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13.05.2016

20:22 Uhr

Börse New York

Wall Street und die Angst vor hohen Zinsen

Die US-Börsen gaben am Freitag nach. Neben durchwachsenen Quartalsberichten verunsicherten positive Konjunktursignale. Einzelhandelsumsätze und Verbrauchervertrauen sind stark. Steigen jetzt die Zinsen?

Am Freitag blieben die Tafeln lieber rot. AFP; Files; Francois Guillot

Händler in New York

Am Freitag blieben die Tafeln lieber rot.

New York Unsicherheit über die Entwicklung der US-Wirtschaft hat die Wall Street zum Wochenausklang belastet. Zwar sorgten unerwartet starke Konjunkturdaten zum Einzelhandel am Freitag für eine positive Stimmung. Gleichzeitig meldeten ausgerechnet mehrere Konzerne der Branche rückläufige Umsätze. Der Dow-Jones-Index fiel um 0,6 Prozent auf 17.535,32 Punkte. Der Dow ist damit wieder auf dem Stand von Anfang April angelangt. Der breiter gefasste S&P gab 0,85 Prozent auf 2046,61 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,37 Prozent auf 4326,53 Zähler. In Frankfurt kletterte der Dax dagegen um 0,9 Prozent auf knapp 9952 Punkte, der EuroStoxx50 0,7 Prozent auf 2957 Zähler.

Die Einnahmen der US-Einzelhändler stiegen im April überraschend kräftig um 1,3 Prozent und damit so stark wie seit einem Jahr nicht mehr. Von Reuters befragte Ökonomen hatten lediglich mit einem Plus von 0,8 Prozent gerechnet. Zudem verbesserte sich das US-Konsumklima: Das von der Universität Michigan erhobene Barometer für das Verbrauchervertrauen kletterte auf 95,8 von 89,0 Punkten im April. Überschattet wurden diese guten Wirtschaftsdaten allerdings von Umsatzrückgängen der Kaufhausketten Nordstrom und J.C.Penney, deren Aktien zwölf Prozent beziehungsweise 2,6 Prozent verloren.

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„Das Ergebnis hat die Erwartungen des Marktes übertroffen.“ Diesen Satz wollen die Konzerne hören – und schrauben oftmals Erwartungen im Vorfeld künstlich herunter. Analysten übernehmen diese Meldungen oft ungeprüft.

Die Zahlen seien rückwärtsgewandt, sagte Mohannad Aama von Beam Capital Management. Viel wichtiger sei der Ausblick der Unternehmen „und der sieht nicht gut aus“, sagte er. „Die Investoren erstellen Stück für Stück ein Mosaik aus Informationen, aus dem hervorzugehen scheint, dass es dem Verbraucher nicht so gut geht wie erwartet.“ Der private Konsum ist die Hauptstütze der größten Volkswirtschaft. Doch andere Analysten sehen das nicht so pessimistisch. Sie sehen in den unerwartet guten Wirtschaftsdaten einen Beleg für mögliche Zinsanhebungen im Sommer. Bei höheren Zinsen werden Aktien einfach unattraktiver. Daneben im Blickpunkt stand Apple. Der iPhone-Hersteller steigt mit einer Milliarde Dollar bei einem chinesischen Rivalen des Fahrdienstes Uber ein. Die Aktie gewann 0,5 Prozent. Der Nvidia -Kurs legte sogar um 15 Prozent auf Rekordhoch zu. Die Quartalszahlen des für seine Grafikchips bekannten Technologiekonzerns waren besser ausgefallen als erwartet.

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