Handelsblatt

MenüZurück
Wird geladen.

14.01.2014

09:53 Uhr

Börse Tokio

Aktienkurse in Japan brechen ein

Der japanische Aktienmarkt ist sehr schwach in die verkürzte Woche gestartet. Anlass für die Verkäufe waren deutliche Kursgewinne des Yen. Anleger nehmen erneut Gewinne mit.

Besucher an der Tokioter Börse. dpa

Besucher an der Tokioter Börse.

TokioDer schwache US-Arbeitsmarktbericht aus der Vorwoche hat am Dienstag die Börsen in Japan unter Druck gesetzt. Sorgen um den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft ließen die Landeswährung Yen gegenüber dem Dollar deutlich klettern. Dies belastete vor allem exportorientierte Unternehmen.

"Die heutigen Verluste haben mit der neuntägigen Rally am Jahresende zu tun. Ausländische Investoren, die währenddessen gekauft haben, reduzieren nun ihr Risiko", erklärte Norihiro Fujito von UFJ Morgan Stanley Securities. Zudem sei der starke Anstieg des Yen überraschend gewesen. Am Montag waren die Finanzmärkte in Japan wegen eines Feiertags geschlossen geblieben. Auch die restlichen Börsen in Fernost verzeichneten an ihrem zweiten Handelstag in der Woche überwiegend Verluste.

Der Tokioter Leitindex Nikkei der 225 führenden Werte ging mit Verlusten von 3,1 Prozent auf 15.422 Punkte aus dem Handel und markierte damit ein Ein-Monats-Tief. Es war der größte Tagesverlust seit fünf Monaten. Der breiter gefasste Topix gab 2,3 Prozent nach auf 1269 Zähler. Auch in Südkorea, Singapur, Australien und Taiwan ging es nach unten. In Bangkok drohten Regierungsgegner, die Börse zu stürmen. Es wurden Notmaßnahmen ergriffen, um die Gebäude und die Handelssysteme zu sichern.

Zu den meistgehandelten Aktien in Japan zählten Toyota, die 2,3 Prozent einbüßten. Auch andere Exportwerte wie Sony gaben deutlich nach. Das Marktschwergewicht Softbank fiel um 3,1 Prozent. Gegen den Trend legten die Papiere des Schweppes-Herstellers Suntory 0,3 Prozent zu. Der japanische Konzern übernimmt für 16 Milliarden Dollar den US-Spirituosen-Anbieter Beam.

Tokio ist..

…teuer

Tokio ist nicht nur ein tolles, sondern vor allem ein teures Vergnügen. Die Stadt ist die zweitteuerste der Welt, wobei sie erste dieses Jahr von Zürich überholt wurde. Die saftigen Preisen schlagen sich bei Hotelbuchungen und Gastronomie-Besuchen nieder. Der Durchschnittstourist muss Minimum 100 Euro pro Tag für Kost und Logis einplanen, aber auch nur, wenn er nicht einkauft Shoppen und den Abend im Hotelzimmer verbringt.

…voller freundlicher Menschen

Oder anders gesagt: voll und trotzdem freundlich. Die vielen Menschen schubsen, schimpfen und hupen nicht. Und das ist für ein asiatisches Land eigentlich ziemlich untypisch. Dass Japaner aber einfach anders sind, werden Sie zum Beispiel beim Warteschlangen-System merken. Das Ein- und Aussteigen verläuft gediegen und strukturiert, man wartet grundsätzlich stumm in Reih und Glied.

…lecker

Tokio ist voller Cafés und Restaurants, deren köstliche Speisen mit Sicherheit jeden Gaumen befriedigen. Nur der Preis schmeckt nicht. Ein kleiner Starbucks-Cappuccino kostet über vier Euro, eine Pizza zehn, Sushi-Menüs ab 20 aufwärts. Sparen kann man beim Mittags-Menü oder bei einem spartanischen Snack-Einkauf im 7-Eleven.

…künstlich

Besonders die jugendlichen Tokioter inszenieren ihre Persönlichkeiten mit abgefahrenen Outfits, die wir höchstens von Karneval oder aus dem Fernsehen kennen. Manga-Fans sehen aus wie die Tokio Hotel-Sänger, kleine Mädels tragen auch privat Schulmädchen-Uniformen oder Hello-Kitty-Outfits, die kreidebleichen Verkäuferinnen pechschwarze Kontaktlinsen und unechte Wimpern und selbst ein herkömmlicher KitKat-Riegel geht im hellgrünen Gewand und hat Rosenblüten- und Grüntee-Geschmack.

…futuristisch

High Tech wohin das Auge sieht. Wenn man nicht gerade in einem Tempel oder auf dem Fischmarkt steht. Die öffentlichen Toiletten zum Beispiel sind mit Sound- und automatischem Reinigungssystem ausgestattet und beglücken jeden peniblen Hygiene-Fanatiker. Die künstlichen Spül-Geräusche ermöglichen außerdem entspannte Geschäfte ohne (Fremd-) Scham. Ganz wichtig: Stehen vor der Toilette Pantoffeln, ziehen Sie sie unbedingt an und betreten Sie die Toilette keinesfalls mit Straßenschuhen, denn Tokio ist…

…sauber und ordentlich

So viel Konsum, so wenig Müll. Eine erstaunliche Leistung, die die Stadt zwar zu einem angenehmen Aufenthaltsort macht, manchmal aber auch nervt. Denn selbst im Modegeschäft folgt Ihnen immer jemand, der die Bügel exakt so wieder herrichtet, wie sie vor Ihrem Besuch hingen.

…ruhig

Auch das ist etwas eigenartig, dass eine so überbevölkerte und überladene Stadt manchmal so still ist, wie ein Vorort von Castrop-Rauxel. Dieses kollektive Meditieren ist schon fast unheimlich. Und wer seinen Weg nicht stumm oder mit verschlossenen Augen bestreitet, schaut konzentriert auf sein Smartphone oder in sein Manga-Heft. Doch niemand streitet, hupt oder ruft.

…ein Shopping-Mekka

Geld ist in Japan Mentalität – und die ist stark ausgeprägt. Wer seins nicht in Spielautomaten oder Restaurants-Kassen steckt, der lässt es in teuren Designer-Boutiquen in Ginza, in Shoppingmalls in Shinjuku, in Elektronik-Fachmärkten in Akihabara oder beim Hundekauf in Shibuya.

Von

rtr

Direkt vom Startbildschirm zu Handelsblatt.com

Auf tippen, dann auf „Zum Home-Bildschirm“ hinzufügen.

Auf tippen, dann „Zum Startbildschirm“ hinzufügen.

×