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24.10.2012

08:45 Uhr

Börse Tokio

Berg- und Talfahrt am japanischen Aktienmarkt

Erst runter, dann rauf und dann doch wieder runter: Die Investoren in Japan gehen durch ein Wechselbad der Gefühle. Am Ende schließt der Nikkei-Index unter 9.000 Punkten. LG Electronics verdient überraschend gut.

Eine Börsenanzeigentafel in Tokio. dpa

Eine Börsenanzeigentafel in Tokio.

TokioEnttäuschende Bilanzen von US-Konzernen haben am Mittwoch den japanischen Aktienmarkt belastet. Investoren sorgten sich um die Gewinnaussichten für die heimischen Unternehmen und strichen nach sieben Tagen im Plus Gewinne ein.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index sank bereits im frühen Handel 0,6 Prozent auf 8963 Punkte, erholte sich dann aber wieder deutlich über 9.000 Punkte und verbuchte sogar Gewinne gegenüber dem Vortag. Doch am Ende setzten sich die Optimisten nicht durch. Der Nikkei-Index schloss 0,67 Prozent tiefer bei 8.954 Punkten.

Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,8 Prozent auf 743 Zähler. Auch die Märkte in Südkorea, Taiwan , Hongkong und Australien tendierten schwächer. In Singapur und Shanghai notierten die Barometer dagegen wenig verändert.

Einer Umfrage der Großbank HSBC zufolge hat sich Chinas Industrie im Oktober wieder erholt. Der HSBC-Einkaufsmanagerindex (PMI) stieg mit 49,1 auf den höchsten Wert seit drei Monaten. Zusätzlich signalisierten gut gefüllte Auftragsbücher einen wieder an Fahrt aufnehmenden Aufschwung.

Der Tag an den Märkten (Stand: 18:00 Uhr)

Dax

7.478 Punkte (+ 0,99 Prozent)

Dow Jones

13.064 Punkte (+ 0,33 Prozent)

Nikkei

+ 0,13 Prozent (Schlussstand vom Montag)

Euro

1,3040 Dollar

Gold

1.714 Dollar

Öl (Brent)

112,01 Dollar

Exporttitel standen auf den Verkaufszetteln. So verloren die Autokonzerne Toyota und Honda je rund ein Prozent. Canon -Aktien gaben 1,6 Prozent ab. Zuvor hatte der US-Rivale Xerox einen schwächer als erwarteten Umsatz im dritten Quartal ausgewiesen und die Gewinnaussichten für das Gesamtjahr schlechter eingeschätzt.

Positiv hoben sich dagegen die Papiere des angeschlagenen Elektronikkonzerns Sharp ab: Die Japaner starteten den Verkauf eines zusammen mit der taiwanischen Firma Hon Hai Precision Industry produzierten Smartphones in China. Sharp-Aktien, die in diesem Jahr drei Viertel an Wert eingebüßt haben, legten nach der Mitteilung um mehr als sechs Prozent zu.

Welche Aktien die Analysten verschmähen - USA

Eli Lilly

Branche: Pharma

Analystenurteile: 21

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 24%

Yahoo

Branche: Internet

Analystenurteile: 34

davon positiv: 8

positiv in Prozent: 24%

Avon Products

Branche: Konsum

Analystenurteile: 17

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 24%

Dow Chemical

Branche: Chemie

Analystenurteile: 22

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 23%

Imperial Oil

Branche: Öl

Analystenurteile: 14

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 21%

Kellogg

Branche: Lebensmittel

Analystenurteile: 23

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 20%

Archer Daniels Midlands

Branche: Agrar

Analystenurteile: 15

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 20%

AMD

Branche: Halbleiter

Analystenurteile: 35

davon positiv: 7

positiv in Prozent: 20%

Lockheed Martin

Branche: Rüstung

Analystenurteile: 23

davon positiv: 4

positiv in Prozent: 17%

Hewlett-Packard

Branche: Computer

Analystenurteile: 32

davon positiv: 5

positiv in Prozent: 16%

Northrop Grumman

Branche: Rüstung

Analystenurteile: 21

davon positiv: 3

positiv in Prozent: 14%

Best Buy

Branche: Handel

Analystenurteile: 24

davon positiv: 2

positiv in Prozent: 8%

Quelle: Factset, DZ Bank

Das Geschäft mit hochwertigen Mobiltelefonen hat dem südkoreanischen Elektronikkonzern LG Electronics ein überraschend hohes Ergebnis beschert. Wie der Elektronikkonzern am Mittwoch mitteilte, stand im dritten Quartal ein operativer Gewinn von umgerechnet 154 Millionen Euro in den Büchern, nach einem Verlust vor Jahresfrist.

Analysten hatten im Durchschnitt mit einem Plus von 120 Millionen Euro gerechnet. Vor allem in der Sparte Mobiltelefone schafften die Koreaner eine Kehrtwende. Das Ergebnis des TV-Geschäfts stagnierte dagegen.

Aktien für Langfrist-Anleger

AmBev

Guter Schutz gegen die Euro-Krise bietet die Brauerei aus Brasilien. Sie wächst vor allem in den Schwellenländern, ist aber weltweit präsent und nahezu schuldenfrei.
Börsenwert in Millionen Euro: 81674
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,7
Dividendenrendite: 0,9 Prozent.

Apple

Trotz der imposanten Rally ist die Aktie nicht teuer. Gewinn und Umsatz wachsen gar schneller als der Börsenwert.
Börsenwert in Millionen Euro: 428190
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,5

Dividendenrendite: 1,6 Prozent.

Baidu

Der Konzern verliert zwar Marktanteile, wächst aber insgesamt nach wie vor rasant im chinesischen Internet-Markt. Die Aktien sind günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 29197
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 16,8
Dividendenrendite: keine

British American Tobacco

Der Tabakkonzern aus Großbritannien kann trotz der immer strenger werdenden Gesetze jedes Jahr Umsatz, Gewinn und Dividende steigern. Besonders stark ist das Unternehmen in den asiatischen Schwellenländern.
Börsenwert in Millionen Euro: 75886
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 13,8
Dividendenrendite: 4,6 Prozent

CF Industries

Der hochprofitable und dividendenstarke US-Düngemittelkonzern profitiert vom steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln weltweit.
Börsenwert in Millionen Euro: 11021
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,8
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Deckers Outdoor

Ein Ende der jahrelangen Wachstumsstory ist noch immer nicht absehbar. Die Aktie ist günstig.
Börsenwert in Millionen Euro: 1300
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 8,5
Dividendenrendite: keine

Elekta

Der Medizintechniker ist besonders stark in der Krebs-Medizin, einem wachsenden Zweig.
Börsenwert in Millionen Euro: 3671
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 18,4

Dividendenrendite: 1,5 Prozent

Kia Motors

Die neuen Modelle des schnell wachsenden Automobilherstellers gewinnen derzeit alle Qualitätstests.
Börsenwert in Millionen Euro: 202557
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 5,9
Dividendenrendite: 0,8 Prozent

Novo Nordisk

Der dänische Pharma-Konzern ist bei Diabetes-Medikamenten mit einem Anteil von über 51 Prozent weltweit Marktführer.
Börsenwert in Millionen Euro: 67311
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 20,4
Dividendenrendite: 1,6 Prozent

Millicom Cellular

Das Mobilfunkunternehmen aus Luxemburg hat ein lukratives Geschäftsmodell entwickelt, indem es preisgünstige Handy-Einsteiger-Tarife in Schwellenländern verkauft.
Börsenwert in Millionen Euro: 7195
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 12,6

Dividendenrendite: 2,9 Prozent

Salesforce.com

Das Software-Unternehmen profitiert mit seiner Miet-Software vom weltweiten Trend zum Cloud Computing. Das Geschäft gilt als krisensicher.
Börsenwert in Millionen Euro: 16508
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 76,4
Dividendenrendite: keine

Shire

Der britische Pharma-Konzern hat zahlreiche neue Medikamente auf den Markt gebracht. Seine Aktien sind nicht hoch bewertet.
Börsenwert in Millionen Euro: 13305
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 14
Dividendenrendite: 0,5 Prozent

Vodafone

Das Unternehmen ist besonders stark in Afrika. Sein Umsatz nimmt leicht zu.
Börsenwert in Millionen Euro: 106910
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 10,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

Williams Partners LP

Der Öl-Konzern profitiert von der Steuergesetzgebung in den USA und kann ein sehr hohes Umsatzwachstum vorweisen.
Börsenwert in Millionen Euro: 14171
Kurs-Gewinn-Verhältnis: 19,5
Dividendenrendite: 6,1 Prozent

LG hatte zuletzt die Konkurrenz durch Smartphones wie Apples iPhone und Samsungs Galaxy deutlich zu spüren bekommen und versucht, mit neuen Telefonen wie dem Optimus G und Optimus Vu II den Anschluss zu finden. Die Zahlen kamen bei den Investoren gut an. In einem schwachen Marktumfeld legten die LG Electronics-Papiere mehr als zwei Prozent zu.

Der Euro pendelte um 1,2985 Dollar. Die schwachen Konzernberichte hätten Sorgen über die globalen Wachstumsaussichten verschärft, hieß es in einem Analysten-Kommentar von BNP Paribas. Zudem bliebe die Frage offen, ob Spanien als ganzes Land einen Hilfsantrag an seine Euro-Partner stelle.

Wie der Wall-Street-Handel lief

Video: Wie der Wall-Street-Handel lief

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