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11.09.2012

10:09 Uhr

Börse Tokio

Abwartende Asiaten schicken Kurse ins Minus

In Japan fallen die Aktienkurse rund 0,7 Prozent. Die Händler machen sich Gedanken über das deutsche Urteil zum Rettungsschirm ESM und den weiteren Kurs der US-Notenbank.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. Reuters

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioAm Tag vor dem erwarteten Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum europäischen Rettungsschirm ESM haben sich die Investoren an den asiatischen Aktienmärkten mit Käufen zurückgehalten. Mit Spannung warteten die Anleger zudem auf die für Donnerstag angekündigte Entscheidung der US-Notenbank Fed über ihren weiteren Kurs. Sollte die Fed beschließen, erneut in großem Stil Staatsanleihen des US-Finanzministers zu kaufen, rechnen die meisten Anleger mit einem weiterem Schub für die Aktienmärkte weltweit. Yasuo Sakuma von Bayview Asset Management warnte jedoch, dass dies dem Yen unerwünschten Aufwärtsdruck bescheren könnte. Dies würde dann vor allem Exporttitel belasten. "Das sind nicht unbedingt gute Nachrichten für den japanischen Aktienmarkt."

Der Tag an den Märkten (Stand: 17:35 Uhr)

Dax

+ 1,0 Prozent

Euro Stoxx 50

+ 1,25 Prozent

Dow Jones

+ 0,35 Prozent

Nikkei

- 0,58 Prozent (Schlusskurs vom 11.10)

Euro

1,2921 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Gold

1.769 Dollar (+ 0,4 Prozent)

Öl (Brent)

116,48 Dollar (+ 1,3 Prozent)

Im Fokus stand am Dienstag auch ein neuer Eilantrag gegen das EZB-Anleihe-Kaufprogramm, den die Verfassungsrichter jedoch kurz nach dem Handelsschluss in Tokio ablehnten. Das Gericht wird deshalb wie geplant sein Urteil zum ESM am Mittwoch verkünden. Das neue Anleihe-Kaufprogramm der EZB hatte dem Euro Ende vergangener Woche zu einem Höhenflug verholfen. Auch am Dienstag notierte die Gemeinschaftswährung <EUR=> stabil bei 1,2766 Dollar.

In der europäischen Schuldenkrise fokussierte sich der Blick der Anleger auf Spanien. Der spanische Ministerpräsident Mariano Rajoy hatte sich am Montag überzeugt gezeigt, dass die Auflagen für Spanien im Falle der Inanspruchnahme eines Rettungsschirmes annehmbar wären. Er glaube nicht, dass die EU Spanien genau vorschreiben würde, wo es im Haushalt kürzen müsste, sagte Rajoy in einem Interview des Fernsehsenders TVE. Mit dem Bond-Programm will die EZB die Refinanzierungskosten kriselnder Euro-Staaten senken. Bedingung ist aber, dass die Staaten unter die Euro-Rettungsschirme schlüpfen und die damit verbundenen Reformauflagen akzeptieren.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index verlor in Tokio 0,7 Prozent auf 8807 Zähler. Der breiter gefasste Topix-Index ging ebenfalls rund 0,7 Prozent auf 732 Punkte zurück. Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notierte knapp 0,4 Prozent im Minus. Am höchsten fielen die Abschläge in Shanghai und Hongkong aus, wo Händler nach den jüngsten Rallys Kasse machten. Nach unten ging es aber auch an den Börsen in Südkorea und Australien. Taiwan und Singapur traten auf der Stelle.

Bei den Einzelwerten ließen in Tokio vor allem zyklische Werte Federn. Die Aktien des Roboterherstellers Fanuc verloren 1,6 Prozent und die Anteilsscheine von Toyota 1,7 Prozent. Technologie-Aktien wurden weiter davon belastet, dass der US-Chipkonzern Intel Ende vergangener Woche überraschend seine Umsatzprognose für das laufende dritte Quartal gesenkt hatte.

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