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03.07.2012

09:07 Uhr

Börse Tokio

Anleger hoffen auf die Notenbanken

Die Börsianer in Asien schöpfen wieder etwas Hoffnung. An den Märkten wird über eine weitere Lockerung der Geldpolitik in Nordamerika und in Europa spekuliert.

Eine Börsenanzeigentafel in Tokio. dpa

Eine Börsenanzeigentafel in Tokio.

TokioDie Aussicht auf Konjunkturspritzen durch die Fed und die Europäische Zentralbank hat am Dienstag die Stimmung an den Börsen in Fernost aufgehellt. Schwache Konjunkturdaten sowohl aus den USA, der Euro-Zone und auch China ließen die Anleger auf weitere geldpolitische Lockerungen hoffen. Zudem hielt die Erleichterung nach der Einigung der Euro-Länder auf neue Hilfsmöglichkeiten für Banken auf dem EU-Gipfel Ende vergangener Woche an. "Im Vergleich zu vor einem Monat hat Europa ganz klar Fortschritte gemacht", sagte Soichiro Monji von Daiwa SB Investments.

Zu den wichtigsten Gipfel-Entscheidungen gehört, dass Banken künftig direkte Hilfen aus dem Rettungsfonds ESM erhalten können. Anleger setzen darauf, dass dies zur Stabilisierung der Banken insbesondere in Spanien und Italien beiträgt. Gleichzeitig keimte Hoffnung auf, dass die US-Notenbank Fed ihre Geldpolitik weiter lockern könnte, um die amerikanische Wirtschaft zu stützen. "Der Druck auf die Fed, etwas zu unternehmen, wird steigen", sagte Sebastian Galy von Societe General. Zuvor hatte die jüngste Umfrage des ISM-Instituts gezeigt, dass die US-Industrie im Juni erstmals seit rund drei Jahren geschrumpft ist.

Aus der Euro-Zone kamen ebenfalls maue Konjunkturdaten: Der Markit-Einkaufsmanagerindex verharrte auf dem tiefsten Stand seit knapp drei Jahren. Die Krise in Europa wirkt sich zudem auf die Exportnation China aus: Dort sank der Einkaufsmanagerindex der Bank HSBC auf den niedrigsten Stand seit November 2011. Selbst das Ausscheren der finnischen Regierung nach den Gipfelbeschlüssen wirkte sich nicht negativ aus. Finnland hatte am Tag zuvor deutlich gemacht, ein Veto gegen Staatsanleihekäufe durch den Europäischen Rettungsfonds ESM einlegen zu wollen.

In Tokio stieg der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,7 Prozent auf 9066 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legte um rund ein Prozent auf 777 Zähler zu. Auch die Aktienmärkte in Hongkong, Korea, Taiwan und Singapur lagen rund ein Prozent im Plus. Am schwächsten fiel der Aufwärtstrend in Shanghai aus.

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Zu den gefragten Papieren zählten die Aktien japanischer Kamerahersteller, die im Mai nach Angaben von Nomura Securities deutlich mehr umsetzten als vor einem Jahr. Nikon-Anteilscheine verteuerten sich um rund drei Prozent, Canon-Aktien stiegen um 1,3 Prozent. Die Aktien der Fluggesellschaft All Nippon Airways brachen dagegen nach Berichten über eine zwei Milliarden Euro schwere Kapitalerhöhung um fast 14 Prozent ein.

Der Euro tendierte etwas fester bei 1,26 Dollar.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:35)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Die US-Börsen haben zum Wochenauftakt keine klare Richtung gefunden. Schwache Konjunkturdaten belasteten den Handel. Einige Händler nahmen die Anzeichen für eine spürbare Abkühlung der US-Konjunktur aber zum Anlass für Spekulationen über weitere Hilfen der Notenbank Federal Reserve - das gab den Kursen Auftrieb. Die Schuldenkrise in der Eurozone sorgte weiter für Verunsicherung: Die finnische Regierung machte deutlich, dass sie ihr Veto gegen Staatsanleihenkäufe durch den Rettungsfonds ESM einlegen will.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte zum Handelsende mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.871 Punkten. Im Handelsverlauf pendelte das Marktbarometer zwischen 12.795 und 12.902 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index schloss bei 1.365 Punkten, ein Aufschlag von 0,3 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 0,6 Prozent und ging mit 2951 Punkten aus dem Handel. In Frankfurt schloss der Dax mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 6.496 Punkten. Hier wirkte die Freude über die EU-Gipfel-Beschlüsse im Kampf gegen die Schuldenkrise aus der Vorwoche noch nach.

Von

rtr

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