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07.09.2012

00:12 Uhr

Börse New York

Wall Street schnellt auf Vier-Jahres-Hoch

Die Wall Street schließt mit Gewinnen. Die Entscheidung der EZB für ein neues Anleihekaufprogramm sorgt für gute Stimmung unter den Anlegern. Zudem profitieren die US-Indizes von positiven Daten vom US-Arbeitsmarkt.

Händler an der NYSE: Die Entscheidung der EZB für eine neues Anleihekaufprogramm, sowie gute Daten vom US-Arbeitsmarkt sorgen für gute Stimmung. ap

Händler an der NYSE: Die Entscheidung der EZB für eine neues Anleihekaufprogramm, sowie gute Daten vom US-Arbeitsmarkt sorgen für gute Stimmung.

New YorkDas entschiedene Vorgehen der EZB gegen die Schuldenkrise und Anzeichen für eine Aufhellung des US-Arbeitsmarktes haben der Wall Street am Donnerstag eine Kursrally beschert. Künftig will die EZB unter bestimmten Bedingungen an den Finanzmärkten unbegrenzt Staatsanleihen von Mitgliedsländern der Währungsunion kaufen. Die Anleger in New York werteten dies als effektiven Weg, um die Krise endlich in Schach zu halten. "Die Ankündigung der EZB und die sehr ermutigenden Arbeitsmarktdaten haben dem ohnehin positiv gestimmten Markt weiteren Schwung gegeben", sagte Joseph Greco von Meridian Equity Partners. Rex Macey von Wilmington Trust Investment Advisors fügte hinzu: "Das gibt dem Markt Zuversicht. Es war genau, was sich der Markt erhofft hatte."

Der Dow Jones mit den 30 Standardwerten verbesserte sich um 1,9 Prozent auf 13.291 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 legte zwei Prozent auf 1432 Zähler zu - der höchste Stand seit mehr als vier Jahren. Der Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um 2,2 Prozent auf 3135 Punkte. Der Dax beendete den Handel 2,9 Prozent fester bei 7167 Punkten und markierte damit den höchsten Schlusskurs seit Ende Juli 2011.

Zur positiven Stimmung trug bei, dass die US-Unternehmen im August überraschend viele Jobs geschaffen haben. Die Zahl stieg um 201.000, teilte die private Arbeitsvermittlung ADP mit. Das ist der höchste Zuwachs seit März. Von Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Plus von 140.000 gerechnet, nachdem es im Juli revidiert noch 173.000 waren. Auch die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sorgten für eine positive Überraschung: Ihre Zahl fiel in der vergangenen Woche überraschend kräftig um 12.000 auf 365.000 und damit auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Auch von den Dienstleistern gab es gute Nachrichten - einer Umfrage zufolge beschleunigte sich zuletzt das Wachstum des für die US-Wirtschaft so wichtigen Sektors. Mit Spannung wartet der Markt nun auf den am Freitag anstehenden monatlichen Arbeitsmarktbericht, denn eine tiefgreifende Erholung dort gilt als der Schlüssel zu einem Ende der wirtschaftlichen Durststrecke.

Die Kursgewinne waren breit gestreut. Zu den größten Profiteuren der Rally gehörten etwa die Anteilsscheine von Banken, Rohstoff- und Industriekonzernen - Branchen, die besonders von einer konjunkturellen Erholung abhängig sind. Technologiewerte wie SanDisk und Micron verhalfen der Nasdaq mit Kursanstiegen von jeweils rund acht Prozent zu dem höchsten Stand seit mehr als zehn Jahren. Den Dow-Jones-Index beflügelte unter anderem ein neuer Rekordstand der Papiere von Walt Disney.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Nur wenige Einzelwerte stachen aufgrund von Firmennachrichten hervor. So erklärte Realty Income, für knapp zwei Milliarden Dollar American Realty Capital Trust zu übernehmen. Die Ankündigung machte die Aktie von Realty Income zu einem der wenigen Titel mit Kursverlust, während die Aktien von American Realty Capital Trust um zwei Prozent zulegten.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 0,73 Milliarden Aktien den Besitzer. 2366 Werte legten zu, 622 gaben nach und 99 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 1935 im Plus, 539 im Minus und 105 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (2)

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DeutscherMichel

06.09.2012, 17:10 Uhr

1. im Moment leben wir wie die Marder im Speck und auf Kosten der schwächeren EU-Länder die sich gegen unsere Exportlawine wegen der EU-Verträge (Freihandelszone) nicht wehren können und nicht wehren dürfen. Somit können wir unsere Arbeitslosigkeit über unseren Leistungsbilanzüberschuss exportieren (15 Milliarden im Schnitt PRO MONAT und das seit 17 Jahren)
2. Die paar Milliarden die wir netto an Brüssel zahlen müssen sind Peanuts im Verhältnis zum Leistungsbilanzüberschuss den wir durch unseren Mitgliedsbeitrag an Brüssel (EU) realisieren dürfen und können.
3. Den meisten Deutsche geht es bestens, egal wie es den anderen EU-Ländern geht, auch wenn in Spanien und Portugal die Jugendarbeitslosigkeit bei mehr als 50% liegt, wen juckt denn das? Den Herr Weidmann bestimmt nicht und mich schon gar nicht!
4. 1. Wenn es Deutschland nicht mehr gefällt, kann und darf es jederzeit aus der EU/Währungsunion austreten.

Adolf

06.09.2012, 17:16 Uhr

Ich bin echt gespannt wie darauf der braune Sumpf reagieren wird und freue mich auf deren Galennausscheidungen!

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