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16.03.2012

21:35 Uhr

Börse New York

Wall Street tritt auf der Stelle

Schwache US-Konjunkturdaten sorgten für einen verhaltenen Handel an der New Yorker Börse. Die Apple-Aktie gibt Gewinne nach ihrem gestrigen Höhenflug ab. UPS gerät in den Fokus der Anleger.

Händler an Wall Street: Schwache US-Daten sorgten für einen verhaltenen Start. AFP

Händler an Wall Street: Schwache US-Daten sorgten für einen verhaltenen Start.

DüsseldorfUnerwartet schwache Wirtschaftsdaten haben die US-Börsen am Freitag weitgehend auf der Stelle treten lassen. Ein Ende des jüngsten Aufwärtstrends, in dessen Fahrwasser der S&P 500 seit Oktober fast 30 Prozent zulegte, ist nach Analystenmeinung aber dank der Flut von Notenbank-Geld nicht in Sicht.

„Der robuste Aktienmarkt in den USA und in Übersee ist Indikator für die Erholung der US-Wirtschaft und die fortdauernde Unterstützung durch die Zentralbanken auf der ganzen Welt“, sagte Chad Morganlander von Stifel, Nicolaus & Co in New Jersey. „Die Investoren surfen auf einer riesigen Welle der Liquidität.“

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsschluss mit einem Minus von 0,2 Prozent bei 13.232 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte er zwischen 13.231 und 13.289 Stellen. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1404 Zählern, ein Plus von 0,1 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq ging kaum verändert mit 3055 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht ging es deutlich aufwärts: Dow und S&P-500 legten je 2,4 Prozent zu, die Nasdaq 2,2 Prozent. In Frankfurt schloss der Dax 0,2 Prozent fester mit 7157 Punkten.
Am Freitag vorgelegte Konjunkturdaten überzeugten nicht. Zum einen stagnierte die US-Industrieproduktion im Februar überraschend. Zum anderen sank der Index für das Verbrauchervertrauen von Reuters und der Universität Michigan. Analysten hatten mit einem Anstieg gerechnet.
Der S&P-500-Index hatte am Donnerstag die Marke von 1400 Punkten überschritten. Werde diese Schwelle auf überzeugende Weise durchbrochen, könne dies weitere Gewinne nach sich ziehen, sagte ein Börsianer. Da ist noch Raum für Gewinne, allerdings sollte man den Öl-Preis im Auge behalten, der in einer gewissen Höhe negativ wirken könnte, sagte Stephen Wood von Russell Investments in New York.
Zunächst aber ließ der höhere Preis für den Rohstoff Energiewerte attraktiver erscheinen. Der entsprechende S&P-Index tendierte 1,2 Prozent höher. Bei den Einzelwerten griffen Anleger etwa bei der National Oilwell Varco zu, die 4,2 Prozent zulegten.

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Die Blicke der Anleger richteten sich auch auf den Versicherer AIG. Dem „Wall Street Journal“ zufolge bekundeten Goldman Sachs und weitere Banken Interesse an einer Übernahme bestimmter Vermögenswerte des teilverstaatlichten Konzerns. Das AIG-Papier verlor 0,2 Prozent zu. Für Goldman ging es 0,1 Prozent nach unten.

Die zehn wichtigsten Aktien-Regeln

Eigene Strategie festlegen

Gegen die größer werdenden Unwägbarkeiten sollte man sich zuallererst mit einer Strategie wappnen: Wer an kräftiges Wachstum in Deutschland glaubt, an einen anhaltenden Boom der Schwellenländer und hohen privaten Konsum, kann weiter am Aktienmarkt investieren. Wer skeptisch ist, sollte seine Bestände hingegen nicht aufstocken.

Widerstandskraft zeigen

Eng verbunden mit der ersten Regel: Immer wieder kommt es vor, dass sich Dinge anders entwickeln, als man erwartet hat. Es ist wichtig, sich selbst immer wieder zu hinterfragen und nicht jeder Entwicklung hinterherzulaufen. Eine solche Reaktion zeugt nicht von einem geringen Vertrauen in die eigene Strategie. Es kostet meist auch Geld, weil die Masse schon vorher diese Richtung eingeschlagen und das Gros an Rendite eingefahren hat.

Richtig mischen

Groß oder klein, spekulativ oder konservativ, liquide oder illiquide, dividendenstark oder dividendenschwach, Substanz oder Wachstum: Bei Aktien ist die Auswahl riesig. Der richtige Mix aus spekulativen und konservativen Titeln hilft, Schwankungen zwischen guten und schlechten Zeiten auszugleichen. Nicht zu unterschätzen sind starke Dividendenzahler, die Jahr für Jahr den Grundstock für eine solide Rendite legen.

Barrieren einbauen

Keine Frage, die Börsen haben in den vergangenen zehn Jahren stärker geschwankt als in allen Dekaden zuvor. Das wird so bleiben, mit wachsendem Computerhandel sogar noch zunehmen. Wer sein Risiko minimieren will, baut Barrieren ein – sogenannte Stopps. Gerne werden Stopps bei 20 Prozent über und unterhalb des aktuellen Kurses gewählt. Dann wird automatisch verkauft, wenn diese Grenzen erreicht sind. Kommt eine Phase überraschend steigender Kurse mit anhaltendem Aufwärtstrend, lässt sich die Barriere leicht nach oben verschieben. Wichtig ist dann, auch die Barriere am unteren Ende nachzuziehen.

Herdentrieb beobachten

Wichtig in Phasen überraschender Kurssteigerungen oder -stürze ist es, das Verhalten der Masse zu beobachten. Ist es noch nachvollziehbar oder völlig irrational? Häufig ist es irrational. Dann hilft meist die zweite Regel: Widerstandskraft zeigen. Nach einigen Monaten kehrt die Rationalität von ganz allein zurück. Der Kurssturz aus dem vergangenen Jahr und die jüngste Entwicklung beweisen das gerade wieder.

Risiko rausnehmen

Sind Aktien wie seit Jahresbeginn schon um 30, 40 oder gar 50 Prozent gestiegen, dann sind Anschlussgewinne in der Regel nur noch schwer zu erzielen. Phrasenverdächtig ist zwar die alte Weisheit: „An Gewinnmitnahmen ist noch niemand zugrunde gegangen.“ Richtig ist sie trotzdem.

Insidern folgen

Firmenchefs haben einen gewaltigen Vorteil gegenüber normalen Aktionären. Sie wissen weit mehr als jeder Analyst oder Kommentator, wie es in ihrem Unternehmen aussieht. Insider nennt man sie deshalb. Sie melden ihre Orders innerhalb von fünf Handelstagen an die Börsenaufsicht Bafin. Das Handelsblatt veröffentlicht alle zwei Wochen das sogenannte Insider-Barometer, das aus der Summe aller Kauf- und Verkaufsorders Schlüsse für den weiteren Verlauf in Dax & Co. zieht. Jüngste Tendenz: Vorstände und Aufsichtsräte verkaufen mehr als sie kaufen. Vorsicht also!

Geopolitische Ereignisse beachten

Terroranschläge und Naturkatastrophen kommen unerwartet. Politische Konflikte wie zwischen Israel und dem Iran schwelen meist länger. Auch entscheidende Wahlen sind vorhersehbar und haben immer Einfluss auf die Börse. Dabei gilt generell: Wahljahre sind gute Börsenjahre.

Auf reale Werte setzen

Mit Optionsscheinen oder Bonus-Zertifikaten lässt sich zwar aus einem Aufwärtstrend ein noch größerer Profit schlagen. Dies sind jedoch in der Regel Wetten ohne realen Hintergrund. Aktien sind reale Werte.

Moden misstrauen

Vor allem Aktien einzelner Branchen unterliegen immer wieder gewissen Moden. Doch die wechseln wie im realen Leben, und manchmal geht das schneller, als man denkt. Das bekommt gerade die einst angesehene Solarenergie-Branche bitter zu spüren.

Die Schlangen vor den Apple -Stores auf der ganzen Welt zum Verkaufsstart des neuen iPads konnten die Anleger zum Wochenschluss nicht erneut beeindrucken. Die Apple-Aktie schloss unverändert auf 585 Dollar. Am Vortag war das Papier erstmals über die 600-Dollar-Marke geklettert.

Der Paketdienst United Parcel Service bekräftigte sein Interesse an einer milliardenschweren Übernahme des niederländischen Konkurrenten TNT Express. Man stehe in konstruktiven Verhandlungen mit TNT und wolle unverändert ein offizielles Angebot vorlegen, teilte der Branchenprimus mit. Das UPS-Papier gab 0,7 Prozent ab, in Amsterdam legte die TNT-Aktie 1,3 Prozent zu.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,64 Milliarden Aktien den Besitzer. 1362 Werte legten zu, 1641 gaben nach und 78 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,02 Milliarden Aktien 1247 im Plus, 1307 im Minus und 98 unverändert.

Von

rtr

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