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23.07.2014

22:18 Uhr

Börse New York

Wall Street schließt uneinheitlich

Die  Wall Street präsentierte sich am Mittwoch uneinheitlich. Einige überraschend gute Quartalszahlen stabilisierten zwar den Markt. Dagegen drückten geopolitische Konflikte weiterhin auf die Stimmung.

Ein Händler in New York wirft einen skeptischen Blick auf die Aktien-Indizes der Wall Street. ap

Ein Händler in New York wirft einen skeptischen Blick auf die Aktien-Indizes der Wall Street.

New YorkDie Unruheherde in der Ukraine und im Nahen Osten lassen die Anleger an den internationalen Finanzmärkten nicht los. Zwar konnten am Mittwoch einige Unternehmen mit ihren Quartalsergebnissen überzeugen, doch trübte die Sorge über eine Eskalation der Krisen die Stimmung. Die Wall Street notierte uneinheitlich.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,16 Prozent niedriger bei 17.086 Punkten. Er pendelte dabei zwischen 17.058 und 17.121 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500 legte 0,18 Prozent auf einen neuen Rekordschlussstand von 1987 Punkten zu. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,4 Prozent auf 4473 Punkte. Der Dax kam kaum von der Stelle und schloss mit 9753,56 Punkten 0,2 Prozent höher. "Die Unsicherheit ist einfach zu groß", sagte ein Händler. Der Abschuss zweier ukrainischer Kampfflugzeuge zeige, dass die Lage in der Ukraine ein Pulverfass bleibe.

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US-Anleger griffen unter anderem bei Apple -Papieren zu. Der iPhone- und iPad-Hersteller enttäuschte die Experten zwar mit seinem Quartalsumsatz, übertraf beim Gewinn aber die Prognosen. Einige Analysten erhöhten daraufhin ihre Kursziele. Aktien des Technologiekonzerns wurden 2,6 Prozent höher gehandelt. Microsoft kam mit seinem Zwischenbericht ebenfalls gut an. Die Aktien notierten etwa 0,1 Prozent im Plus.

Auf den Kauflisten der Anleger standen auch Papiere des Biotech-Konzerns Biogen. Deren Kurs stieg um mehr als elf Prozent. Rasant wachsende Umsätze mit einem neuen Mittel gegen Multiple Sklerose stimmen das Unternehmen zuversichtlich.

Mit der Bilanz von Boeing waren die Anleger dagegen weniger glücklich. Aktien des Airbus -Konkurrenten fielen um 2,3 Prozent.

Die schwärzesten Börsentage seit 1987

Vor 1987

Beim größten Crash der Nachkriegszeit am 19. Oktober 1987 - als Spekulationen auf Zinserhöhungen den Dow-Jones-Index um 23 Prozent einbrechen ließen - hatte es den Dax noch nicht gegeben. Der deutsche Index, in dem die 30 börsennotierten Top-Unternehmen abgebildet sind, wurde erst am 1. Juli 1988 eingeführt. Auf Dax-Basis zurückberechnet hatten sich die Verluste an diesem Tag in Frankfurt aber auf gut neun Prozent belaufen.

16. Oktober 1989

Der Dax fällt um rund 13 Prozent und folgt damit der Wall Street, wo Finanzierungs-Schwierigkeiten beim Kauf der US-Fluggesellschaft UAL einen Ausverkauf auslösten.

19. August 1991

In Reaktion auf den später gescheiterten Putsch gegen den damaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow verliert der Dax gut neun Prozent.

28. Oktober 1997

Im Sog der Asienkrise verliert der Dax im Handelsverlauf bis zu 13 Prozent und schließt mit 3.567 Punkten acht Prozent niedriger.

1. Oktober 1998

Die Angst vor einem Flächenbrand im Bankenwesen nach der Schieflage eines Hedgefonds in den USA und einer Eskalation der Krisen in Asien, Japan, Lateinamerika und Russland drücken den Dax um acht Prozent ins Minus.

11. September 2001

Nach den Terroranschlägen in den USA fällt der Dax um neun Prozent.

5. August 2002 und 3. September 2002

US-Rezessionsängste drücken den Dax um 5,7 beziehungsweise 5,8 Prozent in die Tiefe. Darüber hinaus sorgt die Unsicherheit über die Lage im Irak für Aktienverkäufe.

24. März 2003

Wenige Tage nach Beginn des Irak-Krieges wachsen die Zweifel an den Finanzmärkten. Viele Anleger fürchten, der Krieg könnte sehr viel länger als von den USA erwartet dauern. Der Dax stürzt um 6,1 Prozent ab.

21. Januar 2008

Angst vor einer Rezession in den USA drückt den Dax um sieben Prozent auf 6.790 Punkte ins Minus.

15. September 2008

Die Pleite von Lehman drückt den Dax um moderate 2,7 Prozent.

06. Oktober 2008

Für den Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate muss binnen einer Woche ein zweites Rettungspaket geschnürt werden. Der Dax verliert sieben Prozent.

08. Oktober 2008

Im Sog der Finanzkrise stürzt der Nikkei -Index um über neun Prozent ab. Der Dax verliert bis zu neun Prozent. Nach einer konzertierten Zinssenkungsrunde der großen Notenbanken erholen sich die Kurse nur leicht. Der Dax schließt mit einem Minus von sechs Prozent.

10. Oktober 2008

Rezessionsängste angesichts der Finanzkrise drücken den Nikkei-Index um zehn Prozent. Der Dax verliert ebenfalls sieben Prozent.

24. Oktober 2008

Ein erneuter Absturz der Tokioter Börse drückt den Dax in der Spitze um über elf Prozent.

01. Dezember 2008

Konjunktursorgen lassen den Dax um rund sechs Prozent fallen.

15. März 2011

Vier Tage nach der Erdbebenkatastrophe flüchten die Anleger weltweit aus den Aktienmärkten. Die Kernschmelzen in Fukushima erschüttern das Vertrauen zusätzlich: Der Nikkei-Index schließt 10,6 Prozent im Minus, der Dax verliert zeitweise 5,6 Prozent.

8. August 2011

Die USA verlieren am Wochenende bei der Ratingagentur Standard & Poor's ihre Bestnote als Kreditnehmer. Obwohl dies keine Überraschung ist, reagieren die Anleger mit Aktienverkäufen in großem Stil. Als an der Wall Street der Dow-Jones-Index 3,4 Prozent abstürzt, beschleunigt der Dax seine Talfahrt und verliert bis zu 5,2 Prozent auf 5921 Punkte.

5. September 2011

Die Furcht der Anleger vor einer weltweiten Rezession und einer Ausweitung der Schuldenkrise in der Euro-Zone drückt den Dax um 5,3 Prozent ins Minus.

1. November 2011

Der Dax verliert rund fünf Prozent. Auslöser ist die überraschende Ankündigung einer Volksabstimmung in Griechenland über ein Rettungspaket.

29. Juni 2015

Das Scheitern der Gespräche zur Lösung der Schuldenkrise in Griechenland und die überraschende Ansetzung einer Volksabstimmung über die Forderungen der Gläubiger drückt den Dax gleich im frühen Handel um 4,6 Prozent auf 10.964,24 Punkte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 580 Millionen Aktien den Besitzer. 1753 Werte legten zu, 1265 gaben nach und 143 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,88 Milliarden Aktien 1316 im Plus, 1339 im Minus und 135 unverändert.

An den US-Kreditmärkten notierten die Staatsanleihen in dünnem Handel nur wenig verändert. Angesichts der weltweiten Krisen blieben sie jedoch für Anleger als sicherer Hafen gefragt, sagten Händler. Die zehnjährigen Staatsanleihen verharrten bei 100-10/32. Sie rentierten mit 2,466 Prozent. Die 30-jährigen Bonds fielen 05/32 auf 102-6/32 und hatten eine Rendite von 3,260 Prozent.

Von

rtr

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