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06.06.2012

09:10 Uhr

Börse Tokio

Anleger in Asien hoffen auf Konjunkturhilfen

Die guten Zahlen aus dem US-Dienstleistungssektors heben die Stimmung in Fernost. Der Nikkei-Index legt 1,8 Prozent zu und liegt wieder deutlich über seinem Jahrestief.

Die Außenanzeige der Aktienkurse an der Börse in Tokio. dpa

Die Außenanzeige der Aktienkurse an der Börse in Tokio.

TokioDie Hoffnung auf neue Zentralbank-Hilfen zur Ankurbelung der Weltwirtschaft hat am Mittwoch die Börsen in Fernost angetrieben und die Alarmsignale aus Spanien zunächst verdrängt. Im Blickpunkt stand vor allem die Entscheidung der Europäischen Zentralbank (EZB) über ihr weiteres Vorgehen in der sich wieder zuspitzenden Schuldenkrise. EZB-Chef Mario Draghi sollte den Beschluss des EZB-Rats am frühen Nachmittag (14.30 Uhr, MESZ) erläutern. US-Notenbankchef Ben Bernanke wird sich am Donnerstag äußern. Für Kauflaune sorgten zudem überraschend robuste Zahlen vom US-Dienstleistungssektor sowie ein unerwartet deutliches Wachstum der australischen Wirtschaft zum Jahresanfang.

"Australiens Bruttoinlandsprodukt hellt natürlich das makroökonomische Bild auf, aber der Fokus liegt ganz klar auf Europa", sagte ein Händler. Dabei richtete sich der Blick auf die sieben wichtigsten Industrienationen (G7), die am Dienstag in einer kurzfristig einberufenen Konferenz über Schritte zur Entschärfung der Schuldenkrise gerungen hatten, ohne allerdings Details bekanntzugeben. Auch Hirokazu Yuihama von Daiwa Securities betonte: "Die asiatischen Aktienmärkte werden durch diverse Erwartungen angetrieben, aber der stärkste Faktor ist die wachsende Aussicht auf geldpolitische Anreize, um die Ansteckungsgefahr in Europa einzudämmen."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index kletterte 1,8 Prozent auf 8533 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index legte 1,46 Prozent auf 718 Punkte zu. Zu Wochenbeginn war der Index noch im Zuge wachsender Konjunktursorgen auf den tiefsten Stand seit mehr als 28 Jahren gefallen. Auch die übrigen Börsen in Fernost setzten ihre Erholung mehrheitlich fort. Der MSCI-Index für Aktien der Asien-Pazifik-Region mit Ausnahme Japans lag 1,1 Prozent im Plus. Zuwächse von rund einem Prozent verbuchten die Märkte in Singapur, Taiwan und Hongkong. In Australien ging es nur leicht nach oben. Sinkende Industriewerte zogen dagegen den Markt in Shanghai ins Minus.

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Zu den größten Gewinnern in Tokio gehörten Bankentitel wie Nomura Holdings, die rund 4,8 Prozent anzogen. Auch Olympus-Papiere lagen zeitweise mehr als drei Prozent im Plus und gingen dann 0,5 Prozent höher aus dem Handel. Die Agentur Kyodo hatte gemeldet, dass Panasonic mit bis zu 50 Milliarden Yen (635 Millionen Dollar) bei dem von einem Bilanzskandal erschütterten Kamera- und Medizingerätehersteller einsteigen wird. Abschläge gab es dagegen bei Nintendo, weil sich Anleger enttäuscht über die neue Spielkonsole "Wii U" zeigten.

Ein Wechselbad der Gefühle hat am Dienstag den Handel an der Wall Street geprägt. Zunächst sorgten die Alarmsignale aus Spanien auch in New York für Unruhe: Das hoch verschuldete Euro-Land räumte massive Probleme ein, an den Finanzmärkten überhaupt noch an frisches Geld zu kommen. Neben diesem immer akuter werdenden Brandherd in der Euro-Zone trieb die Anleger die ernüchternde Erkenntnis um, dass selbst Deutschland als Konjunkturlokomotive der Währungsgemeinschaft die Krise zu spüren bekommt. Später keimte aber neue Hoffnung auf, die sich aus überraschend robusten Zahlen vom US-Dienstleistungssektor speiste.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte pendelte im Verlauf zwischen einem Hoch von 12.147 und einem Tief von 12.072 Punkten. Er ging 0,2 Prozent fester bei 12.127 Zählern aus dem Handel. Der breiter gefasste S&P-500 erhöhte sich um 0,6 Prozent auf einen Schlussstand von 1285 Stellen. Die Technologiebörse Nasdaq stieg um 0,7 Prozent auf 2778 Punkte. In Frankfurt ging der Dax 0,2 Prozent schwächer bei 5969 Punkten aus dem Handel.

Der Tag an den Märkten (Stand 17:45 Uhr)

Dax

- 0,19 Prozent (Schlusskurs vom Freitag)

Euro Stoxx 50

+ 0,1 Prozent

Dow Jones

- 0,3 Prozent

Nikkei

+ 0,1 Prozent

Euro

1,2302 Dollar (+/- 0 Prozent)

Gold

1.602 Dollar (- 0,7 Prozent)

Öl (Brent)

106,40 Dollar (+ 1,2 Prozent)

Von

rtr

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