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17.10.2014

22:16 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt im Plus

Die US-Börsen konnten ihren Abwärtstrend stoppen und schlossen mit Kursgewinnen. Positive Quartalszahlen sorgten für positive Stimmung. Die Papiere von Morgan Stanley und General Electric zogen an, ebenso Honeywell.

Den Blick auf die Bildschirme gerichtet: Gelingt die Stabilisierung? AFP

Den Blick auf die Bildschirme gerichtet: Gelingt die Stabilisierung?

New YorkIn der Hoffnung auf eine längerfristig lockere Geldpolitik der großen Notenbanken sind Anleger am Freitag wieder in die US-Aktienmärkte eingestiegen. Angestoßen hatte die Spekulationen auf zusätzliche Notenbank-Hilfen James Bullard.

Der Chef der Federal Reserve Bank von St. Louis hatte am Vorabend eine Pause bei der Drosselung der Wertpapierkäufe durch die US-Notenbank ins Gespräch gebracht.

"Dass heute auch der Chefvolkswirt der Bank of England davon sprach, dass die Zinsen in Großbritannien länger als erwartet niedrig bleiben könnten, deutet darauf hin, dass auch die internationalen Geldpolitiker die Marktturbulenzen beobachten und nun koordiniert verbal eingreifen", sagte Marktanalyst Andreas Paciorek vom Brokerhaus CMC Markets.

Aus Sicht seines Kollegen Chris Weston von IG Markets werden diese Äußerungen die Kurse aber nur vorübergehend stabilisieren. "Wir brauchen eine längere Periode mit starken Konjunkturdaten aus den USA und vor allem aus Europa, damit sich die Märkte beruhigen." Einen Anfang machte die überraschend positive Stimmung der US-Verbraucher. Der von Reuters und der Universität Michigan ermittelte Index übertraf mit 86,4 Punkten die Markterwartung von 84,1 Zählern.

Wie der Wall Street Handel lief

Happy End zum Wochenende

Wie der Wall Street Handel lief: Happy End zum Wochenende

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Der Dow-Jones-Index schloss 1,6 Prozent höher auf 16.380 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 tendierte mit 1886 Zählern 1,3 Prozent im Plus. Die Technologiebörse Nasdaq stand zuletzt bei 4258 Punkten, ein Anstieg von rund einem Prozent. Im Wochenvergleich ergab sich dennoch für den Dow und den S&P-Index ein Minus von jeweils einem Prozent und für die Nasdaq ein Rückgang von 0,4 Prozent.

Bei den Einzelwerten rückte Morgan Stanley in den Fokus. Die Investmentbank verdoppelte ihren Gewinn nahezu. Die Aktien stiegen um 2,1 Prozent. Die Dividendenpapiere von General Electric (GE) zogen um 2,3 Prozent an, nachdem der Siemens -Rivale ein 22-prozentiges Plus der Auftragseingänge bekanntgegeben hatte. Außerdem steigerte der Industriekonzern seine Gewinnmarge um fast einen Prozentpunkt auf 16,3 Prozent.

Die Aktien des Mischkonzerns Honeywell verteuerten sich nach Vorlage der Unternehmensbilanz um 4,2 Prozent. Trotz enttäuschender Quartalszahlen rückten die Anteilscheine des Chipherstellers AMD um drei Prozent vor.

Zu den größten Gewinnern gehörten die Aktien von Mead Johnson Nutrition mit einem Kursaufschlag von fast zehn Prozent. Der französische Lebensmittelkonzern Danone hat nach Informationen von Insidern Interesse an einer milliardenschweren Übernahme des US-Babynahrungsherstellers.

In Frankfurt verabschiedete sich der Dax mit einem Plus von 3,1 Prozent bei 8850,27 Punkten in den Feierabend. Das ist der größte Tagesgewinn seit April 2013. Dank dieses Schluss-Spurts legte er im Wochenvergleich 0,7 Prozent zu. Der EuroStoxx50 stieg ebenfalls um 3,1 Prozent auf 2962,24 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,05 Milliarden Aktien den Besitzer. 2021 Werte legten zu, 1067 gaben nach und 98 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,21 Milliarden Aktien 1348 im Plus, 1370 im Minus und 88 unverändert.

Die US-Kreditmärkte gaben nach. Die zehnjährigen Staatsanleihen verloren 13/32 auf 101-17/32. Die Rendite stieg auf 2,2006 Prozent. Der 30-jährige Bond sank 24/32 auf 102-30/32 und rentierte mit 2,9748 Prozent. Hintergrund waren die unerwartet guten Konjunkturdaten, die die Bonds weniger attraktiv für Investoren erschienen ließen.

Börsen in Aufruhr

Was spielt sich derzeit an den Finanzmärkten ab?

Vor allem eingetrübte Konjunkturperspektiven belasten die Märkte. Die Rohstoffpreise - ein Barometer für die wirtschaftliche Lage - befinden sich auf Talfahrt. Zu den Sorgen über die Wirtschaft kommt die Verunsicherung durch Krisen im Nahen Osten und der Ukraine sowie die Furcht vor einer Ausbreitung von Ebola. „Die Anleger sind nervös und nutzen jede Gelegenheit zum Verkaufen, während noch vor Wochen jede Schwäche zum Nachkaufen genutzt wurde“, sagt Marktexperte Daniel Saurenz von Feingold Research. Die Stimmung sei innerhalb kürzester Zeit von fast schon euphorisch auf sehr negativ gedreht. Auch an den Anleihemärkten dominiert die Angst. Die Risikoaufschläge für Papiere aus den europäischen Krisenländern zogen stark an, während die Renditen auf die deutschen Staatspapiere auf Rekordtiefs fielen. Letzteres deutet auf eine große Nachfrage der Investoren hin - die sogenannten Bundesanleihen gelten als sicherer Hafen in Krisenzeiten.
Quelle: dpa

Haben die Anleger die Gefahren für die Wirtschaft zu lange ignoriert?

Tatsächlich haben insbesondere die Aktienmärkte die politischen Krisen und die Gefahren einer globalen Wachstumsschwäche lange Zeit kaum beachtet. Die Notenbanken pumpten billiges Geld in den Markt. Und wegen der mickrigen Zinsen mangelte es an Alternativen, so dass die Anleger in großem Stil zu Aktien griffen. „Befürchtet wird nun ein Übergreifen der Wirtschaftsschwäche und sinkender Inflationsraten aus der Eurozone auf die USA“, sagt Volkswirt Eugen Keller vom Bankhaus Metzler.

Sind die Notenbanken mit ihrem Latein am Ende?

Während die US-Notenbank Fed jahrelang Milliarden in die Wirtschaft pumpte und Erfolge vorweisen konnte, gilt die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) bei vielen Ökonomen mittlerweile als wenig wirksam. „Die jüngst von der EZB beschlossenen Maßnahmen zielen auf das Angebot an Krediten ab, aber tatsächlich fehlt es angesichts der wirtschaftlichen Schwäche an Nachfrage“, sagt Volkswirt Keller. Auch die jetzt diskutierten, breit angelegte Staatsanleihekäufe würden nichts am Grundproblem ändern.

Sind die Konjunkturängste gerechtfertigt?

Laut Volkswirten gibt es zwar Grund zur Vorsicht, allerdings sollten die jüngsten Signale nicht überbewertet werden. Nach Einschätzung der Experten von Goldman Sachs gilt das vor allem mit Blick auf die USA. Dort gebe es wenig Anzeichen einer Konjunkturabkühlung. Auch die Ausbreitung des Ebola-Virus sehen die Experten der US-Investmentbank nicht sonderlich kritisch. Es müsse schon viel passieren, bis derartige Ereignisse tiefere Spuren in der Wirtschaft hinterließen. Mit Blick auf Europa hält Graham Secker, Marktstratege bei Morgan Stanley, die Konjunkturaussichten zwar nicht für rosig, aber längst nicht so trübe wie die Anlegerstimmung es signalisiere.

Droht am Ende der große Crash am Aktienmarkt?

Noch sehen Experten keinen Grund für übertriebene Angst. Nach dem starken Lauf der vergangenen Jahre sind auch größere Korrekturen nicht ungewöhnlich. Investoren sollten nicht die Nerven verlieren und blind der Masse hinterherrennen, sagt Marktexperte Saurenz. Möglicherweise nutzten manche Investoren die niedrigen Kurse auch zum Kaufen, was den Markt stützen würde. Viel schlechter könne die Stimmung am europäischen Aktienmarkt nicht werden, schrieb Morgan-Stanley-Experte Secker wie zur Beruhigung.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Herr Uwe Warschkow

20.10.2014, 10:29 Uhr

Kann man eigentlich Williams oder Bullard wegen ihrer Kursmanipulation verklagen? Sie hätten wissen müssen,was ihre Interviews für die Märkte bedeuten.Genau wie Draghi im Juli 2012,gefallen sich die Notenbanker darin,die Kurse in die ein oder andere Richtung zu schicken.Ohne ihre verbale Interaktionen ab Donnerstag Mittag,wäre es jedenfalls nie und nimmer,zu den Kurserholungen gekommen.Das Problem sind nicht mehr die Insiderhändler,das Problem sind die Notenbanker.

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