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30.01.2015

22:12 Uhr

Börse New York

Wall Street verbucht Verluste

Das Wachstum der so brummenden US-Wirtschaft ist im vierten Quartal 2014 hinter den Erwartungen zurück geblieben. Die Stimmung an der Wall Street trübte das nachhaltig ein. Da half auch kein rekordnahes Konsumklima.

Broker an der Wall Street: Auch wenn die US-Wirtschaft nicht so viele Arbeitsplätze erschuf wie erwartet - die Märkte reagierten positiv. Reuters

Broker an der Wall Street: Auch wenn die US-Wirtschaft nicht so viele Arbeitsplätze erschuf wie erwartet - die Märkte reagierten positiv.

New YorkEin unerwartet geringes US-Wirtschaftswachstum hat der Wall Street zum Wochenausklang zugesetzt. Im späten Geschäft setzten Verkäufe auf breiter Front ein. Hintergrund waren auch Sorgen um die Stabilität der Euro-Zone. Der Dow-Jones-Index schloss 1,5 Prozent tiefer auf 17.165 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 1,3 Prozent auf 1995 Zähler. Die Technologiebörse Nasdaq ließ ein Prozent auf 4635 Punkte Federn. Im Wochenvergleich ließ der Dow 2,8 Prozent, der S&P ebenfalls 2,8 Prozent und der Nasdaq 2,6 Prozent Federn.

Die weltgrößte Volkswirtschaft verlor Ende 2014 unerwartet viel Schwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte auf das Jahr hochgerechnet um 2,6 Prozent zu, während von Reuters befragte Experten mit 3,0 Prozent gerechnet hatten. Im dritten Quartal waren es noch 5,0 Prozent.

Bei den Einzelwerten gab Amazon zur Freude der Anleger einen Gewinn bekannt und wurde dafür mit einem Kursplus von 13,7 Prozent belohnt.

Wie der Wall Street Handel lief

Turbulenter Monatsabschluss

Wie der Wall Street Handel lief: Turbulenter Monatsabschluss

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Google verzeichnete einen Umsatzanstieg von 4,7 Prozent. Das lag zwar unter den Erwartungen, ließ die Papiere aber dennoch um rund fünf Prozent steigen.

Visa -Aktien legten um 2,8 Prozent zu, nachdem die Kauflaune der Amerikaner den Gewinn des weltgrößten Kreditkartenunternehmens in die Höhe getrieben hatte.

US-Ölkonzern Chevron setzt den Rotstift an. Das kalifornische Unternehmen will die Investitionen dieses Jahr um 13 Prozent auf 35 Milliarden Dollar kürzen. Zudem stoppt das Unternehmen sein Aktienrückkaufprogramm für dieses Jahr. Chevron-Anteilsscheine gaben um 0,5 Prozent nach.

In Frankfurt machten einige Aktienanleger nach der Rekordjagd der vergangenen Wochen am Freitag Kasse. Der Dax verabschiedete sich mit einem Minus von 0,4 Prozent bei 10.694,32 Punkten in den Feierabend. Im Vergleich zur Vorwoche legte er aber 0,4 Prozent zu. Der EuroStoxx50 notierte am Freitag 0,6 Prozent tiefer bei 3351,44 Zählern.

"Das ist nur eine kleine Pause vor dem Wochenende, echten Verkaufsdruck gibt es aber nicht", betonte Aktienhändler Andrea Tueni von der Saxo Bank. "Die Leute sind nur vorsichtig und haben Risikofaktoren wie Russland oder Griechenland im Hinterkopf."

Die Verlierer des EZB-Krisenkurses

Investoren

Von billigem Geld getriebene Preise für Aktien, Anleihen und Immobilien bergen die Gefahr von Blasen. Davor warnte jüngst zum Beispiel die Deutsche Bundesbank. Das Risiko steigt.

Sparer

Die Inflation ist zwar niedrig, die Zinsen auf Sparbüchern oder Tagesgeldkonten aber sind noch mickriger. Damit verlieren Sparer unter dem Strich Geld, ihre private Altersvorsorge wackelt.

Versicherer und Bausparkassen

Sie können mit den Beiträgen ihrer Kunden kaum auskömmliche Renditen erzielen. Hohe Zinsversprechen aus früheren Zeiten sind im Grunde nicht mehr zu erwirtschaften.

Am Nachmittag schob sich Griechenland ins Rampenlicht. Die neue Regierung geht auf Konfrontationskurs mit seinen Geldgebern und will nicht mit der Troika aus Europäischer Union, Europäischer Zentralbank (EZB) und Internationalem Währungsfonds (IWF) kooperieren. Dies versetzte der Athener Börse einen weiteren Schlag. Der griechische Bankenindex, der zunächst fast zehn Prozent im Plus gelegen hatte, rutschte ins Minus. Damit summiert sich der Wochenverlust auf knapp 38 Prozent. Das ist der zweitgrößte Kursrutsch seiner Geschichte.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,22 Milliarden Aktien den Besitzer. 991 Werte legten zu, 2107 gaben nach und 100 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 2,24 Milliarden Aktien 692 im Plus, 2039 im Minus und 122 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen nach den enttäuschenden Konjunkturdaten gefragt. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 25/32 auf 105-8/32. Die Rendite sank auf 1,6660 Prozent. Der 30-jährige Bond stieg 1-23/32 auf 116-9/32 und rentierte mit 2,2464 Prozent.

Von

rtr

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