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11.09.2012

22:43 Uhr

Börse New York

Wall Street spekuliert auf billiges Fed-Geld

Der US-Aktienmarkt hat mit Kursgewinnen geschlossen. Anleger spekulieren auf das morgige Gerichtsurteil bezüglich des ESM in Deutschland und sie erhoffen sich eine Lockerung der Geldpolitik seitens der Fed am Donnerstag.

Händler in New York starten gut gelaunt in den Tag. Spencer Platt/Getty Images/AFP AFP

Händler in New York starten gut gelaunt in den Tag. Spencer Platt/Getty Images/AFP

Düsseldorf/New YorkIm Vorfeld der Karlsruher ESM-Entscheidung und der Fed-Sitzung haben an der Wall Street Optimisten das Ruder in die Hand genommen. In einem dünnen Handel gewannen vor allem Finanz-, Industrie- und Energiewerte. Der Dow-Jones-Index schloss auf dem höchsten Stand seit fast fünf Jahren. Investoren spekulierten auf ein Geldgewitter durch massive Staatsanleihenkäufe der US-Notenbank. "Es erscheint wahrscheinlicher, dass sie etwas unternehmen", drückte Michael Farr, Präsident von Farr, Miller & Washington die Stimmung aus. Zudem zeigten sich Börsianer vor der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zum europäischen Rettungsfonds sowie europäischen Fiskalpakt optimistisch.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,5 Prozent bei 13.323 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte der Leitindex zwischen 13.253 und 13.354 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1433 Punkten, ein Aufschlag von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging kaum verändert mit 3104 Punkten aus dem Handel. Die Hoffnung auf eine Zustimmung des Bundesverfassungsgerichts zum ESM-Rettungsschirm trieb den Dax auf den höchsten Stand seit mehr als einem Jahr: Der Leitindex schloss 1,3 Prozent fester bei 7310 Punkten.

Die US-Notenbanker kommen am Mittwoch turnusmäßig zu ihren Beratungen zusammen und werden ihre geldpolitischen Entscheidungen am Donnerstagabend veröffentlichen. Nach den enttäuschenden Arbeitsmarktdaten vom Freitag ist laut Analysten die Wahrscheinlichkeit gestiegen, dass die Federal Reserve ein drittes Anleihe-Kaufprogramm (QE3) zur Stützung der Konjunktur ankündigen wird. Die Warnung der Ratingagentur Moody's vor einer Herabstufung der Kreditwürdigkeit der USA, falls die Beratungen über den Haushalt 2013 nicht zu einem Rückgang der Schuldenstandsquote führen würden, spielten dagegen kaum eine Rolle.

Im Einklang mit anderen Branchenwerten verteuerte sich die Aktie der Citigroup um 2,6 Prozent. Morgan Stanley gewann sogar 3,9 Prozent. Doch der Ausstieg aus der gemeinsamen Broker-Firma mit Morgan Stanley kommt die Citigroup teuer zu stehen: Nach Steuern werde eine Abschreibung in Höhe von 2,9 Milliarden Dollar anfallen, teilte die US-Großbank mit. Morgan Stanley will die Citigroup nach und nach auszahlen und damit den Broker Morgan Stanley Smith Barney komplett erwerben.

Wie der Wall-Street-Handel lief

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Apple-Aktien verloren einen Tag vor der erwarteten Vorstellung eines neuen iPhones 0,3 Prozent auf 660 Dollar - das zog die gesamte Nasdaq mit. Das neue iPhone 5 wird sich einer Studie zufolge auch positiv auf das Bruttoinlandsprodukt der USA auswirken. Laut JPMorgan-Chefvolkswirt Michael Feroli könnte es das BIP im vierten Quartal um annualisiert 0,25 bis 0,5 Prozent anheben.

Die Hoffnung auf lukrative Geschäfte in China gaben den Aktien der Paketlieferanten FedEx und United Parcel Service Auftrieb. Die Anteilsscheine legten 0,8 beziehungsweise 0,7 Prozent zu. Die Konzerne hatten die Erlaubnis erhalten, bestimmte Express-Dienstleistungen in einigen Städten der Volksrepublik in Eigenregie abwickeln zu können.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 660 Millionen Aktien den Besitzer. 2007 Werte legten zu, 965 gaben nach und 116 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,58 Milliarden Aktien 1450 im Plus, 994 im Minus und 140 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (1)

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evil1967

11.09.2012, 19:57 Uhr

Ich finde es unerträglich, was im Moment abgeht. Alle Welt wartet nur auf Lockerungsmaßnahmen und Impulse der Notenbanken und die Indices steigen. Mir macht das einfach nur Angst, es ist alles krank und crazy (wie in den USA, die sind ja das Vorbild für die ganze Scheiiiiiiiiissse

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