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06.07.2012

09:45 Uhr

Börse Tokio

Aktienkurse in Fernost fallen zurück

Die Anleger in Tokio sind vor dem US-Arbeitsmarktbericht vorsichtig. Der Apple-Konkurrent Samsung meldet eine reißende Nachfrage für seine Mobiltelefone.

Passanten gehen an der Anzeigentafel der Börse Tokio vorbei. dapd

Passanten gehen an der Anzeigentafel der Börse Tokio vorbei.

TokioDie Aktienmärkte in Fernost haben zum Wochenschluss Verluste verbucht. Vor allem in Tokio konnten die Zinssenkungen der EZB und der chinesischen Zentralbank die Anleger nicht überzeugen. Wie zuvor schon die Investoren an der Wall Street warteten sie nun auf den Arbeitsmarktbericht aus den USA, von dem sie sich noch am Freitag Rückschlüsse über die Entwicklung der weltweit größten Volkswirtschaft erwarteten. Sollten die Job-Daten aus Übersee enttäuschen, könnte dies an den Märkten aber Hoffnungen auf Maßnahmen auch der US-Notenbank Federal Reserve schüren. IWF-Chefin Christine Lagarde goss bei einem Besuch in Tokio Öl ins Feuer der Konjunkturpessimisten. Die Aussichten für die Weltwirtschaft trübten sich weiter ein, sagte Lagarde.

Der Tag an den Märkten (Stand 12:10 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index schloss in Tokio 0,7 Prozent im Minus bei 9020 Zählern. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,6 Prozent auf 771 Punkte. Auch die Börsen in Hongkong, Singapur, Taiwan und Korea mussten Verluste hinnehmen. Einzig der Aktienmarkt in Shanghai stemmte sich mit einem Plus von 0,5 Prozent gegen den Abwärtstrend.

"Eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank war ja irgendwie erwartet worden", beschrieb Ryota Sakagami von SMBC Nikko Securities das Schultzerzucken der Märkte angesichts des Zinsschritts. Die EZB hatte am Vortag ihren Schlüsselzins auf historisch tiefe 0,75 Prozent gesenkt. Am Freitag machten sich die Anleger auf schwache Daten vom US-Arbeitsmarkt gefasst.

Auch IWF-Chefin Lagarde zeichnete ein düsteres Bild: In der nächsten Prognose des Internationalen Währungsfonds (IWF) werde wahrscheinlich von einer noch schwächeren Wirtschaftsentwicklung ausgegangen, sagte Lagarde in Tokio. Zudem stünde ein weiterer Aufwärtsdruck beim Yen den Exportbranchen im Weg. Derzeit sei die japanische Währung leicht überbewertet.

Große Aktienverkäufe nach EZB-Zinssenkung

Video: Große Aktienverkäufe nach EZB-Zinssenkung

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Am Freitag standen denn auch Exportfirmen auf den Verkaufszetteln der Anleger. Die Aktien des Autobauers Honda gaben 0,7 Prozent nach, die Elektronikbranche 1,3 Prozent. Wegen der Unsicherheiten über die Weltwirtschaft konzentrierten sich Investoren auf Werte der heimischen Industrie. So legte der Index für Baufirmen gegen den Trend 0,2 Prozent zu. Der Konzern Softbank profitierte mit einem Plus von 0,9 Prozent davon, dass die Deutsche Bank ihr Kursziel erhöhte.

In Shanghai blickten die Anleger vor allem auf das Börsendebüt von CITIC Heavy Industries. Die Papiere des Schwermaschinenherstellers legten 1,9 Prozent zu. Investoren setzen bei CITIC darauf, dass dem Konzern wachstumsfördernde Maßnahmen der Regierung zugutekommen.

Die reißende Nachfrage nach seinen Galaxy-Smartphones hat dem südkoreanischen Elektronikkonzern Samsung erneut einen Rekordgewinn beschert. Der operative Gewinn sei binnen Jahresfrist um 79 Prozent auf 5,9 Milliarden Dollar (6,7 Billionen Won) gestiegen, teilte Samsung am Freitag mit. Gegenüber dem ersten Quartal ist dies eine Steigerung von 14,5 Prozent. Die Smartphones dürften sich erneut als Ertragsperle erweisen. Damit hätte Samsung seine Marktführerschaft vor Apple und Nokia ausgebaut. Den detaillierten Zwischenbericht will Samsung gegen Ende des Monats vorlegen.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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Japan droht wegen einer politischen Blockade Ende Oktober das Geld auszugehen. Der Finanzminister des Landes, Jun Azumi, appellierte am Freitag an die beiden größten Oppositionsparteien, einem für die Finanzierung des laufenden Haushalts wichtigen Gesetz zuzustimmen. Dieses erlaubt der Regierung, Staatsanleihen auszugeben, um nahezu die Hälfte des Etats finanzieren zu können. "Ohne dieses Gesetz fällt der Haushalt zusammen", sagte Azumi.

Insgesamt hat der Haushalt für das Finanzjahr 2012/13 ein Volumen von gut 90 Billionen Yen (rund 900 Milliarden Euro). 38,3 Billionen Yen sollen über Staatsanleihen eingenommen werden. Bis Ende September rechnet Azumi mit Ausgaben von 43,9 Billionen Yen. Sollte das Gesetz nicht angenommen werden, stünden der Regierung nur 46,1 Billionen Yen zur Verfügung. Damit würde dem Staat mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Ende Oktober das Geld ausgehen, erläuterte der Finanzminister.

Von

rtr

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