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12.08.2013

08:51 Uhr

Börse Tokio

BIP-Wachstum enttäuscht Japans Anleger

Die Tokioter Börse schließt im Minus. Zahlen zum japanischen BIP fielen enttäuschend. Die Wirtschaft wächst zwar, aber nicht schnell genug. Für den Markt seien die Zahlen ein schwerer Schlag, sagt ein Beobachter.

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio. dpa

Vor einer Börsenanzeigetafel in Tokio.

TokioDie Börsen in Fernost haben am Montag überwiegend positiv tendiert. Sie profitierten wie bereits zum Wochenschluss von überraschend starken Konjunkturdaten aus China. In Japan wurden allerdings Verluste verbucht, nachdem der Bericht zum Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal enttäuschte. Das Bruttoinlandsprodukt stieg von April bis Juni zum Vorquartal zwar um 0,6 Prozent. Das war aber weniger als von Experten erwartet. "Das ist auf jeden Fall ein schwerer Schlag für den Aktienmarkt", sagte Kenichi Hirano von Tachibana Securities.

Der Tokioter Nikkei-Index fiel um 0,7 Prozent auf 13.519 Zähler, der breiter gefasste Topix verlor knapp 0,6 Prozent auf 1134 Punkte. Für gute Stimmung außerhalb Japans sorgten dagegen weiterhin eine Reihe von Wirtschaftsdaten aus China, die in der vergangenen Woche vorgelegt wurden und Hoffnungen weckten, dass sich die größte Volkswirtschaft Asiens nach der jüngsten Konjunkturabkühlung stabilisiert. Die Börsen in China verbuchten deutliche Gewinne, was sich auch auf das Marktgeschehen in Fernost insgesamt positiv auswirkte. Der MSCI-Index für die asiatischen Aktienmärkte ohne Japan stieg um knapp ein Prozent.

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In Tokio frage man sich dagegen, "auf welchem Niveau der Markt aufhört zu fallen", sagte Stratege Hirano. Kyoya Okazawa von BNP Paribas werte die BIP-Zahlen als eine Herausforderung für Ministerpräsident Shinzo Abe, vor allem weil die Investitionen der Wirtschaft rückläufig seien. Wenn dann bei einer Erhöhung der Umsatzsteuer noch der private Konsum wegbreche, sehe es schwierig für ein weiteres Wirtschaftswachstum aus. Prompt sahen sich auch die Gegner eines solchen Steuerschritts im Aufwind. Ein Wirtschaftsberater Abes brachte eine Verschiebung des Vorhabens ins Spiel.

Das BIP war das dritte Quartal in Folge gestiegen. Die Dynamik ließ aber nach, und des Wirtschaftswachstum lag im zweiten Quartal 2013 im Vergleich zum Vorquartal mit 0,6 Prozent unter den Erwartungen der Volkswirte. Die von Reuters befragten Experten hatten mit einem Plus von 0,9 Prozent gerechnet. Im ersten Quartal wuchs das BIP mit 0,9 Prozent. Auf Jahresfrist gerechnet ergibt sich ein BIP-Wachstum von 2,6 Prozent; Analysten erwarteten hier ein Plus von 3,6 Prozent.

Der japanische Yen legte nach Vorlage der Daten zunächst zu, gab dann aber im weiteren Verlauf etwas von seinen Gewinnen ab. Gegen Handelsschluss in Tokio notierte die japanische Währung zum Dollar bei 96,54 Yen. Sollten die Aktien jedoch weiter fallen, sei ein erneuter Anstieg des Yen zu erwarten, sagte Satoshi Okagawa von der Sumitomo Mitsui Banking Corporation in Singapur. Der Euro wurde mit 1,3313 Dollar gehandelt.

Von

rtr

Kommentare (2)

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Nebelspalter

12.08.2013, 07:51 Uhr

DAX = NIKKEI
MDAX = ???

Wie heisst denn die japanische Entsprechung zum MDAX? -Der müsste ja noch viel schlechter abgeschnitten haben, denn die grossen Konzerne profitieren ja wenigstens noch durch die Yen-Abwertung im Export, während die kleineren Unternehmen nur an den gestiegenen Importkosten leiden.

Account gelöscht!

12.08.2013, 08:50 Uhr

Das sollten sich unsere Freunde bei der EZB und in Südeuropa mal genau ansehen. Offenbar reagieren die Märkte und vor allem die reale Wirtschaft auf grenzenloses Gelddrucken doch nicht so, wie die EU-Träumer es gerne hätten...

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