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16.08.2012

22:35 Uhr

Börse New York

Wall Street stark, Facebook desaströs

Bundeskanzlerin Angela Merkel machte mit ihren Äußerungen den amerikanischen Händlern Mut. Während die Gewinne teilweise beeindruckend waren, blieb die Facebook-Aktie ein Trauerspiel.

Händler an der NYSE: Viele Marktteilnehmer hoffen auf neue Geldspritzten seitens der US-Notenbank. (Foto:Richard Drew/AP/dapd) dapd

Händler an der NYSE: Viele Marktteilnehmer hoffen auf neue Geldspritzten seitens der US-Notenbank. (Foto:Richard Drew/AP/dapd)

New YorkDie Wall Street hat sich am Donnerstag fester präsentiert. Anleger schöpften etwas Mut nach Äußerungen von Bundeskanzlerin Merkel, die der Europäischen Zentralbank (EZB) im Kampf gegen die Krise den Rücken stärkte. Merkel sprach sich zudem für stärkere Eingriffsrechte in Euro-Staaten aus, die ihre Stabilitätsauflagen nicht erfüllen.

Dies sei nötig, um die Währungsunion zu stabilisieren, sagte sie nach einem Treffen mit dem kanadischen Ministerpräsidenten Stephen Harper in Ottawa. Insgesamt seien die Erwartungen am Markt niedrig, sagte Analyst Frank Gretz von Wellington Shields in New York. Deshalb folgten auf jede Nachricht relativ deutliche Kursbewegungen. Der S&P 500 kletterte auf den höchsten Stand seit mehr als vier Monaten.

Die jüngsten Daten vom US-Arbeitsmarkt brachten keine großen Überraschungen, so dass die Investoren ihre Gesamteinschätzung der Wirtschaftslage nicht korrigierten. Obwohl sich in der vergangenen Woche wieder etwas mehr Amerikaner arbeitslos meldeten, zeigt sich längerfristig doch eine Erholung. Die Börse komme trotzdem irgendwie einigermaßen voran, sagte Aktienmanager Terry Morris. „Schlafwandeln ist ein ziemlich guter Vergleich zu dem, was im Moment am Markt passiert.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Plus von 0,7 Prozent bei 13.250 Punkten. In Handelsverlauf pendelte das Leitbarometer zwischen 13.145 und 13.269 Zählern. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1415 Punkten, ein Aufschlag von 0,7 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann ein Prozent und ging mit 3062 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt ging der Dax mit einem Plus von 0,7 Prozent auf 6996 Punkten aus dem Handel.

Fest im Blick hatten die Anleger die Facebook -Aktien. Zum Ende einer Haltefrist könnte sich der Streubesitz durch den Verkauf von Papieren in den Händen von Mitarbeitern und Frühinvestoren um zwei Drittel erhöhen. Dies brachte angeschlagenen Kurs weiter unter Druck: Facebook-Papiere rutschten mehr als sechs Prozent auf 19,87 Dollar ab.

Ende der Haltefrist: Weiteres Desaster für Facebook-Aktie

Ende der Haltefrist

Facebook-Aktie rutscht ab

Die Facebook-Aktien geraten zum Handelsauftakt in New York kräftig unter Druck. Experten rechnen damit, dass der Kurs sogar noch weiter abrutscht. Wenn die Investoren die Nerven verlieren.

Abgestraft wurde auch der Einzelhandelskonzern Wal-Mart, dessen Wachstumsmotor Auslandsgeschäft offenbar zu stottern beginnt. Auch die Kunden auf dem US-Heimatmarkt halten sich weiter zurück, obwohl ihre Kauflust langsam wieder zunimmt. Wal-Mart-Papiere verbilligten sich um drei Prozent. In Ungnade der Anleger fiel kurzfristig auch der Chipausrüster Applied Materials. Dem Konzern machen dünne Aufträge zu schaffen, weil sich die Halbleiterhersteller angesichts der unsicheren Wirtschaftslage nicht aus der Deckung trauen. Die Anteilsscheine drehten dennoch nach einem negativen Auftakt und schlossen 1,5 Prozent im Plus.

Zu den größten Gewinnern gehörten Cisco -Aktien, da der Netzwerkausrüster seinen Quartalsgewinn überraschend stark steigern konnte und seine Dividende kräftig erhöhte. Da sahen die Anleger auch darüber hinweg, dass das Unternehmen keinerlei Anzeichen für eine baldige Besserung der Wirtschaftsschwäche in Europa sieht. Cisco-Papiere stiegen um mehr als neun Prozent.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 590 Millionen Aktien den Besitzer. 2139 Werte legten zu, 826 gaben nach und 134 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,93 Milliarden Aktien 1696 im Plus, 736 im Minus und 108 unverändert.

Von

rtr

Kommentare (1)

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16.08.2012, 21:16 Uhr

" Never short a dull market. " J. L. Livermore

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