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18.03.2013

21:16 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt mit Verlusten

Der Höhenflug der US-Börsen ist erst einmal gestoppt. Der Dow Jones geht niedriger aus dem Handel, S&P 500 gerät leicht ins Minus. Derweil geraten die Bankaktien unter Druck. Auch Aktien von Boeing verloren.

Die Wall Street eröffnet im Minus - Zypern belastet. AP/dpa

Die Wall Street eröffnet im Minus - Zypern belastet.

New YorkDie Verunsicherung in Europa über das Rettungspaket für Zypern ist auch an der Wall Street nicht spurlos vorüber gegangen. Viele Anleger nahmen die Nervosität an den Märkten zum Anlass, um Gewinne einzustreichen. US-Börsianer zeigten sich allerdings gelassen. "Das ist einfach Teil eines Verdauungs- und Konsolidierungsprozesses", sagte Marktstrategin Quincy Krosby von Prudential Financial. "Panik sehen wir hier im US-Markt nicht."

An den europäischen Börsen hatten die Investoren zunächst verschreckt reagiert auf Pläne Zyperns, im Zuge des von den Euro-Partnern in Aussicht gestellten Hilfspakets auch gewöhnliche Bankkunden in die Pflicht zu nehmen. Die vorgesehene Zwangsabgabe auf Spareinlagen wurde als Tabubruch aufgenommen und weckte Befürchtungen, dass auch andere Krisenländer zu einem solchen Schritt gezwungen werden könnten. Doch nach heftigen Protesten soll das Rettungsprogramm für Zypern neu verhandelt werden - mit dem Ziel, dass Kleinsparer nun verschont werden. "Für Investoren geht es letztlich um die Frage: Löst dies Ansteckungseffekte aus?", sagte Marktstrategin Krosby. Die europäischen Regierungen müssten nun die Risiken eindämmen und deutlich machen, dass es sich um ein Spezialangelegenheit Zyperns handele.

Die Prognosen der Finanzprofis

George Soros, Investor

„Ich glaube, die größte Gefahr ist tatsächlich, möglicherweise, ein Währungskrieg.“ (25.01.2013)

Marc Faber, Investor

„Zum ersten Mal seit vier Jahren, seit dem Tief im März 2009, liebe ich den Markt wieder. Denn je höher es geht, desto wahrscheinlicher ist, dass es zu einem schönen Crash kommt, einem gewaltigen Crash.“ (31.1.2013)

Bill Gross, Fondsmanager

„Die EZB ist in diesem Tagen die härteste der Zentralbanken. Aber angesichts einer europäischen Arbeitslosigkeit von 12 bis 13 Prozent - verglichen mit 7,7 Prozent in den USA  - müssen sie etwas tun. Letztendlich müssten sie ihre Währung in Relation zum Dollar und anderen Währungen schwächen, damit sie wettbewerbsfähiger werden.” (08.03.2013)

Felix Zulauf, Vermögensverwalter

„Ich sehe nichts von einer Normalisierung. Die strukturellen Probleme sind nach wie vor da, sie sind nur kaschiert worden und hat sie für eine gewisse Zeit in einem Meer von neugeschöpfter Liquidität ertränkt.“ (21.02.2013)

Jim Rogers, Rohstoffguru und Fondsmanager

„Amerika ist die größte Schuldnernation in der Geschichte der Welt.“ (24.02.2012)

Steen Jakobsen, Chefvolkswirt bei der Saxo Bank

„Ich persönlich hatte sehr negative Erwartungen insbesondere bezüglich der Realwirtschaft und den Aktienmärkten. Bei der Wirtschaft lag ich richtig, bei den Aktienmärkten nicht. Aber sollten Aktienmärkte nicht eigentlich der Realwirtschaft folgen?“ (28.2.2013)

Warren Buffett, Investor

Sicherlich, die nähere Zukunft ist unklar. Amerika blickt dem Unbekannten aber seit 1776 ins Auge. (01.03.2012)

Nouriel Roubini, Ökonom

„Die Risiken werden vom Markt derzeit zu niedrig eingeschätzt. Sie werden im ersten Halbjahr wohl eingedämmt bleiben, aber sie könnten wieder an die Oberfläche kommen.” (04.03.2013)

Stan Druckenmiller, Hedge-Fonds-Manager

„Die Party kann noch für eine Weile so weitergehen. Ich weiß nicht, wann sie enden wird, aber ich schätze, dass sie sehr schlimm enden wird.“ (5.3.2013)

Jim O’Neill, Chairman Goldman Sachs Asset Management

„Ich erwarte keine anhaltende Aufwärtsbewegung von dem derzeitigen Niveau, ohne dass es weitere Hinweise darauf gibt, dass die Wirtschaft in einem irrwitzig starken Tempo wächst.“ (18.03.2013)

Barry Knapp, Barclays

„Der große Treiber ist die Fed. Eine Wachstumskorrektur am Ende des ersten oder zu Beginn des zweiten Quartals ist wahrscheinlich. Unser Problem sind die Auswirkungen der fiskalischen Kontraktion, stagnierendes Wachstum und Investoren, die zu enthusiatisch sind in Bezug auf den Häusermarkt.“

Dan Veru, Investment-Chef Palisade Capital Management

„Ich denke es gibt viele Investoren die darauf warten, in den Markt einzusteigen.“

Mohamed El-Erian, Co-CIO bei Pimco

„Europa hat zwei Stangen Dynamit angezündet. Die erste betrifft die Inhaber kleiner Konten. Müssen auch sie Zwangsabgaben leisten, drohen soziale und politische Unruhen und ein Austritt aus der Eurozone. Die Folgen der anderen Dynamitstange sind weit komplizierter und ungewisser. Es ist eine Frage der Unverletzlichkeit von Bankguthaben in Europa. Und eine Erinnerung, dass Europa zu viele Ziele verfolgt und zu wenig Instrumente hat.“ (18.03.2013 zur Zwangsabgabe für zyprische Sparer)

Der Dow-Jones -Index der Standardwerte ging 0,4 Prozent tiefer aus dem Handel mit 14.452 Punkten, nachdem er zwischen 14.404 und 14.521 Stellen gependelt hatte. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,55 Prozent auf 1552 Zähler. Der Technologieindex Nasdaq gab 0,35 Prozent nach auf knapp 3238 Stellen. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 8010 Zählern.

Zu den Kursverlierern zählten insbesondere Banken, die auf Nachrichten zur Euro-Schuldenkrise häufig empfindlich reagieren. Der Sektorindex KBW gab 0,9 Prozent nach. JPMorgan Chase rutschten ein Prozent ab und Citigroup sogar 2,2 Prozent.

Auch von Boeing -Papieren trennten sich die Anleger. Der europäische Rivale Airbus schnappte dem US-Flugzeugbauer einen seiner größten Kunden in den Schwellenländern ab. Lion Air bestellte bei den Europäern 234 Flugzeuge für insgesamt 18,4 Milliarden Euro. Damit erhielt Airbus den größten Auftrag seiner Geschichte. Boeing-Aktien verloren 1,4 Prozent an Wert.

An der New Yorker Börse wechselten rund 680 Millionen Aktien den Besitzer. 1155 Werte legten zu, 1845 gaben nach und 106 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,54 Milliarden Aktien 862 im Plus, 1617 im Minus und 87 unverändert.

Die Verunsicherung in Europa über das Rettungspaket für Zypern hat am Montag Investoren zum Kauf von US-Staatsanleihen bewogen. Die zehnjährigen Bonds gewannen 10/32 auf 100-12/32 und rentierten mit 1,96 Prozent. Die 30-jährigen Bonds legten 15/32 zu auf 98-26/32 und hatten eine Rendite von 3,19 Prozent.

Von

rtr

Kommentare (1)

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USD

18.03.2013, 15:31 Uhr

Achja, wenn ich den Indexverlauf sehe, dann haben die Amis nicht mal wirklich Zeit für den "Schulterblick" nach hinten. Das juckt nicht mal periphär! Die machen weiter in der Jagd nach neuen Rekorden, denn Zypern hat keinen Einfluß auf die geschäftspolitischen Entscheidungen in Amerika! Die brauchen Zypern nicht, weil sie eine eigene Gelddruckerei besitzen!

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