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24.06.2016

22:48 Uhr

Börse New York

Wall Street verliert heftig

Der Börsencrash zieht um den Globus. An den US-Börsen stiegen die Kursverluste im Verlauf immer weiter. Die Amerikaner sorgen sich vor allem, dass der Dollar zu stark werden könnte.

Das Votum für den Brexit sorgt für einen turbulenten Börsentag. AP

Händler in New York

Das Votum für den Brexit sorgt für einen turbulenten Börsentag.

New YorkDie US-Börse hat am Freitag mit einem deutlichen Einbruch auf den Brexit reagiert, der Dow Jones lag zum Schluss um 3,4 Prozent tiefer bei 17.400. Der breiter gefasste S&P gab um 3,6 Prozent auf 2037 Stellen nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 4,1 Prozent auf 4708 Zähler. Von den europäischen und japanischen Abschlägen um die acht Prozent blieben die Amerikaner aber verschont. Viele Investoren, etwa die Vermögensverwaltung Neuberger Berman, rieten Investoren dazu, sich nicht irritieren zu lassen und sich auch auf Kauf-Chancen vorzubereiten.

Das Geschehen an der Börse lief normal ab, auch wenn die Enttäuschung zu spüren war. JP-Morgan-Chef Jamie Dimon sprach von „möglichen Marktschwankungen in den nächsten Wochen“ und versprach seinen Kunde Hilfe, damit klarzukommen.

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Bei US-Ökonomen überwiegt die Sorge, in Folge des Brexit könnte ein hartnäckig hoher Dollar die US-Wirtschaft unter Druck sitzen. Torsten Slok von der Deutschen Bank sieht dennoch zurzeit noch keine akute Rezessions-Gefahr. Klar ist aber, dass die US-Notenbank (Fed) sich bis auf weiteres mit Zinserhöhungen extrem schwer zu tun wird. Fed-Chefin Janet Yellen hatte den Brexit sehr deutlich auch als ein Risiko für die US-Wirtschaft bezeichnet.

Außerdem hat sie unabhängig davon anklingen lassen, dass der so genannte neutrale Zinssatz in den USA auf Dauer niedrig bleiben könnte; das bedeutet, dass die Fed ohnehin kaum Spielraum hat, die Zinsen zu erhöhen, ohne damit schon die US-Konjunktur negativ zu beeinflussen. Aktuell zum Brexit verwies die Fed darauf, sie habe ohnehin große Swap-Linien mit Großbritannien und der Euro-Zone vereinbart. Daher sei es jederzeit möglich die Dollar-Liquidität in Europa sicherzustellen.

An Der Wall Street gerieten vor allem Unternehmen mit einem großen Geschäft in Europa unter die Räder. Vor allem die Titel der in London tätigen US-Banken wie Citigroup, Bank of America, JP Morgan und Goldman Sachs brachen um bis zu acht Prozent ein.

Auch Aktien des Elektronikkonzerns Apple, der zuletzt mehr als ein Fünftel seines Umsatzes in Europa erzielte, verloren mehr als 2,5 Prozent. Die Papiere von Facebook fielen um drei Prozent. 

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Aus der US-Politik kamen gemischte, aber bisher unaufgeregte Reaktionen. US-Präsidentschaftskandidat Donald Trump sieht durch den Brexit Aufwind für sich selber. „Die Leute wollen ihr Land zurück und Geld zurück. Das wird mehr und mehr passieren“, sagte er, als er einen Golfplatz in Schottland eröffnete. US-Finanzminister Jack Lew sagte, die Regierung „respektiere“ die Entscheidung der Briten und werde mit ihnen zusammenarbeiten, um „Stabilität, Sicherheit und Wohlstand in Europa und darüber hinaus“, zu sichern.

Der Politik-Experte Ian Brenner sorgt sich aber wegen der langfristigen politischen Konsequenzen des Brexit. Er befürchtet eine größere geostrategische Instabilität. US-Investoren, etwa der bekannte Fondsmanager Michael Hasenstab, hatten im Vorfeld auch die Befürchtung geäußert, der Brexit könne zu einer politischen Ansteckung in der Euro-Zone führen und sie destabilisieren.

Von

rtr

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