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31.10.2013

10:01 Uhr

Börse Tokio

Asien-Börsen nach Fed-Ausblick im Minus

Die asiatischen Aktienmärkte folgen den negativen Vorgaben aus den USA. Dort reagieren die Investoren enttäuscht auf die Erklärung der amerikanischen Notenbank. Man befürchtet eine baldige Wende in der Geldpolitik.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. ap

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioDie asiatischen Aktienmärkte sind am Donnerstag den negativen Vorgaben aus den USA gefolgt. Dort hatten Investoren enttäuscht auf die jüngste Erklärung der amerikanischen Notenbank reagiert. Zwar bekräftigte die Federal Reserve (Fed) ihren Kurs der ultralockeren Geldpolitik und ließ den Ausstieg aus der Ära des billigen Geldes weiter offen. Die Einschätzung der Notenbank zur Wirtschaftslage fiel einigen Investoren aber weniger alarmierend aus als erwartet, weshalb eine baldige Wende in der Geldpolitik befürchtet wurde. Die niedrigen Zinsen haben die Aktienmärkte in den vergangenen Monaten weltweit beflügelt.

Das MSCI-Börsenbarometer für die Handelsplätze im asiatisch-pazifischen Raum ohne Japan verlor 0,6 Prozent. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,2 Prozent schwächer bei 14.327 Punkten. Unter Druck gerieten unter anderen Toshiba oder Honda, deren Quartalsberichte wenig überzeugten. Die Titel von Honda gaben um 1,3 Prozent nach, Toshiba-Aktien sanken um mehr als fünf Prozent. Bei Honda zeigten sich Anleger darüber enttäuscht, dass der Autobauer seine Jahresprognose für den Betriebsgewinn nicht anhob. Bei Toshiba fürchteten sie, dass die Geschäfte des Chipbauers zu stark von NAND-Speicherchips abhingen.

Quantitative Lockerung in den USA

Konzept

In der Finanzkrise hat die Fed die Zinsen auf 0 bis 0,25 Prozent gesenkt. Da sie damit an ihre Grenze stößt, ist sie dazu übergegangen Anleihen und Vermögenswerte zu kaufen.

Ziel

Mit dem Leitzins kann die Fed vor allem die kurzfristigen Zinsen beeinflussen. Wichtiger für Investitionen sind jedoch die langfristigen Zinsen. Durch Anleihekäufe will die Fed diese drücken.

QE I

Der damalige Fed-Chef Bernanke kündigt im März 2009 an, dass die US-Notenbank Anleihen und Wertpapiere im Volumen von einer Billion US-Dollar kauft.

QE II

Im November 2010 legt die Fed ein zweites Programm auf. Bis zum zweiten Quartal 2011 will sie für weitere 600 Milliarden US-Dollar US-Staatsanleihen kaufen.

Operation Twist

Im September 2011 entschließt sich die Fed, kurzläufige Staatsanleihen (bis drei Jahre Laufzeit) im Volumen von 400 Milliarden US-Dollar zu verkaufen. Im Gegenzug will sie das Geld in langläufige Staatsanleihen investieren.

QE III

Im September 2012 beschließt die Fed ein drittes Anleihekaufprogramm. Pro Monat will sie für 40 Milliarden US-Dollar Staatsanleihen kaufen. Im Dezember 2012 erhöht sie den Wert auf 85 Milliarden US-Dollar.

Tapering

Inzwischen hat die neue Fed-Chefin Janet Yellen damit begonnen, das monatliche Volumen der Anleihekäufe herunterzufahren. Am 29. Oktober hat sie beschlossen, die Anleihekäufe auf Null zu senken..

Die japanische Notenbank ließ ihre expansive Geldpolitik ebenfalls unverändert. Die Notenbank will mit ihrer Geldschwemme den Teufelskreis aus fallenden Preisen und sinkenden Investitionen brechen. Binnen zwei Jahren sollen umgerechnet mehr als eine Billion Euro in die Wirtschaft gepumpt werden.

In den USA hatte der enttäuschende Ausblick der US-Notenbank die Wall Street am Mittwoch ins Minus gedrückt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,4 Prozent tiefer auf 15.618 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 gab 0,5 Prozent auf 1763 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank knapp 0,6 Prozent auf 3930 Stellen.

Von

rtr

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