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06.09.2011

08:47 Uhr

Börse Tokio

Angst um den Euro sorgt für Talfahrt

Die Sorge um die Schulden Italiens und die Furcht, die EZB könnte ihre Geldpolitik lockern, haben im asiatischen Handel den Euro weiter fallen lassen. Den dritten Tag in Folge muss der Nikkei Verluste hinnehmen.

Banger Blick zur Anzeige. Der Euro sank im frühen asiatischen Handel auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Reuters

Banger Blick zur Anzeige. Der Euro sank im frühen asiatischen Handel auf den tiefsten Stand seit einem Monat.

TokioDie Sorge über die Schuldenkrise in Europa und eine drohende zweite Bankenkrise hat am Dienstag die Börsen in Fernost weiter nach unten gedrückt. Auch die Furcht vor einer neuen Rezession in den USA belastete die Märkte. Der Euro blieb unter Druck, dagegen war Gold - das traditionell als sicherer Hafen gilt - gefragt. Am Tag zuvor hatte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gewarnt, dass zahlreiche Banken eine Abschreibung der Euro-Staatsanleihen auf den aktuellen Marktwert nicht verkraften könnten. Die Schuldenkrise belaste die Gewinne der Banken auf Jahre.

In Tokio büßte der Nikkei-Index der 225 führenden Werte 2,21 Prozent auf 8590 Zähler ein. Der breiter gefasste Topix-Index fiel 1,93 Prozent auf 741 Punkte. Auch die übrigen asiatischen Märkte in Singapur , Hongkong , Shanghai und Seoul gaben deutlich nach. Der Aktienmarkt in Taiwan verbuchte mit 2,4 Prozent die deutlichsten Verluste.

„Die europäische Krankheit steckt im Moment die Märkte auf der ganzen Welt an“, sagte Michael Heffernan, Stratege bei der Austock Gruppe in Australien. Ein unerwartet schwacher US-Arbeitsmarktbericht vom Freitag befeuerte zudem weiter die Sorge vor einem erneuten Abrutschen der USA in eine Rezession. Die New Yorker Börsen waren am Montag wegen eines Feiertags geschlossen geblieben, europäische Papiere hatten deutliche Einbußen verbucht - allen voran im Finanzsektor.

Anleger warten nun auf eine Rede von US-Präsident Barack Obama zur Wirtschaft am Donnerstag sowie auf den Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank am selben Tag. Experten rechnen nicht mit einer Zinserhöhung, was den Euro weiter belasten könnte. Dagegen verstärkt der verschlechterte Ausblick Analysten zufolge den Druck auf die US-Notenbank Fed, die US-Wirtschaft mit neuen Hilfen zu stützen.

Auf der Verkaufsliste der asiatischen Anleger standen vor allem Banken, die besonders in Europa engagiert sind. So lagen die in Hongkong notierten HSBC-Papiere um mehr als drei Prozent im Minus. Der Euro fiel auf unter 1,4055 Dollar und damit auf den niedrigsten Stand seit sieben Wochen.

Von

rtr

Kommentare (1)

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Account gelöscht!

06.09.2011, 07:42 Uhr

Seit mehr als anderthalb Jahren erzählen uns etliche Politiker, man müsse stark verschuldete Euroländer zusätzlich finanziell unterstützen, um die Stabilität des Euros zu sichern. Und, hat das wirklich geholfen? - Die Historie des Euros spricht für sich: http://finanzen.handelsblatt.com/kurse_listen.htn?&u=7033801&k=jmNeD9lziWwXke9O7dr3ww&sektion=devisen&auswahl=480&topFlop=0&zeitraum=1

Es wäre besser gewesen, sich schon im Frühjahr 2010 um die Gläubiger der insolventen Staaten zu kümmern.

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