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06.03.2012

23:44 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt mit größtem Tagesverlust in diesem Jahr

Die Angst vor einem Scheitern des Schuldenschnitts in Griechenland hat auch die US-Anleger nicht kalt gelassen. Nach einem Höhenflug in den vergangenen Wochen gab der Dow Jones mehr als 200 Punkte ab.

Die Kurse an der Wall Street purzeln ganz wie in Europa. dapd

Die Kurse an der Wall Street purzeln ganz wie in Europa.

New YorkAn der Wall Street haben am Dienstag die Skeptiker mit aller Macht das Ruder übernommen. Die Angst vor einem Scheitern der Umschuldung in Griechenland und Sorgen um die weltweite Wirtschaftserholung brockten den US-Börsen deutliche Verluste ein. Sie gaben so stark nach wie schon seit fast drei Monaten nicht mehr. Die Nervosität war außergewöhnlich hoch.

„Das ist einer von diesen Tagen, an denen alle schlechten Nachrichten auf einmal kommen“, sagte Randy Frederick vom Schwab Center for Financial Research. Die Zitterpartie um Griechenland belastete vor allem Banktitel. Auch Rohstoffwerte gingen auf Talfahrt. Hinzu kamen ernüchternde Konjunktursignale aus Europa und wichtigen Schwellenländern.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.958 und einem Tief von 12.734 Punkten. Er büßte zum Handelsschluss 1,6 Prozent auf 12.759 Punkte ein. In den vergangenen 45 Tagen ist der Dow kein einziges Mal um einen dreistelligen Punktebetrag gefallen. Einen so langen Zeitraum ohne einen Kursrutsch von mehr als 100 Punkten hatte es laut einer Datenauswertung der Nachrichtenagentur Bloomberg seit 2006 nicht mehr gegeben.

Der breiter gefasste S&P-500 gab 1,5 Prozent auf 1343 Zähler nach. Er fiel zum dritten Mal in Folge, nachdem er noch in der Vorwoche auf dem höchsten Stand seit 2008 geschlossen hatte. Auch einen Kursverlust von mehr als einem Prozent hatte der S&P 500 seit 45 Tagen nicht mehr verbuchen müssen.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 1,4 Prozent auf 2910 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 3,4 Prozent im Minus bei 6633,11 Punkten und markierte damit den tiefsten Stand seit Anfang Februar.

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Trotz des neuen Rettungspakets für Griechenland bereitet das Thema den Investoren neue Bauchschmerzen. Schließlich ist noch unklar, ob die Regierung in Athen und die privaten Gläubiger den vereinbarten Schuldenschnitt fristgerecht bis Donnerstagnacht über die Bühne bekommen. Sollten sich nicht ausreichend Gläubiger daran beteiligen, droht eine ungeordnete Staatspleite.

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Wenige Tage vor Ablauf des Anleihentauschs für den Schuldenschnitt, erhöht das griechische Finanzministerium den Druck auf die Gläubiger - die jetzt im schlimmsten Fall alles verlieren könnten.

Unter Druck gerieten vor allem Finanztitel. So stürzte der Kurs von Morgan Stanley 5,3 Prozent ab. Die Anteilsscheine der Bank of America büßten 3,3 Prozent an Wert ein, Citigroup 4,6 Prozent. Goldman Sachs verbilligten sich um 4,2 Prozent.

Dämpfer gab es zuletzt auch für die Konjunkturoptimisten an den Märkten. Bereits zu Wochenbeginn hatte die chinesische Regierung ihre Wachstumsziele gesenkt. „Den Markt treibt die Erkenntnis um, dass China von Europa genauso betroffen ist wie alle anderen auch“, sagte Art Hogan von Lazard Capital Markets. Am Dienstag kam eine Enttäuschung aus einem weiteren Schwellenland: Brasiliens Wirtschaftsleistung steigerte sich 2011 um vergleichweise geringe 2,7 Prozent.

Nicht zuletzt wegen des gebremsten Wachstums in wichtigen Schwellenländern gehörten auch Rohstoffwerte zu den Verlierern. So fiel der Kurs des Aluminiumriesen Alcoa um 4,1 Prozent, der des Ölkonzerns Exxon Mobil um 1,3 Prozent.

Die Titel von Yahoo lagen 1,4 Prozent tiefer. Laut einem Branchen-Blog plant der neue Yahoo-Chef einen tiefgreifenden Umbau des Internet-Konzerns mit Tausenden von Entlassungen.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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An der New York Stock Exchange wechselten rund 876 Millionen Aktien den Besitzer. 261 Werte legten zu, 2753 gaben nach und 59 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,7 Milliarden Aktien 444 Titel im Plus, 2089 im Minus und 79 unverändert.

Kommentare (12)

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Account gelöscht!

06.03.2012, 20:32 Uhr

"Die meisten Leute interessieren sich für Aktien, wenn alle anderen es tun. Die beste Zeit ist aber, wenn sich niemand für Aktien interessiert."
Warren Buffett

Account gelöscht!

06.03.2012, 20:39 Uhr

Das Ei des Kostolany, nur eben halt von Warren interpretiert.

Antizyklisch bei Kriegsspannungen ist nicht gerade eine kluge Wahl.

whisky

06.03.2012, 20:48 Uhr

Was mir bei "Börse" einfällt ist Herdentrieb und Blasenbildung. Analysten, die häufig daneben liegen, nicht zu vergessen.

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