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17.11.2016

22:15 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt leicht im Plus

Fed-Chefin Janet Yellen hat signalisiert, trotz des Wahlsiegs von Donald Trump die Zinsen im Dezember erhöhen zu wollen. Das kam bei den Anlegern gut an. Der Dow Jones notierte am Donnerstag leicht im Plus.

Ermutigende Konjunkturdaten stützen die Kurse. Reuters

New York Stock Exchange

Ermutigende Konjunkturdaten stützen die Kurse.

New YorkDie Wall Street hat am Donnerstag ihren Aufwärtstrend nach der US-Präsidentenwahl wiederaufgenommen. Die Anleger zeigten sich ermutigt von Signalen der Fed-Chefin Janet Yellen, dass die US-Notenbank auch nach dem überraschenden Wahlsieg von Donald Trump Kurs auf eine Zinserhöhung im Dezember hält. Eine Anhebung könne "relativ bald" angebracht sein, sagte sie bei ihrem ersten öffentlichen Auftritt nach der Wahl. Wichtig für die weitere Entwicklung sei aber Klarheit über die Wirtschaftspolitik der neuen Regierung. Nach der Wahl hatten Trumps Vorschläge für Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen die Börsen angetrieben. Zuletzt bremsten aufkeimende Zweifel an den Plänen die Kurse.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,2 Prozent höher bei 18.903 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 stieg um 0,5 Prozent auf 2187 Zähler in die Nähe seines jüngsten Rekordhochs. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,7 Prozent auf 5333 Stellen. Die Abwertung des Euro, die Waren europäischer Firmen auf dem Weltmarkt wettbewerbsfähiger macht, half dem Dax und dem EuroStoxx50. Der deutsche Leitindex schloss 0,2 Prozent höher bei 10.685 Punkten, der EuroStoxx50 0,4 Prozent fester bei 3039 Zählern.

Wie der Wall Street Handel lief

Devisenmarkt nimmt Yellen ernst

Wie der Wall Street Handel lief: Devisenmarkt nimmt Yellen ernst

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Auch ermutigende Konjunkturdaten stützten die Kurse und die Zinsspekulationen an der Wall Street. Die Amerikaner haben kurz vor der US-Wahl so viele neue Wohnprojekte gestartet wie seit neun Jahren nicht mehr. Die Zahl der Wohnbaubeginne stieg überraschend kräftig um 25,5 Prozent auf eine Jahresrate von 1,32 Millionen, wie das Handelsministerium mitteilte. Das war zugleich der stärkste Anstieg seit Juli 1982. Zudem näherte sich die Inflationsrate im Oktober mit 1,6 Prozent dem Fed-Ziel von zwei Prozent an.

"Eine Zinserhöhung im Dezember ist eingepreist", sagte Analyst Erik Wytenus von JP Morgan Private Bank. Die Federal Reserve werde dabei aber behutsam vorgehen. Händler am Markt sehen nach Thomson-Reuters-Daten die Wahrscheinlichkeit für eine Zinserhöhung im Dezember bei 83 Prozent.

Die Aussicht auf höhere Zinsen ließ vor allem Finanzwerte steigen. So legten die Aktien der Bank of America 1,7 Prozent und die von Wells Fargo um 1,6 Prozent zu.

Die umstrittenen Staatsanleihen-Kaufprogramme der EZB

10. Mai 2010

Als die Schuldenkrise zum ersten Mal in Griechenland eskaliert, beschließt der EZB-Rat den Kauf von Staatsanleihen überschuldeter Euro-Länder. Damit wirft die EZB erstmals in ihrer Geschichte de facto die Notenpresse an, um Krisenländern zu helfen und das politische Projekt der Gemeinschaftswährung nicht zu gefährden. In der Folge kauft sie für mehr als 200 Milliarden Euro Papiere von Griechenland, Irland und Portugal.

8. August 2011

Die EZB dehnt unter dem Druck der sich verschärfenden Schuldenkrise ihre Staatsanleihen-Käufe auf Spanien und Italien aus. Zudem wird bekannt, dass der damalige Notenbankchef Jean-Claude Trichet Briefe an die Regierungschefs dieser Länder, Silvio Berlusconi und Jose Luis Zapatero, geschrieben hat, in denen er ihnen Ratschläge für eine nachhaltige Finanzpolitik und Haushaltsführung erteilt. Der Brief an Berlusconi, den auch Trichets designierter Nachfolger - Italiens Notenbankchef Mario Draghi - unterzeichnet, wird zum Politikum.

2. August 2012

Draghi, mittlerweile EZB-Präsident, kündigt angesichts der immer weiter eskalierenden Krise ein neues Anleihen-Kaufprogramm an. Wenige Tage zuvor hatte er in London völlig überraschend erklärt, die EZB werde alles tun, um den Euro zu retten. Heftiger Widerspruch kommt von Bundesbank-Chef Jens Weidmann.

6. September 2012

Der EZB-Rat beschließt das von Draghi einen Monat zuvor angekündigte Anleihe-Kaufprogramm OMT (Outright Monetary Transactions). Es ist an Bedingungen geknüpft, etwa dass ein Land, um in den Genuss der Hilfe durch die Notenpresse zu kommen, unter den permanenten Euro-Rettungsschirm ESM schlüpfen muss. Im Gegenzug erklärt sich die EZB bereit, theoretisch unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Begründet wird das Programm, das im EZB-Rat gegen den Widerstand Weidmanns durchgesetzt wurde, mit einer Störung der Geldpolitik in den 17 Euro-Ländern.

12. September 2012

Das Bundesverfassungsgericht gibt in einem Eilverfahren grünes Licht für den ESM. Das Gericht kündigt zudem an, bei der Hauptverhandlung auch die Rettungspolitik der EZB unter die Lupe zu nehmen - und damit vor allem das Anleihe-Kaufpogramm OMT.

Auf dem Dow Jones lasteten enttäuschende Quartalszahlen von Wal-Mart. Der weltweit führende Einzelhändler bekommt den Preisverfall bei Lebensmitteln zu spüren. Der Nettogewinn sank im Sommerquartal um zehn Prozent. Der Umsatz wuchs mit 0,5 Prozent nicht so stark wie am Markt erwartet. Die Aktien fielen rund drei Prozent.

Die Papiere von Cisco Systems sanken sogar um 4,8 Prozent. Dem Netzwerkausrüster macht das Traditionsgeschäft mit Routern zu schaffen. Im abgelaufenen Geschäftsquartal fielen deshalb die Erlöse um 2,6 Prozent auf 12,35 Milliarden Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 860 Millionen Aktien den Besitzer. 1565 Werte legten zu, 1409 gaben nach und 129 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,07 Milliarden Aktien 1753 im Plus, 1094 im Minus und 190 unverändert.

Von

rtr

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