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07.05.2013

08:39 Uhr

Börse Tokio

Aufholjagd am japanischen Aktienmarkt

Der Nikkei-Index steigt über 14.000 Punkte. Die wichtigen Barometer an der japanischen Börse liegen auf einem Niveau, das sie zuletzt 2008 erreicht haben. Hintergrund sind gute Konjunkturdaten aus den USA.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. dpa

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioBeflügelt von dem Rekordhoch der Wall-Street hat der Nikkei-Index in Japan erstmals seit Juni 2008 die 14.000-Punkte-Marke übersprungen. Händler griffen nach dem verlängerten Feiertagswochenende am Dienstag vor allem bei Aktien von Exportunternehmen zu, deren wichtigster Absatzmarkt die USA sind.

Die anderen Börsen in Fernost, die bereits am Montag auf die überraschend guten Arbeitsmarktdaten aus den USA von Ende vergangener Woche positiv reagiert hatten, legten dagegen eine Verschnaufpause ein. Händler machten Gewinnmitnahmen aus. Doch einige Anleger ließen auch Vorsicht walten, etwa angesichts zuletzt schwacher Konjunktursignale aus China, sagte Tetsu Emori von Astmax Investments. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifischer Aktien außerhalb Japans trat nahezu auf der Stelle.

Der Nikkei-Leitindex in Tokio legte um 3,5 Prozent auf 14.180 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix stieg um 3,1 Prozent auf 1188,6 Punkte. Nach den Feiertagen habe an der Tokioter Börse einiges aufgeholt werden müssen, sagten Händler.

Die Börse war am Montag und Freitag geschlossen, als unerwartet starke Arbeitsmarktzahlen aus den USA Ende vergangener Woche die Hoffnung schürten, die amerikanische Wirtschaft befinde sich in einem anhaltenden Aufwärtstrend. Der Dow-Jones-Index war daraufhin am Freitag auf einen Rekordwert gestiegen, der S&P-500 legte am Montag sogar noch einmal nach, während der Dow zum Wochenstart auf dem hohen Niveau nahezu unverändert verharrte.

Zu den größten Gewinnern in Tokio gehörten Aktien von Unternehmen, die einen großen Teil ihrer Gewinne in den Vereinigten Staaten erzielen. Toyota -Aktien legten 4,9 Prozent zu, Honda-Papiere verbuchten ein Plus von fast vier Prozent. Sony-Titel kletterten um 6,4 Prozent.

Meilensteine des Dow Jones

26. Mai 1896

Der Dow Jones Industrial Average debütiert mit zwölf Mitgliedern: American Cotton Oil, American Sugar Refining, American Tobacco, Chicago Gas, Distilling & Cattle Feeding, General Electric (GE), Laclede Gas Light, National Lead, North American Co., Tennessee Coal, Iron & Railroad, U.S. Leather und U.S. Rubber.

1916

Der Dow wird auf 20 Werte erweitert. Ab 1928 hat die erste US-Börsenliga 30 Mitglieder.

1. Oktober 1928

John D. Rockefellers Öl-Konzern Standard Oil steigt in den Dow auf. Standard Oil wird 1972 zu Exxon und nach der Übernahme von Mobil Oil 1999 zu Exxon Mobil.

1928

Die Berechnung des Dow wird leicht verändert, um Kursausschläge durch Aktiensplits oder beim Austausch einzelner Index-Mitglieder zu verhindern.

28. und 29. Oktober 1929

Am "Schwarzen Montag" und "Schwarzen Dienstag" fällt der Dow um insgesamt 23 Prozent. Der 12,8-prozentige Kurseinbruch vom 28. Oktober bleibt bis zum "Schwarzen Montag" 1987 der größte Tagesverlust.

26. Mai 1932

International Business Machines (IBM) steigt in den Dow auf. Das Computerkonzern fällt 1939 wieder heraus und kehrt 1979 zurück.

3. Juli 1956

International Paper steigt in den Dow auf. In den 17 Jahren und drei Monaten zuvor war die Zusammensetzung unverändert geblieben - so lange wie nie.

14. November 1972

Der Dow schließt erstmalig über 1000 Punkten.

19. Oktober 1987

Am "Schwarzen Montag" bricht der Dow um 22,6 Prozent ein. Das ist der größte Tagesverlust seiner Geschichte. In den fünf Jahren zuvor hatte er insgesamt rund 250 Prozent zugelegt.

29. März 1999

Der Dow schließt erstmalig über 10.000 Punkten.

1. November 1999

Als erste an der US-Technologiebörse Nasdaq gelistete Firmen werden Microsoft und Intel in den Dow aufgenommen. Die Entscheidung spiegelt die gestiegene Bedeutung der IT-Branche für die US-Wirtschaft wider.

17. September 2001

Die US-Börse öffnet erstmalig nach den Anschlägen vom 11. September. Der Dow fällt um 684,81 Punkte. Das ist in absoluten Zahlen der drittgrößte Tagesverlust seiner Geschichte. Prozentual büßt er 7,1 Prozent ein.

19. Juli 2007

Der Dow schließt erstmalig über 14.000 Punkten.

29. September 2008

Wenige Tage nach dem Zusammenbruch der US-Investmentbank Lehman Brothers fällt der Dow um 777,68 Punkte das ist in absoluten Zahlen der größte Tagesverlust seiner Geschichte.

13. Oktober 2008

Der Dow verbucht mit einem Plus von 11,08 Prozent den größten Tagesgewinn seiner Geschichte.

9. März 2009

Die Finanzkrise drückt den Dow auf 6547,05 Punkte. Damit liegt er wieder auf dem Niveau von 1997.

6. Mai 2010

Der „Flash Crash“ drückt den Dow binnen Minuten um mehr als 1000 Punkte. Auslöser ist ein Fehler in einem computergesteuerten Handelsprogramm eines sogenannten „Algo-Traders“.

3. Mai 2013

Der Dow überspringt die Marke von 15.000 Punkten.

7. November 2013

Der Dow Jones erreicht den höchsten Stand aller Zeiten im Handelsverlauf: 15.798 Punkte.

13. Mai 2014

Am 13. Mai erreicht der Dow Jones neue Rekordstände. Der Index schließt bei 16.715 Punkten, dem höchsten Stand aller Zeiten.

Die Aktien profitierten auch von der anhaltenden Schwäche der japanischen Währung, die zum Dollar mit 99,10 Yen tendierte. Der Euro verharrte weiter in der Defensive, nach der Bekräftigung von EZB-Chef Mario Draghi, den Leitzins notfalls weiter zu senken.

Nach den Äußerungen war der Euro auf ein Tagestief von 1,3053 Dollar gefallen. Am Dienstag notierte die Gemeinschaftswährung bei 1,3078 Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Leitzins in der vergangenen Woche auf rekordniedrige 0,5 Prozent gesenkt.

Kommentare (3)

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Justitius

07.05.2013, 08:46 Uhr

Die vielen Volkswirtschaften dieser Erde sind nicht unbedingt vergleichbar, da mit unterschiedlichen Bewertungsmaßstäben beurteilt wird. Angesichts der unlängst erfolgten Yen-Abwertung (alles natürlich nur zum Zwecke der Förderung der japanischen Wirtschaft / Geldwertstabilität adé!) ergeben sich neue "Erfolgsmeldungen".

Aber wirklich ernsthaft darf man solche Zahlen nicht bestaunen, da Japan bereits seit über 20 Jahren in ökonomisch bedenklichem Fahrwasser fährt.

Rumpelstilzchen

07.05.2013, 09:30 Uhr

Egal wohin man schaut, durch die Minzinsen dr Notenbanken haben ich überall neu Spekulationsblasen an den Börsen gebildet. Dow Jones, DAX und Nikkei - überall das gleiche Bild! Es ist doch nur eine Frage der Zeit (eher einer kurzen Zeit), bis diese Blasen platzen und mal weder die Weltwirtschaf in einen Abwärtsstrudel reißen. Politiker, Bankster und "Wahrungshüter" haben aus den jüngsten Finazkrsen nichts gelernt bzw. lernen wollen. Es wird wieder Profiteure geben und die Schere zwischen denen da unten und den Spekulanten da oben wird sich wieder weiter geöffnet haben.Bis uns der ganze Laden um die Ohren fliegt - schönen Gruvon der Weimarer Republik!

Justitius

07.05.2013, 11:54 Uhr

@ Rumpelstilzchen

Mal abgesehen von den kleinen grammatikalischen Fehlern vollkommen richtig. Die Zentralbanken bekämpfen den Weltenbrand mit Benzin. Die Dummheit stirbt leider nie aus!

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