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20.06.2013

09:26 Uhr

Börse Tokio

Bernanke rüttelt Aktien in Asien durch

In Japan fallen die Aktienkurse um fast zwei Prozent. Außerhalb des Leitmarktes in Fernost verlieren die Börsen im Schnitt sogar 3,5 Prozent. Das waren die größten Verluste seit mehr als anderthalb Jahren.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. ap

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioDie Aussicht auf den näher rückenden Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik in den USA hat die asiatischen Finanzmärkte am Donnerstag auf Talfahrt geschickt. Die Ankündigung von Fed-Chef Ben Bernanke, dass die geldpolitische Wende schon dieses Jahr eingeleitet werden könnte, veranlasste Investoren auf breiter Front zu Verkäufen: Aktien, Devisen, Rohstoffe - Anlagen in Schwellenländern kamen auf den Prüfstand.

Asiatische Aktien außerhalb Japans erlebten ihre größten Verluste seit mehr als anderthalb Jahren. "Rums ist ein besseres Wort, um den Markt zu beschreiben", sagte ein Händler in Manila. In Tokio schloss der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 1,7 Prozent schwächer bei 13.014 Punkten.

Der breit gefasste MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verlor 3,5 Prozent - das war der größte prozentuale Tagesverlust seit November 2011. Die wichtigsten Kreditzinsen in China kletterten auf ein Rekordhoch, die indische Währung dagegen markierte ein Rekordtief. In Australien verlor die Börse gut zwei Prozent. An den meisten Börsen, etwa in Südkorea oder Hongkong, verzeichneten die Indizes Abschläge in dieser Größenordnung.

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Die Fed hält an ihrer lockeren Geldpolitik fest und will weiterhin 85 Milliarden Dollar pro Monat in den Markt pumpen. Fed-Chef Bernanke deutet jedoch klarer als sonst einen Ausstieg aus der expansiven Geldpolitik an.

"Bernanke war expliziter als viele am Markt das erwartet hatten", sagte Yuji Saito, Devisen-Experte bei Credit Agricole in Tokio. Er geht davon aus, dass der Dollar zum Yen nun anziehen wird. Der Dollar ist bereits spürbar gestiegen auf rund 97 Yen. Der Euro sank auf 1,3261 Dollar nach 1,3295 Dollar im späten New Yorker Handel.

Schwache Daten zur chinesischen Industrie belasteten die Stimmung zusätzlich: Der Sektor schwächte sich im Juni einer Umfrage zufolge überraschend deutlich auf den niedrigsten Stand seit einem Dreivierteljahr ab. Der vorläufige HSBC-Einkaufsmanagerindex für den Sektor sank auf 48,3 Punkte nach einem endgültigen Stand von 49,2 Punkten im Mai .

Fed-Chef Bernanke hatte mit seinem Zeitplan für einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik bereits zuvor an der Wall Street für sinkende Aktienkurse gesorgt. Die wichtigsten Indizes gingen am Mittwoch mit einem Minus von mehr als einem Prozent aus dem Handel.

Der Chef des japanischen Elektronikunternehmens Sony, Kazuo Hirai, hat die Entertainment-Sparte als sehr wichtig für die Wachstumsstrategie des gesamten Unternehmens bezeichnet. Sonys Vorstand werde aber die Vorschläge des Anteilseigners Third Point prüfen, den Bereich Film und Musik abzuspalten, sagte Hirai auf der Hauptversammlung am Donnerstag in Tokio. Es sei wichtig, einerseits den Bereich Elektronik wiederzubeleben und gleichzeitig das Wachstum der Entertainment-Sparte fortzusetzen, sagte er.

Der US-Hedgefonds Third Point unter Führung des US-Investors Daniel Loeb erhöhte kürzlich seinen Anteil an Sony von 6,3 auf sieben Prozent. Damit untermauerte der größte Einzelaktionär seine Ambitionen, das profitable Film- und Musikgeschäft unter Führung des Sony-Chefs Kazuo Hirai vom Rest des Konzerns zu trennen und an die Börse zu bringen. Dies könnte laut Loeb zu einem Anstieg des Aktienkurses um 60 Prozent führen.

Von

rtr

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