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18.07.2012

19:57 Uhr

Börse

Spanische Anleiherendite klettert höher

Am Tag vor der Bundestagsdebatte über europäische Hilfen für Spanien und seine angeschlagenen Banken, ist die Rendite für spanische Anleihen im Vergleich zu Papieren des Bundes auf ein Rekordniveau geschnellt.

Innenaufnahme der spanischen Börse in Madrid. dpa

Innenaufnahme der spanischen Börse in Madrid.

MadridDie Risikoaufschläge für spanische Staatsanleihen haben einen neuen Rekordstand erreicht. Der Zuschlag, den der spanische Staat den Anlegern für seine Bonds im Vergleich zu den deutschen Anleihen zahlen muss, stieg zum Handelsschluss am Mittwoch auf 576 Basispunkte, 17 Basispunkte mehr als am Vortag. Der vorige Rekord war mit 575 Basispunkten am 18. Juni verzeichnet worden. Die Rendite der richtungsweisenden 10-jährigen Anleihen kletterte auf 6,96 Prozent. Die Gefahrenzone, die einen EU-Staat dazu zwingen kann, unter den Euro-Rettungsschirm zu flüchten, liegt bei sieben Prozent.

Der 65 Milliarden Euro schwere Sparplan, den die Regierung in Madrid vorige Woche beschlossen hatte, hat die Märkte offenbar nicht beruhigt. Nach Angaben von Experten zweifeln die Investoren daran, dass es die spanische Zentralregierung gelingen wird, die autonomen Regionen zu mehr Haushaltsdisziplin zu zwingen. Die Regionen waren im vergangenen Jahr für nahezu Zweidrittel des hohen Gesamthaushaltsdefizits von 8,9 Prozent verantwortlich.

Von

dpa

Kommentare (4)

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Account gelöscht!

19.07.2012, 02:56 Uhr

...Die Gefahrenzone, die einen EU-Staat dazu zwingen kann, unter den Euro-Rettungsschirm zu flüchten...
Sorry, aber dieses Nachgeplapper muss nun wirklich nicht sein bei einer seriösen Wirtschaftszeitung.
Tatsache ist, dass die Flucht unter den Rettungsschirm einfach gemütlicher ist.
Vor 15 Jahren lagen die spanischen Zinsen jahrelang noch erheblich höher und ich kann mich nicht erinnern, dass es damals einen Rettungsschirm gab.

Machiavelli

19.07.2012, 05:09 Uhr

Wirkung und Ursache können leicht verwechselt werden.
Es ist offensichtlich dass bei einer Verzinsung von 6% bis 7% oder mehr, Länder die jetzt schon eine schwache Wirtschaft haben, gerade wegen der enormen Zinsbelastung, kaum eine Chance haben aus der Schuldenfalle raus zukommen.
Das ist eine Feststellung und jeder halbwegs in Mathematik gewanderter Mensch wird es zugeben.
Was nutzt "Druck" wenn die Tube leer ist.
Zumutbare Haushaltsdisziplin muss, darf und kann nur durch Kontrolle und nicht durch Kapitalentzug erreicht werden (hier die Betonung auf „zumutbare“).
Bedingt durch den permanenten deutschen Leistungsbilanzüberschuss, ist der Euro für die meisten andere Länder überbewertet und erschwert diesen Ländern Exporte und bremst Importe nicht ab. Folge: Wirtschaftlicher Niedergang. Der führt dann zu geringeren Staatseinnahmen, die wiederum zu einer höheren Verschuldung, die wiederum zu höheren Zinsen für das Land und seine Wirtschaft.
Niemand soll sagen, dass diese Dinge nicht absehbar gewesen seien - dass ist Ökonomie-Grundstudiums-Wissen.

Arminius

19.07.2012, 05:11 Uhr

Das Europa, das wir heute kennen, ist ein maßgeblich deutsch-französisches Europa. Waren sich die beiden großen Mittelmächte einig, hatten die anderen Partner in den vergangenen Jahrzehnten selten etwas entgegenzusetzen. Auch wenn man das natürlich niemals aus dem Munde eines Spitzenpolitikers gehört hätte, galt in Europa noch nie das in Deutschland so viel beschworene Konnexitätsprinzip "Wer bestellt, der bezahlt auch". Die Realität war immer "Wer bezahlt, der bestellt auch". Und weil Deutschland immer bereit war, zu bezahlen, wurde in Europa immer auch schon Deutsch gesprochen, wie es Unionsfraktionschef Volker Kauder wohl ausdrücken würde. Das galt für viele richtige oder richtig gedachte Vereinbarungen, wie etwa die Unabhängigkeit der Europäischen Zentralbank oder die Einführung des Stabilitätspaktes. Genauso galt das aber auch für alle Auswüchse europäischer Bürokratie, alle Fehler bei der Aufnahme neuer EU-Mitglieder und alle Fehler, die im Rahmen der Euro-Einführung gemacht wurden.

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