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27.07.2015

11:21 Uhr

Börse Schanghai

Das chinesische Kursbeben geht weiter

Die Börse Schanghai ist am Montag um 8,5 Prozent eingebrochen - der heftigste Kurssturz seit 2007. Anleger befürchten einen Schwächeanfall der chinesischen Konjunktur. Markteingriffe der Regierung helfen wenig.

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SchanghaiDie chinesische Regierung hat es versucht. Mit massiven Eingriffen in den Börsen- und Bankensektor wollte sie einen weiteren Kursrutsch auf den chinesischen Aktienmärkten verhindern. Offenbar vergeblich. Denn die Börse in Schanghai ist am Montag um 8,5 Prozent eingebrochen auf 3.726 Punkte. Das ist der heftigste Kurssturz innerhalb eines Tages seit 2007. Auf jede Aktie, die im Verlauf des Tages gestiegen war, kamen 75 Anteilsscheine, deren Kurse in den Keller gingen. Auch der Leitindex an der zweitgrößten chinesischen Börse in Shenzen schloss mehr als acht Prozent tiefer.

Andere asiatische Finanzmärkte steuerten ebenfalls ins Minus: Der japanische Nikkei verlor 0,7 Prozent , der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,8 Prozent. Auch die Börsen in Europa drehten im Sog der asiatischen Turbulenzen ins Negative. In der ersten Stunde nach seiner Eröffnung verlor der Dax mehr als einen Prozent.

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Für Verunsicherung sorgte Chinas Konjunktur. Die Anleger haben Angst vor einem wirtschaftlichen Schwächeanfall der Volksrepublik. Dafür spricht, dass der Gewinn chinesischer Industrieunternehmen im Juni um 0,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zurückging. Außerdem hatte am Freitag der Markit-Einkaufsmanagerindex gezeigt, dass Chinas Industrie im Juli so stark geschrumpft ist wie seit 15 Monaten nicht mehr.

Nach Ansicht von Börsenexperten setzen zudem Spekulationen auf eine baldige US-Zinswende Chinas Märkten zu. Die Aussicht auf eine höhere Verzinsung in den USA macht Anlagen im Dollar-Raum für viele Investoren wieder attraktiver.

Zahlen und Fakten zu China

Bevölkerung

China ist mit 1,37 Milliarden Menschen das bevölkerungsreichste Land der Erde.

Fläche

Auf einer Fläche von rund 9,5 Millionen Quadratkilometern ist China in 22 Provinzen und fünf Autonome Regionen gegliedert.

Sonderverwaltungszonen

Dazu kommen die beiden Sonderverwaltungsregionen Hongkong und Macau.

Hauptstadt

Die Hauptstadt des Reichs der Mitte ist Peking. Dort allein leben mehr als 20 Millionen Menschen – und das sind nur die offiziellen Zahlen.

Han und Minderheiten

Die große Mehrheit der Bevölkerung sind Han-Chinesen (91,6 Prozent), dazu kommen 55 Minderheiten.

Religion

Rund ein Fünftel der Bevölkerung hängt Volksreligionen an, dazu kommen sechs Prozent Buddhisten und 2,4 Prozent Muslime.

Stadt und Land

Mit 749 Millionen Menschen lebt die Mehrheit der Bürger (55 Prozent) in Städten.

Nach einer Hausse in der ersten Jahreshälfte sind die chinesischen Börsen von Mitte Juni bis Anfang Juli 2015 um rund ein Drittel eingebrochen. Die Regierung hatte daraufhin ein Konjunkturprogramm aufgelegt sowie Handelsbeschränkungen verhängt, um den Ausverkauf zu stoppen. So wurden zum Beispiel Großinvestoren dazu verpflichtet, ihre Aktienpakete an chinesischen Unternehmen ein halbes Jahr lang zu halten. Die Aktien von 1.400 chinesischen Unternehmen wurden vom Handel ausgenommen. Auch Börsengänge wurden verschoben.

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In den vergangenen drei Wochen schien es so, als hätten die Maßnahmen Erfolg: Die chinesischen Börsen erholten sich. Nachdem der Leitindex auf ein Tief von 3.373 Punkten gesunken war, legte der Leitindex binnen weniger Wochen beinahe 1.000 Punkte zu und kletterte in der vergangenen Woche auf 4.317 Punkte. Doch die Rally war offenbar nicht von Dauer.

„Der heutige Kurssturz hat die Stimmung der Anleger deutlich abgekühlt”, kommentiert Mari Oshidari, Analystin bei Okasan Securities in Hongkong. „Er hat außerdem gezeigt, dass die chinesischen Aktienmärkte ohne die Unterstützung der Regierung viel zu fragil sind.”

Kommentare (18)

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Herr Tob Ho

27.07.2015, 11:42 Uhr

Ernsthaft?? Schanghai?!

Herr Tom Schmidt

27.07.2015, 12:14 Uhr

Es wird spannend! Typischerweise ist am Anfang einer platzenden Blase die vorherrschende Meinung der Experten, dass das ein begrenztes Spezialproblem ist. 2008/2009 hiess es am Anfang, das wäre eine Banken- und keine Wirtschaftskrise! Um dann das folgende zu erklären, wird man einen besonderen Aufhänger wählen, den natürlich niemand voraussehen konnte (z.B. Lehman-Pleite), der angeblich für alles ursächlich ist. (Ob das stimmt ist egal).

Ich weiss nicht, ob das überhaupt schon der große Knall in China ist, wenn ja wird es noch erheblich! Die Daten lagen alle auf dem Tisch. Ich erinnere an die Artikel von Finn Mayer-Kuckuck hier. Aus diesen konnte man nachrechnen, dass der Exportüberschuss wohl gar nicht existiert, sondern ein versteckter Kapitalimport in einem offiziell abgeschotteten Markt war.

Dann kamen die Nachrichten, dass die chinesische Realwirtschaft überhaupt nicht wächst, gefolgt von der (komischerweise beruhigenden) Nachricht, dass das Wirtschaftswachstum bei immer noch über 7 % liegt. Spätestens dann ist jedem klar, dass das etwas massiv falsch läuft... aber so lange die Musik spielt...

Ich gehe davon aus, dass die chin. Regierung wenn es hart auf hart kommt, vollkommen gefakte Börsenkurse berichten wird (ob Umsätze dahinter sich verbergen ist ja nicht immer klar und kann gefälscht werden). Das wird alle wieder beruhigen, bis es dann wirklich zum Infarkt kommt...

Herr Marc Otto

27.07.2015, 12:40 Uhr

ja, die Charttechnik zeigt auf, dass es korrigieren muss.

Also sucht man nach Negativ-Nachrichten udn findet sie

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