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19.03.2013

08:24 Uhr

Börse Tokio

Asienbörsen erholen sich vom Kursrutsch

Nachdem die Börsen Asiens am Vortag mit einem Kurssturz auf das Rettungspaket für Zypern reagiert haben, setzte nun eine Erholung ein. Der Nikkei schloss wieder im Plus. Die Entwicklung überrascht Börsianer nicht.

Mitarbeiter der Börse in Tokio an ihren Arbeitsplätzen. Reuters

Mitarbeiter der Börse in Tokio an ihren Arbeitsplätzen.

TokioAsiens Börsen haben sich am Dienstag nach dem Zypern-Schock wieder gefangen und Kursgewinne verzeichnet. Die Entscheidung der Euro-Gruppe vom Montag, dem angeschlagenen Inselstaat etwas mehr Spielraum bei der Umsetzung der geplanten Sonderabgabe für Bankkunden zu geben, sorgte für Entspannung bei den Händlern. Zypern muss zwar weiterhin mehrere Milliarden Euro durch die Abgabe einnehmen, aber Kleinsparer könnten ausgenommen werden.

"Die Sorgen zu Zypern sind überzogen, weil sich die Lage dort wahrscheinlich nicht auf andere Länder der Euro-Zone ausbreiten dürfte", sagte Lee Young-gon, Analyst bei Hana Daetoo Securities. Viele Anleger nahmen die Nervosität an den Märkten zum Anlass, um Gewinne einzustreichen. US-Börsianer zeigten sich allerdings gelassen. "Das ist einfach Teil eines Verdauungs- und Konsolidierungsprozesses", sagte Marktstrategin Quincy Krosby von Prudential Financial. "Panik sehen wir hier im US-Markt nicht."

Die Woche an den Märkten

Dienstag

Neben der Veröffentlichung des ZEW-Index zu den Konjunkturerwartungen für Deutschland und der Euro-Zone werden auch zahlreiche Quartalszahlen prominenter Unternehmen erwartet: BMW, die DAB Bank, Deutz, Elmos Semiconductor, Porsche, Secunet, Tom Tailor und Adobe Systems.

Mittwoch

Konjunkturdaten kommen am Mittwoch aus den USA, wo die Notenbank Fed ihre Zinsentscheidung bekanntgibt. In Europa veröffentlicht die Europäische Zentralbank (EZB) ihren Leistungsbilanzsaldo für Januar. Aus Großbritannien kommen die Protokolle der Bank of England sowie Arbeitslosenzahlen. Quartalszahlen gibt es von Dürr, Fuchs Petrolub, Gagfah, Leoni, Metro, Rational, Rheinmetall, Wacker Neuson, Fedex, und Oracle. Japans Börse bleibt wegen eines Feiertages geschlossen.

Donnerstag

Am Vormittag wird der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe in Deutschland und in der Euro-Zone veröffentlicht. Aus den USA kommen Zahlen zum Verkauf bestehender Häuser sowie der Philadelphia Fed Index. Zudem werden etliche Quartalszahlen erwartet, von: A.S. Creation, Adler, Baywa, Brenntag, Constantin Medien, Delticom, Deutsche Bank, Hornbach, Itelligence, Kontron, Krones, Lanxess, Loewe, Mologen, Patrizia, Praktiker, Solarworld, Stada, Takkt, Talanx, United Internet, Vossloh, VWD, Nike und H&M.

Freitag

Das Münchener Ifo-Institut legt den Geschäftsklimaindex vor. Daneben werden Quartalszahlen von Drillisch, GSW, Pfeiffer Vacuum, Salzgitter, SKW und Tiffany veröffentlicht.

Der Tokioter Nikkei-Index schloss gut zwei Prozent im Plus bei 12.468 Zählern, der breiter gefasste Topix legte 1,7 Prozent auf 1.045 Punkte zu. Die Börse in Shanghai legte 0,3 Prozent zu, der Index in Seoul gewann 0,5 Prozent. Ein Kursrückgang in Indien belastete dagegen den MSCI-Index für die asiatischen Länder außerhalb Japans. Noch am Montag hatten die Börsen in ganz Asien Verluste verzeichnet. "Die weltweiten Märkte standen aber ohnehin vor einer Korrektur, nach der Rally in der vergangenen Woche", sagte Lee.

Der Goldpreis gab 0,1 Prozent auf 1.608 Dollar je Feinunze nach, noch am Montag hatte er ein Drei-Wochen-Hoch erreicht. Der Euro stabilisierte sich. Das minderte den Druck auf die Ölpreise: Leichtes US-Öl kostete mit 93,75 Dollar je Barrel (159 Liter) etwa so viel wie am Vortag, Öl der Nordseesorte Brent verbilligte sich etwas.

"Auch wenn es vor der Parlamentsabstimmung in Zypern immer noch Unsicherheit gibt, wird der Fall am Markt als einmaliges Ereignis gesehen, das keinen Run auf die Bankguthaben in anderen Euro-Staaten auslöst", sagte ein Spitzenmanager bei einer japanischen Fondsgesellschaft.

Yen-Verfall: Wie tief sinkt Japans Währung noch?

Gradmesser

Für die Aktienmärkte ist der Yen-Kurs gegenüber dem Dollar ein Gradmesser für die Abwertung der Landeswährung. 2012 fiel der Yen 15 Prozent gegenüber zehn großen Weltwährungen - so viel wie seit 1979 nicht mehr. Dies ergibt sich aus einem Bloomberg-Index.

Kurs

Die Notierung erfolgt in Yen pro Dollar, etwa: 85 Yen. Wenn dieser Wert steigt, etwa auf 90 Yen, steigt der Wert der US-Währung, und es sinkt der Wert der japanischen Währung.

Neue Regierung

Die neue japanische Regierung will die Konjunktur ankurbeln. Dafür nutzt sie alle Hebel. Einer davon ist auch die Schwächung der Währung. 2012 fiel der Yen um 11 Prozent gegenüber dem Dollar - so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr.

Fiskalpolitik

Die japanische Regierung hat ein enormes Konjunkturpaket im Volumen von 20,2 Billionen Yen (173 Milliarden Euro) abgesegnet. Damit sollen unter anderem große öffentliche Bauprojekte im Nordosten des Landes finanziert werden. Rund 600.000 Arbeitsplätze verspricht sich Regierungschef Shinzo Abe davon.

Geldpolitik

Ministerpräsidenten Shinzo Abe drängt die Notenbank, ihre Geldpolitik weiter zu lockern und so die Fiskalpolitik zu flankieren. Die Zeitung Nikkei zitierte Abe mit den Worten, Japan habe wegen des starken Yen seine Wettbewerbsfähigkeit eingebüßt. Er wolle, dass die Notenbank sich auch für ein Maximum an Beschäftigung in Japan verantwortlich fühle.

Wirtschaft schrumpft

Das Bruttoinlandsprodukt in Japan ist auf Jahresbasis im dritten Quartal um 3,5 Prozent geschrumpft. Ökonomen erwarten, dass es im vierten Quartal 2012 um 0,6 Prozent zurückgegangen ist.

Die Wende

Für das erste Quartal 2013 erwarten Ökonomen wieder ein Wachstum von 1,6 Prozent in Japan.

Währungsverfall

Die Konjunkturschwäche geht mit einem Wertverfall der Währung einher. Anfang 2013 liegt der Dollar gegenüber mit fast 90 Yen auf dem höchsten Niveau seit Juni 2010, also seit mehr als zweieinhalb Jahren. Gegenüber dem Euro markiert der Yen die niedrigsten Kurse seit Mai 2011, also seit mehr als anderthalb Jahren.

Yen-Prognosen

Die Banken rechnen mit einer weiteren Abschwächung des Yen. Damit liegen sie auf einer Linie mit der Regierung, die genau dies fördern will durch ihre Fiskalpolitik.

Wo Banken den Yen sehen

Morgan Stanley erklärte in einer Analyse, der Dollar könne gegenüber der japanischen Währung noch auf 100 Yen steigen in diesem Jahr. Societe Generale nennt ein Kursziel von 97 Yen bis Jahresende. Bisher ging die Bank von 87 Yen aus. Citibank glaubt, dass der Dollar bis Ende März auf 90 Yen steigt. Zuvor war die Bank von 87 Yen ausgegangen.

Welchen Yen-Kurs die Exporteure wünschen

Die Exportwirtschaft verweist darauf, dass die japanische Währung noch immer 13 Prozent über seinem Zehnjahres-Durchschnitt liegt. Dieser liegt gegenüber dem Dollar bei 101 Yen. Die Industrie in Japan wünscht sich einen Dollarkurs zwischen 90 and 100 Yen. Das sagt, Hiroshi Tomono, Präsident von Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp.

Treiber für Export-Aktien

Die fortgesetzte Yen-Abwertung gegenüber den großen Währungen der Welt hilft vor allem den japanischen Exporteuren. Deren Aktien profitieren daher regelmäßig besonders stark, wenn der Yen an Wert verliert.

Rekorde an der Börse

Das Börsenbarometer Nikkei-Index marschiert im Januar von Rekord zu Rekord. Inzwischen liegen die Aktienkurse auf dem höchsten Niveau seit zwei Jahren.

 

In Japan gehörten besonders die Exportwerte und Banken zu den Gewinnern. Die Aktien von Mizuho Financial legten 1,4 Prozent zu, die Mitsubishi UFJ-Titel gewannen 1,8 Prozent. Canon-Papiere stiegen um 3,1 Prozent, Toyota -Aktien um 1,9 Prozent und Honda-Titel um 2,4 Prozent.

Von

rtr

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