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24.06.2013

22:28 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt schwach

Apple laufen angeblich die Kunden und die Talente weg, sagen Analysten. Dadurch sinkt das Vertrauen von Anlegern weiter. Die Furcht vor einer neuen Finanzkrise in China tat den Rest. Die Wall Street verlor deutlich.

Es geht weiter nach unten: Am Montag sank das Apple-Papier auf 398,50 Dollar, erholte sich dann aber leicht und schloss mit einem Preis von knapp über 400 Dollar. Reuters

Es geht weiter nach unten: Am Montag sank das Apple-Papier auf 398,50 Dollar, erholte sich dann aber leicht und schloss mit einem Preis von knapp über 400 Dollar.

New YorkDie Angst vor einer Finanzkrise in China hat die Verunsicherung an den US-Börsen am Montag verstärkt. Neben der Aussicht auf eine baldige Straffung der US-Geldpolitik trübten nun auch die Sorgen um die Bankenbranche in China und damit um das Wachstum der zweitgrößten Volkswirtschaft die Stimmung am Markt, sagten Händler.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss mit einem Abschlag von 0,9 Prozent bei 14.659 Punkten. Im Verlauf war er zwischen 14.551 und 14.759 Stellen gependelt. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,2 Prozent auf 1573 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq fiel um 1,1 Prozent auf 3320 Stellen. In Frankfurt hatte der Dax 1,2 Prozent tiefer mit 7692 Punkten geschlossen.

Der S&P hat in den vergangenen fünf Handelstagen inzwischen rund fünf Prozent eingebüßt. Da er nun unterhalb wichtiger charttechnischer Linien liege, deute der Trend kurzfristig auf weiter fallende Kurse hin, erklärte der Handels- und Derivate-Experte Randy Frederick vom Finanzmakler Charles Schwab. Diese Entwicklung sei keine Gelegenheit für Schnäppchenjäger.

Analystenstimmen zur Fed-Geldpolitik

Uwe Burkert, LBBW

„Die scharfe Reaktion der Rentenmärkte dies- und jenseits des Atlantiks bestätigt unseres Erachtens unseren Eindruck einer negativen Grundstimmung der Marktteilnehmer. Die Reduzierung des Expansionsgrads der Geldpolitik wird jedoch voraussichtlich in einem vorsichtigen Tempo erfolgen, eine Zinsanhebung in den USA dürfte bis Jahresende 2014 voraussichtlich nicht auf der Agenda stehen.“

Rob Lutts, Cabot Money Management

„Das Überraschendste war die Anhebung der Wachstumsrate für 2014. Auf die Wachstumszahlen wird sich der Anleihemarkt am stärksten konzentrieren. Die Bondanleger sagen sich: 'Wenn die Fed richtig liegt, müssen wir kurzfristig mit höheren Renditen rechnen.'“

George Rusnak, Wells Fargo Private Bank

„Die Fed wird mit der Drosselung der Wertpapierkäufe entweder im vierten Quartal oder im ersten Quartal nächsten Jahres beginnen.“

Camilla Sutton, Scotiabank

„Die Konjunkturprognosen signalisieren, dass die Arbeitslosenquote 2014 auf 6,5 Prozent sinken wird. Das bedeutet, dass die Fed die Zinsen früher anziehen könnte als erwartet, möglicherweise bereits im ersten Quartal 2015.“

Axel Merk, Merk Investments

„Die Hauptbotschaft ist, dass die Fed die Wertpapierkäufe wirklich drosseln will und dies bis zum nächsten Sommer abzuschließen hofft. Bernanke möchte kommunizieren, dass dies nicht unbedingt eine geldpolitische Straffung bedeutet, aber der Markt scheint das anders zu sehen.“

Fred Dickson, D.A. Davidson & Co.

„Er hat die Möglichkeit der Drosselung im September vom Tisch gewischt. Seine Aussagen über eine mögliche Verringerung der Wertpapierkäufe zum Jahresende und die Einstellung Mitte kommenden Jahres hat für etwas Klarheit, aber offenbar auch für Überraschung gesorgt.“

Brian Levitt, Oppenheimerfunds

„Die Fed beurteilt die US-Konjunktur offenbar optimistischer als bislang. Ich werte dies als gute Nachricht. Der Prozess der Normalisierung ist langwierig. Es bedeutet nicht, dass die Geldpolitik über Nacht gestrafft wird und die Grundlagen für den Aktienmarkt erscheinen immer noch vernünftig. Anleger sollten ihre Aktienpositionen nicht auflösen, weil die Fed mit dem langwierigen Prozess einer Normalisierung der Geldpolitik beginnt.“

Kan Mayland, Clearview Economics

„Erreicht das Wirtschaft zumindest durchschnittliche Wachstumsraten? Werden monatlich nachhaltig mehr als 200.000 neue Jobs geschaffen? Steigen die Preise zu schnell und überschreiten die Inflationserwartungen die Zielmarken? Nein, Nein und Nein. Daher kann man eine Drosselung zumindest in den kommenden Monaten vergessen.“

Ulrich Leuchtmann, Commerzbank

„Für die nächsten Wochen und Monate dürfte am wichtigsten sein, dass wir nun einen klaren Fahrplan für das "tapering" haben: Wenn sich die Rahmendaten so entwickeln, wie das FOMC erwartet, werden wir - so kündigte Bernanke an - eine erste Reduktion des QE-Volumens "später in diesem Jahr" sehen. Und "um die Mitte" 2014 würde dann QE3 ganz eingestellt. Das ist wesentlich klarer, als alles was wir bisher von der Fed zu diesem Thema gehört haben. Hinzu kommt, dass das Statement wesentlich optimistischer ausfiel als im Mai. (...) Die Kombination aus optimistischerer Konjunktureinschätzung und "Guidance" ist ein starkes Signal für die US-Währung.“

Ralf Umlauf, Helaba

„Fed-Chef Bernanke hat bei der gestrigen Pressekonferenz zur FOMC-Sitzung den zukünftigen Pfad der Geldpolitik, insbesondere die monatlichen Anleihekäufe, an die Entwicklung der Konjunkturdaten gekoppelt. Konkret heißt dies, dass die Notenbanker anhaltende Zeichen eines selbstragenden Aufschwungs und einer nachhaltigen Verbesserung sehen wollen. Sollte dies der Fall sein, könnten die Anleihekäufe im späteren Verlauf des Jahres zurückgefahren werden und gegen Mitte 2014 auslaufen. Während die Fed zukünftig den monetären Impuls allmählich verringern wird, ist die EZB noch immer bereit, der EWU-Wirtschaft mit weiteren Lockerungen unter die Arme zu greifen. Zwar hatte EZB-Präsident Draghi jüngst die Überzeugung geäußert, dass für eine weitere Zinssenkung derzeit keine Notwendigkeit bestehe, alle Optionen inklusive negativer Einlagensätze aber offen seien.“

Yuji Saito, Credit Agricole

„Bernanke ist deutlicher geworden, als der Markt es erwartet hat. Die Richtung des Dollar ist ab jetzt festgelegt.“

Auf die Kurse weltweit drückte, dass die chinesische Zentralbank zwar Sorgen vor einer Kreditklemme in der Volksrepublik dämpfte. Zugleich forderte sie aber die Banken zu mehr Vorsicht bei der Kreditvergabe auf und deutete damit an, nicht mehr Geld in den Markt pumpen zu wollen. „Das alles ist ein Gesamtpaket“, sagte Analyst Peter Kenny von Knight Capital. Es herrsche Furcht vor einem Mangel an Konjunkturhilfen und allmählich steigenden Zinsen und weltweit geringerer Liquidität.

US-Notenbank-Chef Ben Bernanke hatte am Mittwoch angedeutet, noch in diesem Jahr mit dem Ausstieg aus dem Aufkauf-Programm von Staatsanleihen zu beginnen und dies bis Mitte 2014 ganz einzustellen. Bislang kauft die Fed jeden Monat für rund 85 Milliarden Dollar Anleihen und stützt damit die Märkte.

In New York verloren vor allem Aktien aus den Bereichen Energie und Rohstoffe. So gaben im S&P Cliffs Natural Resources 7,6 Prozent, Consol Energy 5,8 und Peabody Energy 7,2 Prozent nach.

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