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24.11.2014

23:07 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt mit Rekorden

US-Anleger zeigen sich durch die Konjunkturerholung angespornt: An der Wall Street steigen die Kurse weiter. Übernahmepläne sorgten am Montag für Gesprächsstoff. Die Telekombranche hatte unter Nachrichten aber zu leiden.

Ein Händler an der New Yorker Börse: Der Blick geht nach Europa und China. AFP

Ein Händler an der New Yorker Börse: Der Blick geht nach Europa und China.

New YorkDie Hoffnung auf weitere geldpolitische Lockerungen in China und neue Fusionsvereinbarungen haben die Wall Street zum Wochenstart gestützt. Die Börsenbarometer Dow Jones und S&P-500 gingen am Montag mit neuen Rekordständen aus dem Handel.

Aktienstratege Mike Gibbs von der Firma Raymond James verwies neben der Konjunkturerholung in den USA insbesondere auf die Neuigkeiten aus China. Die Nachrichtenagentur Reuters hatte am Wochenende erfahren, dass die chinesische Führung bereit sei, die Zinsen weiter zu senken und die Kreditvergabe anzukurbeln. Erst am Freitag hatte die Notenbank erstmals seit zwei Jahren den Schlüsselzins überraschend gesenkt - auf 5,6 von sechs Prozent.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte erzielte ein minimales Plus von 0,04 Prozent auf 17.817 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 0,3 Prozent auf 2069 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte 0,9 Prozent auf 4754 Punkte. In Frankfurt schloss der Dax 0,5 Prozent fester auf 9786 Punkten. Auftrieb gab vor allem der überraschende Anstieg des Ifo-Geschäftsklima-Indexes.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

An den US-Börsen sei weiterhin ein Aufwärtstrend erkennbar, sagte Marktexperte Gibbs. Das gelte vor allem für Branchen, die stark von der allgemeinen Konjunkturentwicklung abhingen.

So legten Finanzwerte 0,6 Prozent zu. Als bremsender Faktor erwiesen sich dagegen Telekomtitel, die 1,5 Prozent nachgaben. Auslöser war eine Herabstufung von AT&T durch die Analysten der Citigroup. AT&T rutschten 1,6 Prozent ab.

Übernahmepläne bei Rückversicherern

Für Gesprächsstoff sorgten Übernahmepläne. Anleger trennten sich von Papieren des US-Rückversicherers RenaissanceRe, der den Rivalen Platinum Underwriters für rund 1,9 Milliarden Dollar kaufen will. Die RenaissanceRe-Titel verloren 2,6 Prozent, während die Aktien vom Platinum Underwriters 21 Prozent zulegten.

Der Kurs des Medikamentenentwicklers Prosensa Holding schoss um 63 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen wird für rund 840 Millionen Dollar von BioMarin Pharmaceuticals gekauft. BioMarin gewannen 2,4 Prozent.

Die Aktien des Mischkonzerns United Technologies tendierten 1,4 Prozent im Minus, nachdem das Unternehmen den sofortigen Rücktritt seines Chefs Louis Chenevert angekündigt hatte. Der Hersteller von Pratt & Whitney-Triebwerken und Otis-Aufzügen nannte zunächst keinen Grund dafür.

Kommentare (1)

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Herr Uwe Warschkow

25.11.2014, 14:50 Uhr

Fast 18000 Punkte im Dow,fast 5000 in der Nasdaq und über 2000 im S&P 500-aber immer noch Null Prozent Zinsen? Im Rückblick wird man sagen,die FED hat wieder geschlafen.
Bis auf den Nasdaq schreiben wir nun täglich neue All Time Highs.

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